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Schwarzbauten an der Saurüsselalm: Eigentümer macht überraschend Rückzieher

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Von: Gabi Werner

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Terrasse der Saurüsselalm in Bad Wiessee ist zu groß geraten
Die Terrasse an der Saurüsselalm in Bad Wiessee - hier ein Bild vom vergangenen Winter - wurde größer gebaut als genehmigt. Es ist nicht der einzige Schwarzbau bei der umstrittenen Alm. © Thomas Plettenberg

Eigentlich sollte der Wiesseer Bauausschuss am Donnerstag darüber beraten, ob er die Schwarzbauten an der Saurüsselalm nachträglich genehmigt. Doch Eigentümer Franz Haslberger machte einen Rückzieher.

Bad Wiessee – Mit Spannung hatten viele die Diskussion über die Saurüsselalm im Wiesseer Bauausschuss erwartet – die Sitzung am Donnerstagabend (27. Oktober) war vergleichsweise gut besucht. Doch die Zuhörer wurden enttäuscht: Franz Haslberger hatte seinen Antrag auf nachträgliche Genehmigung der Markise und der zu groß geratenen Terrasse bei der umstrittenen Alm kurzfristig zurückgezogen.

Saurüsselalm: Eigentümer kam persönlich ins Rathaus - und zog Antrag zurück

Wollte der Unternehmer damit einer Ablehnung seiner Schwarzbauten – zur Sprache kommen sollte auch die nicht genehmigte Tanzbühne – zuvorkommen? Die Vermutung liegt nahe. Möglicherweise war auch der Beschlussvorschlag, den das gemeindliche Bauamt für die Sitzung formuliert hatte, nach außen gedrungen und hatte dem Antragsteller nicht gefallen.

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Fest steht: Haslberger kam am Tag der Sitzung persönlich im Wiesseer Rathaus vorbei und zog seinen Antrag zurück. „Auch wir wurden davon überrascht“, sagte Bürgermeister Robert Kühn im Bauausschuss. Eine sachliche Begründung für seinen Rückzug lieferte der Inhaber des Almimperiums offenbar nicht.

Schwarzbauten an Saurüsselalm: Landratsamt soll dafür sorgen, dass Anträge eingereicht werden

Jetzt steht die Frage im Raum, wie es weitergeht mit dem nicht genehmigten Alm-Equipment. Auch CSU-Gemeinderat Peter Kathan wollte in der Sitzung wissen: „Können wir nun davon ausgehen, dass das zurückgebaut wird?“

Ganz so einfach wird es wohl nicht. Die Gemeinde, so viel machte sie am Freitag (28. Oktober) klar, sieht nun wieder das Landratsamt Miesbach als Bauaufsichtsbehörde in der Pflicht. Man bitte das Landratsamt doch dringend darum, den Bauwerber aufzufordern, die Anträge schnellstmöglich einzureichen, hieß es seitens der Rathaus-Verwaltung.

Kreisbehörde zum Fall Haslberger: „Es bleiben ganz viele Fragezeichen“

Die Kreisbehörde wiederum erklärte, man müsse zunächst auf die offizielle Mitteilung der Gemeinde warten, dass der Antrag nicht behandelt wurde. „Sollte es keine plausible Erklärung geben, müssen wir wieder in Kontakt treten mit dem Bauwerber und erneut dazu auffordern, bei Markise und Tanzboden einen rechtskonformen Zustand herbeizuführen“, sagte Sprecherin Sophie Stadler. Im Sommer war das schon einmal geschehen.

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Zu möglichen Fristen könne sie derzeit ohne Kenntnis des Vertagungsgrundes nichts sagen, meinte Stadler. Grundsätzlich aber sei es so, dass das Bauamt der Behörde die Beseitigung von Schwarzbauten anordne. Dies werde man selbstverständlich auch im Falle der Saurüsselalm tun, wenn die Voraussetzungen vorlägen. Maßgeblich werde hier auch die Positionierung der Gemeinde sein, die dem Landratsamt aber ebenfalls nicht bekannt sei, da der Antrag ja nicht behandelt worden sei. Stadlers Schlussfolgerung: „Es bleiben ganz viele Fragezeichen.“

SGT sieht Rückzug Haslbergers als Eingeständnis an

Eindeutig fällt dagegen das Fazit der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) nach der Sitzung aus. Vorsitzende Angela Brogsitter-Finck sieht in der Rücknahme des Antrags ein Eingeständnis Haslbergers: „Er hat offenbar eingesehen, dass die Bauten nicht rechtens sind.“ Jetzt müsse eben das Landratsamt durchgreifen. gab

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