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Noch mehr Schwarzbauten in Wolfratshausen? Politikerin hat konkreten Verdacht

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Von: Dominik Stallein

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Schwarzbauten in Wolfratshausen
Bekannter Fall: Insgesamt drei Einfamilienhäuser am Isarspitz 24, 24a und 25 in Wolfratshausen muss der Bauherr bis spätestens 1. Oktober wieder abreißen. Das verlangt die Untere Bauaufsichtsbehörde am Landratsamt – denn alle drei Gebäude sind Schwarzbauten. © Hermsdorf-Hiss

Die Schwarzbauten in Weidach müssen abgerissen werden. Der Fall machte deutschlandweit Schlagzeilen. Im Bauausschuss der Stadt kam ein neuer Verdacht auf.

Wolfratshausen – Ein Waldramer möchte sein Auto unter ein Dach stellen. Er beantragte deshalb – auch wenn im Bebauungsplan andere Flächen für eine Garage vorgesehen wären – eine Doppelgarage auf sein Grundstück bauen zu dürfen. Sechs mal sechs Meter sollte der Anbau messen. Im gültigen Bebauungsplan des Grundstücks ist ein Baufenster für eine Einzelgarage vorgesehen.

Noch mehr Schwarzbauten in Wolfratshausen? „Unterlagen fehlen“ - Politikerin hat Verdacht

Der Antragssteller nannte der Kommune zwei Referenzgebäude, die in der näheren Umgebung liegen. „Dort sind größere Nebengebäude in ähnlicher Form an den Bestandsgebäuden angebaut“, schrieb das Baureferat in die Sitzungsvorlage des Bauausschusses. Der hatte darüber zu befinden, ob diese Gebäude in der Nachbarschaft die Überschreitung des Bebauungsplans rechtfertigen können. Die Abstimmung fiel mit 2:7 klar dagegen aus. Allerdings gab es zuvor einen heiklen Verdacht.

„Anscheinend sind es Schwarzbauten“ - Bürgermeister schreitet ein

Die als Referenz genannten Gebäude stehen nämlich tatsächlich. Unterlagen zu diesen Bauten sind „bei der Stadt jedoch nicht vorhanden“, so das Rathaus. Gerlinde Berchtold (SPD) meinte: „Anscheinend sind es Schwarzbauten.“ Die Stadträtin, die seit jeher gegen die Praxis einiger Bauherren kämpft, haderte aus diesem Grunde damit, dem Antragssteller seinen Wunsch abzuschlagen.

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„Wenn ich dagegen stimme, dann habe ich die Schwarzbauten gesehen, aber demjenigen, der es auf offiziellem Wege machen möchte, würde ich Steine in den Weg legen.“ Vize-Bürgermeister Günter Eibl schritt ein: „Es gibt keine Unterlagen zu den Garagen. Das heißt aber nicht automatisch, dass es sich um Schwarzbauten handelt.“

Schwarzbauten in Wolfratshausen: Eigentümer hat eine letzte Hoffnung

Der Ausschuss habe nur über den vorliegenden Antrag zu befinden. Das tat das Gremium deutlich. Als Gründe für das Nein führten die Räte zu großflächige Überschreitungen der Baufenster an.  

Das Wort „Schwarzbauten“ ist in Wolfratshausen inzwischen ein Reizwort. Die drei Einfamilienhäuser die abgerissen werden sollen haben deutschlandweit Schlagzeilen gemacht. Der Bauherr hat jedoch noch eine letzte Hoffnung.

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