Das sagen unsere User

"Ich fasse es nicht": Reaktionen aufs Schwarzfahrer-Urteil

+
Er musste 40 Euro zahlen - viele unserer Nutzer finden das Urteil gegen den notorischen Schwarzfahrer aus Gilching nicht gerecht.

Gilching - Das milde Urteil gegen den notorischen Schwarzfahrer (46) aus Gilching hat bei unseren Lesern für Empörung gesorgt. Der gemeinsame Tenor: Darf jetzt jeder machen, was er will?

Mit Unverständnis reagieren unsere User auf merkur-online und tz.de darauf, dass der Prozess gegen den notorischen S-Bahn-Schwarzf ahrer aus Gilching gegen eine Auflage von gerade mal 40 Euro eingestellt worden ist. „Zehn Millionen Euro Schaden durch Schwarzfahrer und dann so ein Urteil. Ich fasse es nicht", schreibt MarthaHilmer.

Verbittert gibt sich auch Vroni: „Was soll man zu diesem Mann noch sagen? Für 40 Euro 'Spende' plus 40 Euro vom MVG verlangtes erhöhtes Beförderungsentgelt könnte man auch oft legal Bahn fahren! Für sein Fehlverhalten ist er auch noch stolz, und das Gericht gibt ihm hierbei recht!" Helmut Hahl fragt auf Facebook: "Kennen die Gerichte keine Gerechtigkeit mehr?"

„Ein Freibrief für Ellbogen-Egoismus"

SokratesMI versteht die Welt nicht mehr: „Charakterlose Ignoranz sozialer Gefüge wird per Richterspruch anerkannt. Da brauchst Dich nimmer fragen, warum jeder macht, was er grad will! Das ist ein weiterer Freibrief für Ellbogen-Egoismus!"

Doch was bedeutet das Urteil des Landgerichts München II für andere Fälle? User Tommy zieht einen interessanten Rückschluss: „Was lernen wir daraus? Man muss seine nicht so rechtmäßigen Absichten oder Straftaten einfach nur ankündigen, die geltenden Bestimmungen und Gesetze für unsozial oder dumm halten, und schon kann einem nichts mehr geschehen und man ist aus dem Schneider.“ Viele sehen es ähnlich wie Tommy: „Darf ich mir jetzt auch ein Schild umhängen und täglich schwarz fahren, und ein anderes, um mich im Supermarkt kostenlos zu bedienen?", fragt Gibtsdochgarnicht.

Mit Schild hätte Hoeneß nicht in den Knast gemusst

Franzl ist sauer: „Heißt das, dass er jetzt weiter brav schwarzfahren darf und ihm nix passiert? Wieso zahl ich Trottel dann monatlich einen dreistelligen Betrag, wenn‘s am Ende eh egal ist???" Häschen: „Du hängst dir das Schild um und machst vielleicht noch ein Selfie. Und wenn du das verpennst, nervst du das Gericht, bis es in die Knie geht." Geht es nach Richterin, hätte Uli Hoeneß seine Haftstraße ganz leicht umgehen können: „Da hätte sich der Uli ein Schild umhängen müssen: ‚Ich zahle keine Steuern‘, und alles wär gut gewesen!“ G.M. macht gleich selber die Probe aufs Exempel: „Ich werde das mit dem umgehängten Schild heute Abend mal an der Tankstelle versuchen. Hätte die Supermarktangestellte, die wegen Essens aus dem Mülleimer vor Gericht ihren Job verlor, wohl auch besser mal getan..."

„Wir sind alle Schildbürger!"

Mit einem zynischen Appell reagiert User ich auf das Urteil: „Ich glaube, das wird ein Mordsspektakel in den Zügen. Denn einer unserer wichtigsten Rechtsgrundsätze ist ‚gleiches Recht für alle‘. Alles klar? Alle Mann (und Frau) so ein Schild umhängen und los geht's! Wir sind alle Schildbürger!" 

Es gibt aber auch Sympathien für den Gilchinger Schwarzfahrer. Michel übt lieber Kritik am Kontrollsystem: „Es ist einfach nicht richtig, dass man, nur weil man zu faul oder zu geizig ist, sich das Kontrollieren der Fahrkarten einfach sparen darf. Und wenn man im öffentlichen Nahverkehr nicht aufpasst? Dann ist man gleich kriminell, weil es so schön bequem und billig ist, dass (beinahe) keiner kontrolliert. So geht es halt nicht. Und das will er zeigen. Ein Pfeiferl-Blaser (Whistleblower) ist er. Ganz was Schlimmes also. Besonders in Bayern."

mas

 

auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Pflege zu teuer: Pensionär holt seine Frau wieder nach Hause
Pflege zu teuer: Pensionär holt seine Frau wieder nach Hause
Vermisster 23-Jähriger wieder aufgetaucht
Vermisster 23-Jähriger wieder aufgetaucht
Schulbus auf Irrfahrt: Kinder in Panik
Schulbus auf Irrfahrt: Kinder in Panik
Starnbergerin erkrankt dreimal an Legionellen
Starnbergerin erkrankt dreimal an Legionellen

Kommentare