Eltern verzweifelt

„Es ist die Hölle!“ - Gewalt und Chaos an der Olchinger Mittelschule?

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Beispielfoto

Gewalt unter Schülern, aggressive Lehrer und Chaos im Unterricht: Eltern schildern die Zustände an der Mittelschule Olching als sehr problematisch. Die Rektorin wehrt sich.

Olching – Plötzlich wollte die Tochter von Hans-Dieter F. morgens nicht mehr aufstehen. Die Zehnjährige klagte über Bauchschmerzen. Ihr war ständig übel. Dann die erste Sechs in Mathe. Für ihren Vater war das unbegreiflich. Das Mädchen war früher immer vor ihm wach, freute sich auf die Schule. Sie war eine eifrige Schülerin, konnte das Ende der Ferien kaum abwarten. Doch das war, bevor sie an die Olchinger Mittelschule wechselte. „Die haben meiner Tochter in kürzester Zeit die Lust an Schule genommen“, klagt F.. Er handelte sofort: Nach nur fünf Monaten wechselte sein Kind an eine Privatschule in München. Seitdem weckt die Tochter wieder den Papa.

Das Kind erzählt von Gewalt in der Schule

Für den Vater, der auch im Elternbeirat der Mittelschule saß, ist das Kapitel keineswegs abgeschlossen. Der 57-jährige Krankenpfleger, der mit seiner Familie erst 2017 nach Olching zog, wollte mit der Rektorin sprechen. Er wollte schildern, was seine Tochter ihm nach mehrmaligem Nachfragen erzählte: Überforderte Lehrer würden aggressiv auftreten. Im Unterricht herrsche Chaos. Bis dieser überhaupt beginnen könne, vergehe oft eine halbe Stunde, mit dem Stoff hinke man hinterher. Schüler würden andere die Treppe herunterstoßen, sich prügeln. Ein Kind schlug einmal mit dem Kopf gegen die Tafel, so dass es blutete. Häufig stünde der Rettungsdienst vor der Tür. 

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Der besorgte Vater kam noch einmal in die Schule – die Rektorin tauchte zum vereinbarten Termin aber nicht auf. „Das hat dem Ganzen die Krone aufgesetzt“, berichtet F. Er wendete sich mit einem offenen Brief an die Verantwortlichen sowie an Schulamt und Tagblatt.

Auch der Elternbeirat schlägt Alarm

Unterstützung kam prompt. Andere Mitglieder des Elternbeirats gehen zu „100 Prozent“ konform mit den von F. geschilderten Zuständen. Nur wollen die Eltern nicht namentlich genannt werden, da ihre Kinder noch in der Schule sind und sie Repressalien fürchten. „Es ist die Hölle“, sagt eine Mutter. Die Gründe seien vielfältig. In der Schule würde es sehr engagierte Lehrkräfte geben, denen allerdings die Hände gebunden seien und die kaum gegen die schwarzen Schafe unter den Kollegen ankämen. Manche Lehrkräfte würden ihre Vorbildfunktion nicht erfüllen, heißt es. Sie kämen zu spät, würden vor der Schule trotz Rauchverbots rauchen und unmöglich mit den Kindern sprechen. „Du taugst doch eh nichts“ sei da zum Beispiel zu hören. 

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Und die Schüler machten sich untereinander das Leben zur Qual: In einer Klasse seien einem Buben das Nasenbein gebrochen worden. In einer anderen Klasse sei ein Mädchen ein halbes Jahr lang brutal gemobbt worden. Eine Mitschülerin habe ihr in die Flasche gespuckt, sie geschlagen und furchtbare Lügen über sie erzählt, bis sie völlig isoliert war.

Der Elternbeirat betont, seit Jahren immer und immer wieder auf die Probleme hingewiesen zu haben. Man habe sich auch an übergeordnete Stellen gewandt.

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Im Schulamt will man von den Problemen bisher nichts gewusst haben und die Vorwürfe nun erst prüfen. Das Landratsamt teilt mit, dass sich die Rettungseinsätze an der Schule im Mittelmaß bewegen würden und nicht besonders herausstechen, nennt aber keine konkreten Zahlen. Die Rektorin der Mittelschule indes will zu den konkreten Vorwürfen keine Stellung nehmen, verteidigt sich aber in einzelnen Punkten. So habe sie den Termin mit F. nicht wahrnehmen können, weil eine Besprechung im Rathaus länger gedauert habe als erwartet.

Sie betont zudem, dass es an ihrer Schule viele Schüler gebe, die aus „schwierigen Elternhäusern“ kommen. „Wir rennen jeden Tag 20 Kindern nach, die unentschuldigt fehlen“, sagt sie. Der Elternbeirat solle nicht die Schulleitung kontrollieren, sondern die Zusammenarbeit mit den Schülern verbessern. Die Schule tue hier alles, arbeite mit sonderpädagogischen Diensten und Psychologen zusammen. Allerdings dauere es aufgrund von bürokratischen Hindernissen oft, bis das Wirkung zeige.

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