Schwerer Unfall auf B388: 22-Jähriger stirbt - Wer saß am Steuer?

Bockhorn - Bei einem schweren Disko-Verkehrsunfall auf der B388 Erding – Taufkirchen ist am frühen Montagmorgen ein 22-Jähriger getötet worden.

Zwei weitere Insassen, 17 und 18 Jahre alt, erlitten schwere Verletzungen. Pikant: Die Überlebenden schweigen, wer am Steuer saß.

Der Notruf ging kurz nach 5 Uhr bei der Integrierten Leitstelle Erding ein. Bodo Urban, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Erding, berichtet, dass die drei jungen Männer aus dem südlichen Landkreis auf dem Heimweg von einer Taufkirchener Diskothek waren. Dort hatten sie die ganze Nacht über gefeiert. Auf Höhe des Weilers Kreuthhäusl (Gemeinde Bockhorn) kam der Nissan X-Trail von der Fahrbahn ab. Der schwere Geländewagen war nur mit Sommerreifen ausgerüstet.  

Bilder vom Unfallort

Schwerer Unfall auf B388: Ein Toter, zwei Verletzte

Gerichtsmediziner untersuchen Opfer

Offensichtlich war der Wagen viel zu schnell dran. Zwar gelang es dem Fahrer zunächst noch, den Nissan wieder auf die Straße zu bringen. Danach schleuderte der Wagen aber in den Graben, durchbrach ein Gebüsch und wurde dann noch über ein Bushäuschen geschleudert. Zum Schluss landete er völlig zerstört auf der Fahrerseite auf dem Asphalt.

Ersthelfer, die zufällig an der Unfallstelle vorbeikamen, fanden die drei Insassen übereinanderliegend im Wrack vor. Der 22-Jährige war so schwer verletzt, dass er noch auf der Fahrbahn reanimiert werden musste – nach minutenlangem Kampf allerdings ohne Erfolg. Er verstarb an der Unglücksstelle.

Die Feuerwehren Grünbach, Kirchasch, Bockhorn und Erding eilten auf die B 388. Zudem wurden die First Responder aus Grünbach verständigt. Aus Erding und Dorfen machten sich Notärzte auf den Weg, dazu drei BRK-Rettungswagen aus Erding und Markt Schwaben. Der Rettungshubschrauber Christoph München war bereits in der Luft, konnte dann aber doch wieder abdrehen.

Die anderen beiden Insassen zogen sich schwere Verletzungen zu und wurden ins Kreiskrankenhaus Erding eingeliefert. Bei einem war noch am Vormittag eine Notoperation erforderlich. Laut Urban besteht jedoch keine Lebensgefahr. Der Kommissar berichtete, dass alle drei Beteiligten unter erheblichem Alkoholeinfluss gestanden hätten. Blutentnahmen wurden angeordnet.

Für die Beamten eine absolute Seltenheit: „Die Überlebenden weigern sich, Angaben darüber zu machen, wer den schweren Wagen gefahren hat“, so Urban. Am Nachmittag teilte die Polizei mit, dass die Jugendlichen angaben, sie könnten sich nicht mehr erinnern, wer am Steuer saß.

Vielleicht erhoffen sie sich so, nicht zur Rechenschaft gezogen werden zu können. Nun sind aufwändige Gutachten erforderlich. Unter anderem wird das Fahrzeug auf Faser- und Mikrospuren abgesucht, um so zu ermitteln, wer am Steuer saß. Die Staatsanwaltschaft Landshut setzte nicht nur einen Gutachter ein, sondern entsandte auch Gerichtsmediziner ins Krankenhaus und in die Leichenhalle, um die jungen Männer hinsichtlich ihrer Position im Fahrzeug zu untersuchen. „Das ist wirklich extrem selten“, so der Vize-Dienststellenleiter.

Abschnitt gilt als Unfallschwerpunkt

Die B 388 war bis in den Vormittag hinein zwischen Grünbach und der Abzweigung Maria Thalheim komplett gesperrt, Feuerwehr und Straßenmeisterei richteten eine Umleitung ein. Der Abschnitt gilt als Unfallschwerpunkt. Unweit dieser Unfallstelle war im Spätsommer ein älteres Ehepaar bei einer unverschuldeten Frontalkollision getötet worden. Einige Meter weiter, auf der Abzweigung nach Maria Thalheim, kracht es ebenfalls immer wieder. Bei zwei Unfällen im Herbst gab es eine Tote und mehrere Schwerverletzte zu beklagen.

Hans Moritz

Rubriklistenbild: © Herkner

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