Er sollte Müll-Lkw bergen

Kran kippt um und spaltet Bungalow

Holzhaus - Er sollte Hilfe bringen und sorgte für noch größeren Schaden: Ein Kran, der einen im Matsch festgefahrenen Müll-Lkw bergen sollte, ist am frühen Nachmittag in ein Haus in Holzhaus gekracht.

„Stehst du gerade? Dann setz dich lieber hin. Bei dir liegt ein Autokran in der Haustüre!“ Mit diesen Worten meldete sich gestern Mittag der Vermieter eines Einfamilienhauses bei seinem Mieter, als er den am Arbeitsplatz erreichte. Kurz zuvor war im Weiler Holzhaus bei Hörgertshausen (Kreis Freising) ein 50-Tonnen-Kran umgekippt und hatte sich mit seinem Arm durch der massive Bungalow gebohrt.

Es ist später Montagvormittag, als sich die Müllabfuhr ihren Weg durch den verschneiten Waldweg bei Holzhaus bahnt, hinauf zum freistehenden Einfamilienhaus. Der Boden rings um das Gebäude ist vom Tauwetter aufgeweicht, beim Wenden versinkt der Müllwagen im Schlamm. Zwei Traktorfahrer werden gerufen, doch auch sie können den Lkw nicht aus dem Matsch ziehen. Ein Autokran muss her.

Der 45-jährige Kranführer einer Mainburger Firma hat keine Mühen, das Müllauto aus dem Morast zu befreien. Doch gerade, als er die Stützen seines roten Schwergewichts einfahren will, neigt sich der Autokran zur Seite – und kippt mit dem Arm voran in das Haus. Der Kranführer schafft gerade noch den rettenden Sprung aus dem Führerstand, einen Augenblick später kracht der Stahlkoloss in den Eingangsbereich des Bungalows und reißt eine gewaltige Schneise durch die Mitte des Gebäudes, nur wenige Meter neben dem Schlafzimmer der Bewohner. Auch ein parkender Mercedes Sprinter wird gerammt. Der Kran bleibt auf der Seite liegen.

Holzhaus: Kran stürzt in Bungalow

Das große Glück im Unglück: Keiner der Bewohner hatte sich zu dieser Zeit im Haus befunden. Der Kranführer verletzte sich beim Sprung leicht am Knie, kam vorsorglich ins Krankenhaus. Laut Polizei wurde ihm wohl ein Bedienungsfehler zum Verhängnis. Der Schaden liegt nach ersten Schätzungen bei über 50 000 Euro. Das THW sowie umliegende Feuerwehren aus Hörgertshausen und Nandlstadt sicherten die Unfallstelle ab und fingen austretende Flüssigkeiten des Krans auf. Die Polizei schickte einen Helikopter für Luftaufnahmen. Die Bergungsarbeiten konnten am Montag nicht mehr beendet werden, da das Gelände für noch schwereres Gerät stabilisiert werden musste. Ob das Haus weiter bewohnbar ist, muss nun ein Statiker prüfen.

Von Armin Forster

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