Mei, hat des g'scheppert! 627 Blitze im Umland

Heimstetten - Eine pechschwarze Wolke, aus der unzählige Blitze zuckten, wälzte sich am Sonntagabend von Westen her auf München zu. Dann öffnete der Himmel seine Schleusen!

In Minutenschnelle liefen in Aubing und einigen Umlandgemeinden zahlreiche Unterführungen voll. Die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun, um abgesoffene Keller wieder leerzupumpen.

Die Bilder

Blitz und Donner in Heimstetten

Beim Blitz-Informationsdienst von Siemens (blids.de) sah man die gewaltige Gewitterfront auf München zurollen. Über ein Netz von Antennen können Blitzeinschläge sehr genau lokalisiert und registriert werden. Ein erstes Gewitter ging gegen 16 Uhr im Norden nieder. Kurz vor 21 Uhr erreichte dann das große Gewitter den Westen der Stadt. Es blitzte und krachte im Sekundentakt.

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In einem Umkreis von 20 Kilometern um den Stachus registrierte blids.de 627 Blitze! „Das sind ungefähr ein Blitz pro Quadratkilometer“, so Firmensprecher Stephan Thern zur tz. Wobei die Zahl der Einschläge stark variiert: Eine der heftigsten Gewitterzellen befand sich über Gröbenzell. Einschläge von ungewöhnlicher Häufigkeit gingen auch im Süden zwischen Würmtal und Isartal nieder. Besonders heftig schepperte es auch im Norden und Nordosten etwa in Dachau, Karlsfeld, Unterschleißheim, Garching und Unterföhring. Das Stadtzentrum und der Süden blieben dagegen weitgehend verschont. Innerhalb des Mittleren Rings registrierte Blids lediglich zwei Einschläge im Olympiazentrum.

Zufall? „Ja“, sagt Stephan Thern. Manchmal treffe ein Gewitter auch die Stadtmitte besonders stark. „Wobei schon erstaunlich ist, dass die Türme der Frauenkirche fast nie von Blitzen getroffen werden“, fügt Thern hinzu. „Der Olympiaturm dagegen ist besonders attraktiv für Blitze.“

Dort, wo es besonders viel krachte, ging auch ein heftiger Starkregen nieder. Gegen 21.07 Uhr lief in Aubing die Bahnunterführung Limes-/Altostraße voll. Gegen 21.30 Uhr bildete sich ein „See“ unter der Bahnunterführung Bodenseestraße, aus dem ein Autofahrer nicht mehr herauskam. Das Fahrzeug musste geborgen werden. Voll liefen auch die Unterführung Anton-Böck-Straße sowie ein Fußgängertunnel am S-Bahnhof Planegg. Die Feuerwehr wurde 35 Mal gerufen, um Keller und Tiefgaragen leerzupumpen.

Eberhard Unfried

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