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Schnäppchenjagd im Schwimmbad: Gemeinde verkauft Wellenberg-Inventar

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Von: Felix Herz

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ein leeres Becken in einem Schwimmbad
Ohne Wasser: das große Becken im Innenbereich. © Dominik Bartl

Noch einmal in diesem Jahr wurde der Wellenberg aufgesperrt. Interessierte konnten das Inventar des inzwischen geschlossenen Schwimmbads erwerben.

Oberammergau – Früher war alles anders. Da spazierten die Besucher mit dicken Taschen in den Wellenberg. Bepackt mit Handtüchern, Bikinis und was man eben sonst so alles braucht, um Wasserratte zu spielen. Am Freitagabend aber marschierten die Gäste mit leeren Händen in das Oberammergauer Schwimmbad – und verließen es mit vollen.

Tische, Stühle, Vasen – verschiedene Einrichtungsgegenstände schleppten sie zu ihren Fahrzeugen nach draußen. Die einen mit ein Stück Wehmut in der Brust, die anderen mit Glücksgefühlen über ihre erfolgreiche Schnäppchenjagd.

Schnäppchenjagd in Schwimmbad: Verkauf spült Geld in die kommunale Kasse

Die Gemeinde Oberammergau hat die Aktion organisiert. Zwei Stunden, von 17 bis 19 Uhr, sperrte sie die Pforten des Schwimmbads für den letzten Ausverkauf auf. Das Inventar wird nicht mehr benötigt, Geld in der kommunalen Kasse dafür schon. Letztendlich hätte man Restposten teilweise kostenpflichtig entsorgen müssen.

Menschen mit Möbeln stehen herum
Tische, Vasen, Pflanzen und vieles mehr können sich die Interessierten mit nach Hause nehmen. © Dominik Bartl

Seit Anfang des Jahres wird die Facebook-Seite des Wellenbergs nicht mehr gepflegt, auf der Homepage widmet sich der letzte Beitrag der Schließung am 1. Oktober 2022. Die Ortspolitik hatte sich nach jahrelangem Kampf um den defizitären Planschtempel dazu durchgerungen, diesen zuzusperren. Der Druck durch Personalengpässe und die Preissteigerungen in Folge der Energiekrise war zu groß geworden. Jetzt strebt die Kommunen einen Freibadebetrieb im Sommer an. Ein entsprechendes Konzept liegt dafür aber noch nicht vor.

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Schnäppchenjäger lassen nicht lange auf sich warten: Liegen heiß begehrt

Feststeht dafür, dass im Innenbereich Schicht im Schacht ist. Um Punkt 17 Uhr öffnete sich die Tür zum Wellenberg. Wer Bares im Portemonnaie hatte, konnte fast alles erwerben. Die Schnäppchenjäger ließen nicht lange auf sich warten, sogar aus den umliegenden Ortschaften kamen die insgesamt rund 120 Kaufinteressenten.

Einigen ging es aber nicht darum, für wenig Geld Dekorationen und Co. abzustauben. Sie wollten ein Stück Erinnerung an die goldenen Zeiten ihrer Kindheit mit nach Hause nehmen.

Sparen konnten die Besucher so oder so. „Wir haben die Preise über die Hälfte vom Einkaufspreis reduziert und dann nochmals vergünstigt“, sagt Christian Ostler, der Rathausgeschäftsführer. Dadurch wollte die Gemeinde einen Handel wie am Basar ausschließen. Trotzdem versuchte manch einer sein Glück. Besonders heiß begehrt: die Liegen. Einmal getestet und ab zur Kasse.

Begehrtes Inventar – wenn das Auto Platz bietet

Die modernen Lampen waren ebenso schnell vergriffen, Stühle und Tische gab es bereits ab fünf Euro. Sogar zwei Trampoline standen zum Verkauf, wie auch verschiedene Regale und Pflanzen. Nur wie die erworbenen Möbel nach Hause transportiert werden können, stellte viele vor eine Herausforderung – wenn das Auto nicht genug Platz bot. Am Ende gelang es aber jedem, sein neues Eigentum zu verfrachten.

Liegen werden in ein Auto geladen.
Ab ins Auto: Diese Käufer stapeln Liegen im Kofferraum. © Dominik Bartl

Viele Anwesende schwelgten in Erinnerungen an die schönen Stunden in dem beliebten Bad. Sie sahen es in einem Zustand, den sie nicht kannten. Die Räume – ausgeräumt. Die Technik der Bademeister – abgebaut. Löcher zierten die Decke. Sie waren hineingesägt worden, um die Leitungen zu kontrollieren. Frostige Kälte herrschte. Es war mehr als ein Einkauf für die Besucher – sie nahmen Abschied vom Wellenberg in seiner gewohnten Form. (Dominik Bartl)

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