Vermisste Tiere

Sechs Katzen weg: Halter sind in Sorge

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Der Katzenkorb ist verwaist: Seit einem Monat sucht Dr. Gabert Heidrich zusammen mit seiner Frau nach Kater Tiger.

Treibt in Pöcking ein Tierfänger sein Unwesen? Katzenhalter sind nach sechs verschwundenen Tieren jedenfalls in großer Sorge.

Der sehr zutrauliche Kater ist seit dem 20. Dezember spurlos verschwunden.

Pöcking – Tiger ist weg. Spurlos verschwunden. Auf den Tag genau vor einem Monat kam der kleine Kater nicht mehr von seinem Abendspaziergang zurück. Nun kann dem Tier vieles passiert sein – im schlimmsten Fall wurde er überfahren, im besten Fall ist er jemand anderem zugelaufen und wird dort von vorne bis hinten verwöhnt. Tigers Herrchen Dr. Gabert Heidrich glaubt mittlerweile aber weder an das eine noch an das andere. „Da ist doch etwas faul“, sagt der Arzt im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Denn Tiger ist nicht die einzige Katze, die in den vergangenen Monaten in Pöcking spurlos verschwunden ist. Mindestens fünf weitere Fälle kennt Heidrich.

Allein Christian Hörndl vermisst drei seiner vier Katzen – jeweils verschwunden im Abstand von einem Monat Mitte vergangenen Jahres. „Beim ersten Tier denkt man sich ja noch nichts“, sagt der Landwirt und Gemeinderat. Mit der Zeit dann aber schon – zumal Hörndl ein klares Muster ausgemacht hat: Alle drei verschwundenen Katzen seien extrem zutraulich gewesen. Ein Charakterzug, der im Übrigen auch auf Heidrichs Tiger zutrifft.

„Ich bin der Meinung, dass das keine natürliche Ursache hat“, sagt Hörndl. Hinzu kommt, dass auch mit Katze Morgana etwas passiert sein muss. Sie ist die einzige Katze, die der Landwirt derzeit noch hat. Und sie kam eines Morgens mit gebrochenem Schwanz zurück auf den Hof. „Sie hatte keine weiteren Verletzungen“, erzählt Hörndl. Deswegen glaubt er nicht, dass sie zum Beispiel mit einem Fuchs gekämpft hat. „Ich denke eher, das war ein Mensch“, sagt der 52-Jährige.

Befürchtung: Ein aktiver Tierfänger in der Gegend

So wie im vergangenen Jahr Hörndl, so lässt jetzt auch Gabert Heidrich nichts unversucht, um seinen Liebling wiederzubekommen. Er hat mit Tierärzten und mit dem Tierheim gesprochen, er war bei der Polizei in Starnberg, und er hat etwa 200 Flugblätter in ganz Pöcking verteilt. Geschäfte, Rathaus – „der Zettel hängt überall“, sagt er. 

Und auch er äußert einen ganz bösen Verdacht: „Ich befürchte, wir haben einen aktiven Tierfänger in der Gegend.“ Eine Vorstellung, die ihn und seine Frau genauso erschaudern lässt wie die Familie Hörndl. „Wenn eine Katze von einem Auto überfahren wurde, gibt es wenigstens einen Abschluss“, sagt Christian Hörndl. „Aber so...“

„Ohne Katze geht es nicht mehr“

Auch Christine Herrmann, der Leiterin des Tierheims Starnberg, kommt die ganze Sache komisch vor. „Das ist nicht normal“, sagt sie über die Häufung der verschwundenen Katzen. „Dass mal ein Tier verschwindet, ja, aber so viele komplett vom Erdboden...“ Was sie Katzenhaltern rät? „Chippen ist ganz wichtig“, sagt sie. Der Mikrochip, der den Tieren implantiert wird, enthält die wichtigsten Informationen über die Eigentümer der Katze. Die meisten Tierärzte, Tierkliniken und auch das Starnberger Tierheim können diese Chips auslesen, falls die Tiere irgendwo abgegeben oder behandelt werden.

Dr. Gabert Heidrich hat derweil die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, seinen Tiger wieder in die Arme nehmen zu können. „Ich bin ein sehr positiv gestimmter Mensch“, sagt der Mediziner. Wer weiß, wo sich der erst anderthalb Jahre alter Kater aufhält, wird gebeten, sich unter 0171 / 656 51 71 zu melden. „Ohne Katze geht es nicht mehr“, sagt Heidrich.

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