Nach der Tat packt ihn die Reue

17 Jahre Zank nehmen schmerzhaftes Ende: Mann geht auf Nachbarin los - „Kopf wie Fußball behandelt“

Ein 49-jähriger Seefelder ist nach 17 Jahren Streit ausgerastet und hat seine Nachbarin verprügelt. Dafür musste er sich vor Gericht verantworten. 

Seefeld – Seit 17 Jahren machen sich zwei Seefelder Nachbarn wegen gegenseitiger Ruhestörungen das Leben schwer. Zähe Zivilrechtsprozesse und belastende Animositäten gipfelten Anfang Oktober 2017 in der massiven Attacke des 49-jährigen Konstrukteurs gegen seine 65-jährige Nachbarin. Vor dem Starnberger Amtsgericht musste sich der Seefelder jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Als Nebenklägerin anwaltlich vertreten schilderte die geschädigte Rentnerin den Vorfall jener Herbstnacht. Als sie kurz vor Mitternacht aus dem Haus ging, sei es zunächst zu einem Wortwechsel mit ihrem Nachbarn gekommen. „Als ich die Haustür verließ, schrie er“, so die 65-Jährige. Der erst kürzlich verwitwete Mann habe ihr angekreidet, für den Tod seiner Frau verantwortlich zu sein, denn diese hatte sich die Nachbarschaftsquerelen offenbar sehr zu Herzen genommen. Auch sei der Angeklagte vor Morddrohungen nicht zurückgeschreckt. „Er würde mir auflauern und mich umbringen, wenn keiner in der Nähe ist“, schilderte die zierliche Rentnerin die Situation.

„Beim zweiten Mal hat es gekracht“

Alkoholisiert, die Rede ist von rund 1,58 Promille im Blut, rastete der 49-Jährige offensichtlich aus und ließ schließlich die Fäuste sprechen. Wohl schon beim ersten Schlag ging die Rentnerin zu Boden. Vor Gericht gestand der Angeklagte den ersten Schlag ebenso wie zwei weitere Faustschläge, mit der er das bereits am Boden liegende Opfer malträtierte. „Beim zweiten Mal hat es gekracht“, sagte der Angeklagte.

Unmittelbar nach der Tat packte den Mann sogleich die Reue. Gegenüber den Polizisten soll der alleinerziehende Vater mehrfach in Tränen ausgebrochen sein. Laut Schilderung der Rentnerin gingen die Aggressionen des Nachbarn wohl auch weit über drei Faustschläge hinaus: „Es kamen immer wieder Tritte gegen den Kopf, Oberkörper und Nacken. Ich hatte das Gefühl, er behandelt meinen Kopf wie einen Fußball. Ich wurde ungefähr zehnmal getroffen.“ Die 65-Jährige schloss ausdrücklich aus, dass es sich lediglich um Faustschläge gehandelt habe. Sie erlitt in jener Nacht mehrere Frakturen, Schädelhämatome sowie eine Risswunde an der Lippe.

Im Zeugenstand merkte die Frau an, dass auch Nachbarn den Vorfall mitbekommen hätten. Für Richterin Christine Conrad Grund genug, weitere Ermittlungen in Gang zu bringen und auch die Augenzeugen aussagen zu lassen. Bis zur Verhandlungsfortsetzung haben die Parteien zudem Zeit, sich mittels eines Täter-Opferausgleiches zu verständigen. Im Raum steht eine Schmerzensgeldzahlung von 10 000 Euro.

nh

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Rubriklistenbild: © dpa / Peter Kneffel (Symbolbild)

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