Serie zum Airport-Jubiläum

Flughafen München: So arbeiten Feuerwehr und Polizei vor Ort

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Die Anlage für Brandsimulation am Münchner Flughafen.

Der Münchner Flughafen feiert heuer seinen 25. Geburtstag. Wir schauen im heutigen Teil unserer Airport-Serie auf die Feuerwehr und Polizei vor Ort.

München - Das 25-jährige Jubiläum des Flughafens im ­Erdinger Moos konnte die Feuerwehr schon vor einigen Jahren feiern: Bereits 1988, also vier Jahre vor der Eröffnung, wurden die ersten Fahrzeuge und Einsatzkräfte als sogenannte Außenwache stationiert. Schließlich hätte es ja auch auf einer Baustelle brennen können… Heute, auf dem fertigen Flughafen, reden wir von eine XXL-Feuerwehr mit zwei Feuerwachen, die für die Sicherheit sorgt. Laut der internationalen Luftfahrt-Empfehlungen soll jeder Punkt des Geländes in maximal 180 Sekunden nach dem Alarm erreicht werden.

Allzeit bereit: 193 Feuerwehrler sind in zwei Feuerwachen am Flughafen rund um die Uhr im Dienst.

Dafür steht den 193 Feuerwehrmännern und -frauen ein stattlicher Fuhrpark zur Verfügung. Unter anderem können sie mit zwei Kommandowagen ausrücken, mit zwei Drehleitern, neun speziellen Flughafenlöschfahrzeugen, zwei Rettungstreppen, einem Teleskopstapler, fünf sogenannten Hilfeleistungslöschfahrzeugen und drei Mannschaftstransportwagen. Insgesamt umfasst der Fuhrpark 43 Fahrzeuge. Neueste Errungenschaft ist der Einsatzleitwagen ELW2. 

Alles für die Sicherheit: Feuerwehr und Sicherheitspersonal sind rund um die Uhr einsatzbereit.

Wer bei der Flughafenfeuerwehr Dienst tut, muss körperlich fit sein, eine abgeschlossene Berufsausbildung und den Lkw-Führerschein haben. Neben den üblichen technischen Kenntnissen müssen die Wehrleute aber noch viel mehr können: Zu ihrer speziellen Ausbildung gehören unter anderem auch Flugzeugkunde und das Wissen um Gefahrgut und Strahlenschutz. Das Training für diese Herausforderungen läuft an einer der modernsten Anlage für Brandsimulation in Deutschland (siehe Artikelbild). In einer 44 Meter langen Flugzeugattrappe, die dem Rumpf einer Boeing 747 entspricht, kann man die Brandbekämpfung an Flugzeugen üben. Diese Anlage kann 15 verschiedene Brandszenarien realistisch simulieren.

Zu den weiteren Aufgaben der Flughafenfeuerwehr gehören auch Schulungen für die Mitarbeiter am Flughafen, Sicherheitswachen beim Betanken und Nachbarschaftshilfe außerhalb des Geländes. 

Alles für die Sicherheit: Feuerwehr und Sicherheitspersonal sind rund um die Uhr einsatzbereit.

Lesen Sie auch die weiteren Teile unserer Serie zum 25. Jubiläum des Flughafen München: So funktioniert die Gepäckbeförderung am Flughafen München und Blick in den Tower 

Der Superbus der Flughafen-Feuerwehr - rollende Kommandozentrale

Seit dem vergangenen Jahr können Großeinsätze am Flughafen noch besser koordiniert werden. Der neue Einsatzleitwagen (ELW2), der an der Feuerwache Süd stationiert ist, dient dabei als rollende Hightech-Kommandozentrale zur taktischen Unterstützung der Einsatzführung bei einem Alarm oder bei Krisensituationen. Rund 1,2 Millionen Euro hat der 18 Tonnen schwere Superbus gekostet, der von einem Sechszylindermotor mit knapp zwölf Litern Hubraum und 290 PS angetrieben wird. 

Die Details:

Kameramast: Er kann auf bis zu sechs Meter Höhe ausgefahren werden, um Bilder und Videos vom Einsatz aufzuzeichnen – unter anderem mit einem 36-fachTeleobjektiv. 

Serverraum: Im Heck des Busses befinden sich zwei 19-Zoll-Serverschränke. Mit den darin enthaltenen Komponenten werden Funk- und IT-Technik gesteuert. 

Funkraum: Zwölf verschiedene Funkgeräte (in Analog- und Digitaltechnik) für unterschiedliche Funkdienste werden von hier aus an vier Arbeitsplätzen bedient. In der Kommunikationszentrale des ELW2 gibt es auch umfassendes Kartenmaterial des Flughafens. 

Konferenzraum: Das riesige Fenster verschafft dem Einsatzleiter, dem Führungsassistenten und den anderen am Einsatz Beteiligten – zum Beispiel von Polizei, Behörden, Airlines, Rettungsdienst – einen guten Überblick übers Geschehen. Per Beamer lassen sich Kamerabilder oder Computerinhalte an die Wand werfen, zusätzlich gibt es noch ein Whiteboard. Im Einsatztagebuch werden alle hier getroffenen Entscheidungen aufgelistet und dokumentiert. 

Dach und Boden: Vom Dach des ELW2 aus lässt sich eine Markise bis zu vier Meter weit ausfahren, die noch bei Windstärke vier selbsttragend ist. In den Stauräumen lagert feuerwehrtechnische Ausrüstung. Ebenfalls unten im Bus ist ein Generator zur Stromversorgung untergebracht. 

Fahrerplatz: Neben unzähligen Knöpfen und vier verschiedenen Funkgeräten steht dem Fahrer ein Hilfsmittel zur Verfügung, mit dem das über zwölf Meter lange und 2,50 Meter breite Gefährt leichter bewegt werden kann: Beim Rangieren sieht der Mann am Steuer den Einsatzwagen auf dem Display aus der Vogelperspektive.

Der Superbus der Flughafen-Feuerwehr.

Diese Fälle hielten die Polizei in Atem

Es gibt nichts, was es nicht gibt – so könnte das Motto der Polizei am Flughafen lauten. Hier haben wir aus unserem tz-Archiv einige der spektakulären Fälle dokumentiert, die die Sicherheitskräfte in Atem hielten. Fast wöchentlich vermeldet die Pressestelle der Bundespolizei, dass den Beamten mal wieder ein größerer oder kleiner Fisch ins Netz gegangen ist, dass ein Schmuggelversuch aufgedeckt wurde oder dass eine noch ausstehende Geldstrafe vor der Ausreise doch noch bezahlt werden musste. Und an einem speziellen Serviceschalter kümmern sich die Beamten um Fragen, Sorgen und Nöte von Reisenden. Sie klären über Ausweis- und Visa­bestimmungen auf und versuchen – soweit möglich – bei abgelaufenen Dokumenten die Reise doch noch möglich zu machen. Skistar Lindsey Vonn kann’s bestätigen: Die Amerikanerin hatte im Februar 2015 ihren Pass in Salzburg vergessen, wollte aber von München aus zum nächsten Weltcuprennen nach Bulgarien fliegen. Die Beamten halfen mit einem Ersatzdokument. Den Stress hätte sich Vonn damals sparen können: Das Rennen wurde wegen schlechter Sicht abgesagt…

30. Juni 2004: Kurz nach dem Start einer Maschine Richtung Istanbul mit 158 Menschen an Bord zwingt ein Luftpirat den A320 zur Umkehr nach München. Großalarm! Verhandlungen beginnen. Ein Passagier nutzt einen unbeobachteten Moment und schubst den 28-jährigen Entführer durch die offene Tür aus der Maschine.

6. Dezember 2006: Wo ist Mona? Einem Passagier war im Terminal 1 bei der ­Sicherheitskontrolle eine Katze aus der Transporttasche gesprungen und ­abgehauen. Erst fünf Tage später konnte sie wieder eingefangen werden – in dieser Zeit hielt sie Polizei & Co. auf Trab.

14. Juli 2011: Weil die thailändische Regierung Schulden bei einer in Konkurs gegangenen bayerischen Baufirma hatte, ließ der Insolvenzverwalter den Königs-Flieger pfänden, der in München stand. Es ging um 30 Mio.!

31. Juli 2015: In einer Damentoilette im Parkhaus P20 entdeckt eine Passagierin ein neugeborenes Baby. Eine 23-Jährige, die kurz zuvor gelandet war, hatte das Mädchen dort zur Welt gebracht und einfach liegen gelassen. Das Baby, das den Namen Franziska erhielt, überlebte. Die Mutter wurde ermittelt und kam in Haft.

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