Sex-Knacki: Seit 35 Jahren macht er Jagd auf Kinder!

+
Sexuelle Gewalt gegen Kinder geschieht häufig in aller Öffentlichkeit (Symbolbild).

München - Am Heimstettener See missbrauchte ein Sex-Knacki(63) ein Mädchen (4) vor den Augen der hilflosen Mutter. Jetzt kam heraus: Der Mann macht seit über drei Jahrzehnten Jagd auf Kinder!

Der Fall sorgt für Empörung: Am öffentlichen Badestrand des Heimstettener Sees gelang es einem Pädophilen, ein kleines Mädchen in sein Gummiboot zu locken und mit der Kleinen auf den See hinauszurudern (tz berichtete). Am Freitag stellte sich heraus: Der 63-jährige Mann ist ein hochaktiver Serientäter, der bereits seit 35 Jahren Jagd auf Kinder macht – leider immer wieder mit Erfolg.

Lesen Sie dazu:

Heimstettener See: Sex-Knacki missbraucht Mädchen

Nach mehrfachen Haftstrafen war er zuletzt im sogenannten HEADS-Programm der Münchner Polizei für haftentlassene Sexualstraftäter gespeichert. Er stand zudem unter Führungsaufsicht und hat ein Kontaktverbot zu Kindern. Erst vor wenigen Tagen hatten ihn Polizisten in einem persönlichen Gespräch eindringlich gewarnt, wieder Kontakt zu Kindern aufzunehmen. Doch weder die drohende Strafe noch die Anwesenheit seiner Ehefrau konnten den Mann da­ran hindern, sich wieder an einem Kind zu vergreifen.

Und so nahm das Unheil seinen Lauf, als der Sexualtäter am Mittwochnachmittag mitten zwischen den planschenden Kindern mit seinem Gummiboot herumfuhr. Mehrfach lud er Kinder zu einer Bootsfahrt ein – auch die Vierjährige, deren Mutter zunächst nichts dagegen hatte. Sie war beruhigt, weil die Ehefrau des Mannes in der Nähe war. Und sie ging davon aus, dass er in Ufernähe bleiben würde.

Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern

Die neunjährige Corinna wurde am 29.07.2009 tot in einem Seitenarm des Flusses Mulde unweit ihres Elternhauses in Eilenburg gefunden. Sie fiel vermutlich einem Gewaltverbrechen zum Opfer. Die Ermittlungen dauern noch an. © ap
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Der neunjährige Dennis aus Scharmbeckstotel wurde am 05. September 2001 aus dem Schullandheim Wulsbüttel entführt. Am 19.09.2001 wurde die Leiche von Dennis in einem Waldstück bei Kirchtimke entdeckt. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Die achtjährige Michelle aus Leipzig wurde am 17. August 2008 auf dem Heimweg entführt. Am 21. August wurde ihre Leiche in einem Teich gefunden. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Der heute 73-Jährige Josef Fritzl hielt seine Tochter Elisabeth Jahrzehnte in einem Kellerverlies unter seinem Haus gefangen. Immer wieder vergewaltigte er sie und zeugte in der Zeit mit ihr sieben Kinder. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
In diesem Kellerverlies wurden die Opfer von Fritzl gefangen gehalten. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Im Jahr 2006 gelang Natascha Kampusch die Flucht von ihrem Peiniger Wolfgang Priklopil. Er begann daraufhin Selbstmord. © dpa
Die 6-jaehrige Ayla aus Zwickau wurde 17. Mai 2005 in der Naehe ihrer Wohnung von einem Mann in ein Auto gezogen worden.
Die sechsjährige Ayla aus Zwickau wurde am 17. Mai 2005 in der Naehe ihrer Wohnung von einem Mann in ein Auto gezogen, sexuell missbraucht und ermordet.. © dpa
Der Mörder von Ayla, Michael L. hat die Tat wenig später gestanden.
Der Mörder von Ayla, Michael L. hat die Tat wenig später gestanden. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Der jüngste traurige Fall: Die achtjährige Kardelen aus Paderborn wurde seit 12. Januar 2009 vermisst. Vier Tage später die traurige Gewissheit. Kardelen wurde sexuell missbraucht und getötet. © dpa
Die zehnjährige Adelina aus Bremen verschwand am 26. Juni 2001 nach dem Besuch beim Ur-Großvater. Ihre Leiche wurde später in einem Wald gefunden.
Die zehnjährige Adelina aus Bremen verschwand am 26. Juni 2001 nach dem Besuch beim Ur-Großvater. Ihre Leiche wurde später in einem Wald gefunden. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Die achtjährige Levke aus Cuxhaven wurde seit dem 6. Mai 2004 vermisst. Dreieinhalb Monate später wird ihre Leiche in einem Waldstück in Attendorn gefunden. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Die vier Jahre alte Madeleine McCann war am 3. Mai 2007 spurlos aus einer Ferienwohnung in Südportugal verschwunden. Bis heute ist der Fall ungelöst. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Gestanden hat der Mörder des neunjährigen Mitja vor Gericht in Leipzig. Der damals 43-Jährige hat den neunjährigen Buben mit in seine Wohnung genommen, vergewaltigt und erdrosselt. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Immer noch auf freiem Fuß sind die Täter, die das Leben des damals fünfjährigen Pascal auf dem Gewissen haben. Der Bub wurde 2001 in einer Kneipe in Saarbrücken vergewaltigt und erstickt. Seine Leiche wurde nie gefunden. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
In Riekofen im Landkreis Regensburg wird 2007 bekannt, dass der örtliche Pfarrer sich an einem Kind vergangen haben soll. Wie sich herausstellte war es nicht der erste Fall: Der Geistliche war bereits wegen sexuellen Missbrauchs vorbestraft. Das Ordinariat schweigt zu den Vorwürfen. © dpa
Am 15. September 1981 wird die zehnjährige Ursula Herrmann aus Eching am Ammersee entführt.
Am 15. September 1981 wurde die zehnjährige Ursula Herrmann aus Eching am Ammersee entführt. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
In dieser Kiste wurde sie von dem Täter gesteckt, in der sie qualvoll erstickte. © dpa

Stattdessen jedoch ruderte der 63-Jährige allein mit ihrer Tochter immer weiter auf den See hinaus. Vom Ufer aus sah die Frau plötzlich ihr Kind nicht mehr. Dafür machte der Mann verdächtige Bewegungen. Da sprang sie kurz entschlossen ins Wasser, schwamm dem Boot nach und zwang den Täter, sofort an Land zu rudern. Nach einer kurzen Befragung ihrer Tochter wurde die Polizei gerufen, die den Pädophilen festnahm. „Er sitzt seit Donnerstag wieder in U-Haft“, erklärte der stellvertretende Leiter des Kommissariats für Sexualdelikte, Ignaz Raab.

Der Serientäter hat das Kind körperlich nicht verletzt, sich jedoch offenbar vor den Augen der Kleinen befriedigt. Die Familie wird nun von erfahrenen Beamten des Opferschutz-Kommissariates betreut.

Der nun festgenommene, als rückfallgefährdet eingestufte Pädophile ist bereits seit der Einführung des HEADS-Programmes im Oktober 2006 gespeichert. Er ist einer von 800 Menschen, die die Polizei damals bereits im Auge hatte. Die aktuelle Zahl der Gespeicherten ist Verschlusssache und wird nicht bekannt gegeben. In HEADS sind ausführliche Steckbriefe rückfallgefährdeter Sexualtäter gespeichert. Jeder Wohnungswechsel, jede Auffälligkeit wird registriert. Davon erhoffen sich die Behörden eine bessere Überwachung. Weitere Sexualverbrechen verhindern jedoch kann auch HEADS nicht – wie dieser und so viele andere traurige Fälle beweisen.

Von Dorita Plange

Auch interessant

Meistgelesen

Drama bei München: Mann will rückwärts Einparken - und überrollt seine Ehefrau
Drama bei München: Mann will rückwärts Einparken - und überrollt seine Ehefrau
Wie im Thriller: Mann (20) von Gerichtsurteil schockiert - dann ergreift er spektakulär die Flucht
Wie im Thriller: Mann (20) von Gerichtsurteil schockiert - dann ergreift er spektakulär die Flucht
Gibt es jetzt doch noch einen Mini-Transrapid für den Flughafen?
Gibt es jetzt doch noch einen Mini-Transrapid für den Flughafen?
Heftiger Unfall auf A94: Frau kracht in Mittelleitplanke und kollidiert frontal mit PKW - dann wird sie zur Geisterfahrerin
Heftiger Unfall auf A94: Frau kracht in Mittelleitplanke und kollidiert frontal mit PKW - dann wird sie zur Geisterfahrerin

Kommentare