Justiz greift durch

Sexualverbrechen mitten in Erding - Staatsanwalt: Es war versuchter Mord

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Am Ufer des Fehlbach mitten in Erding geschah am 22. September 2016 das entsetzliche Verbrechen.

Die Justiz greift durch: Murat A. der im September vorigen Jahres in Erding eine Frau brutalst vergewaltigt haben soll, muss sich wegen versuchten Mordes verantworten. Nach der Haft droht ihm die Abschiebung.

Erding - Es ist eines der brutalsten Sexualverbrechen, das in Erding in jüngerer Zeit begangen wurde. Der 24 Jahre alte Murat A. steht im Verdacht, am 22. September 2016 am Fehlbach eine 40 Jahre alte Erdingerin brutalst vergewaltigt zu haben. Der Türke soll sich an seinem Opfer, das er flüchtig kannte, nicht nur vergangen haben, sondern ihm auch schwerste Verletzungen zugefügt haben. Die Frau musste um ihr Leben bangen. Mitten in der Nacht flüchtete sie vor ihrem Peiniger durch den Fehlbach.

Murat A. wurde kurz darauf festgenommen. Seither sitzt er in U-Haft. Nun steht die juristische Aufarbeitung bevor. Die Anklageschrift wurde im Februar beim Landgericht Landshut eingereicht, teilt Thomas Steinkraus-Koch von der Staatsanwaltschaft Landshut auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Die Ermittler hängen den Fall hoch und wollen durchgreifen: Murat A. wird sich wegen versuchten Mordes verantworten müssen. Damit droht dem jungen Mann eine lebenslange Freiheitsstrafe. „Es war anfangs strittig, ob von einem versuchten Tötungsdelikt auszugehen ist“, erklärt Koch. Doch die Ermittlungen der Kripo Erding ließen wohl keine andere Möglichkeit zu.

Murat A. hat sein Opfer schwerst verletzt. Unter anderem schlug er mit einer Bierflasche auf sie ein, trat und schlug gegen ihren gesamten Körper. Danach schleifte er sein Opfer am Ufer des Fehlbachs entlang. Die 40-Jährige soll sich tot gestellt haben, damit die Qualen endlich aufhören. Danach nutzte sie die Möglichkeit zur Flucht durchs Wasser.

Noch steht nicht fest, wann der Prozess beginnt. Dr. Rainer Wiedemann, Vizepräsident und Sprecher des Landgerichts Landshut, erklärt auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Anklage eingegangen sei. Über Eröffnung und Terminierung sei aber noch nicht entschieden. „Was den Prozess betrifft, befinden wir uns noch in einem frühen Stadium.“ Wiedemann rechnet mit einem Prozessbeginn im Sommer. Der versuchte Mord werde vor einer Schwurgerichtskammer verhandelt.

Der Fall macht nicht nur wegen seiner Brutalität betroffen. Hinzu kommt, dass Murat A. als Intensivtäter gilt, der immer wieder vor Gericht stand. Im Dezember recherchierte unsere Zeitung, dass der junge Mann in sein Heimatland abgeschoben werden sollte. Doch zum Vollzug durch das Landratsamt Erding kam es nie. Die Gründe sind unklar.

Die Lage ist bereits eine andere: Nach Angaben des Landratsamts wurde Murat A. mit Bescheid vom 11. Oktober 2016 ausgewiesen. Der Vollzug soll nach der Verurteilung und dem Verbüßen der Haftstrafe beziehungsweise eines Teils davon erfolgen – mit einem Wiedereinreiseverbot in die Bundesrepublik.

Der Prozess wird auch deshalb für Aufsehen sorgen, weil das Opfer von Rechtsanwalt Florian Ufer aus München vertreten wird – und damit von einer der renommierten Strafrechts-Kanzleien in Deutschland.

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