Für die Sicherheit beim Fliegen wird's intim

Bad Tölz - Eine Tölzerin (18) hat am Flughafen San Francisco den alltäglichen Sicherheits-Wahnsinn vom Nacktscanner bis zum Abtasten erlebt.

„Naja, es ist angenehmer, als vor allen Leuten die Hose auszuziehen.“ Svenja Müller-Schubert aus Bad Tölz, die ihren Vater regelmäßig in Kalifornien besucht, geht mit dem Thema „Nackt-Scanner“ ganz pragmatisch um.

Sie selbst bekommt auf dem Bildschirm neben dem umstrittenen Scanner nur ein Strichmännchen zu sehen. Bunte Flecken würden verdächtige Gegenstände am Körper anzeigen. „Die Beamten hinter dem Schalter haben die anderen Bildschirme, auf denen man alles sieht“, so die 18-Jährige: „Ich hoffe natürlich, dass die Bilder vertraulich bleiben.“

Die Alternative zum Nackt-Scanner ist der ganz normale Metall-Detektor plus einer Leibes-Visitation. Wenn es piept, „dann muss man in einen kleinen abgetrennten Raum und zum Beispiel die Hose ausziehen“, schilder die junge Frau. Das Unglaubliche daran: Zwar müssen die Textilien nicht im Blickfeld aller Wartenden fallen, „aber da standen bisher immer noch drei, vier andere Leute rum“, erklärt Müller-Schubert.

Erst vor wenigen Tagen ist sie wieder aus den USA zurückgekehrt. Dort kochen die Gemüter angesichts der zunehmend intimeren Untersuchungen am Flughafen allmählich über. „Nicht alle müssen durch den Nackt-Scanner, es werden sporadisch Leute aus der Schlange geholt - vor allem Frauen“, schildert die Tölzerin. Vermutlich, weil Frauen mehr Gelegenheit haben, etwas nahe am Körper zu verstecken.

Persönlich habe sie nichts gegen den Nackt-Scanner: „Das geht viel schneller vorbei als die anderen Methoden, und außerdem ist es bestimmt sicherer.“ Die Leibesvisitation ist ihr hingegen weniger angenehm: „Da wird man mit der Hand wirklich komplett abgetastet.“ Ein für sie völlig unverständlicher Bruch: „Wenn man dann innerhalb der Staaten fliegt, wird kaum noch kontrolliert.“

„München.“ Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen, als Svenja Müller-Schubert entscheiden soll, an welchem der beiden Flughäfen - München oder San Francisco - sie sich sicherer gefühlt habe. „In San Francisco gab es zwar alle fünf Meter eine Kamera, in Deutschland wurde dafür ein viel größeres Szenario veranstaltet.“ So habe die angehende Auszubildende als Pferdewirtin noch nie so viele Männer mit Maschinenpistolen auf einem Fleck erlebt, wie jüngst am Franz-Josef-Strauß-Airport. Ihr Eindruck sei, dass ein Reisender in Deutschland schneller Hilfe bekomme, als etwa in Amerika.

Eine falsche Angabe über Lebensmittel auf einem englischsprachigen Formular, die sie aus Versehen gemacht hatte, weil sie die Frage nicht verstanden hatte, verschaffte ihr in Amerika einen wahren Befragungs-Marathon: „Dadurch ist der Flughafen aber bestimmt nicht viel sicherer geworden.“ Die Bilanz der 18-Jährigen: „Bevor da einer ein Messer an Bord bringt, ist es schon besser, auf Sicherheit zu achten, auch wenn das manchmal ein Zirkus ist.“

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