Singapore Airlines: Jet nach Rutschpartie nicht beschädigt

Flughafen - Am Tag nach der Rutschpartie einer Boeing 777 im Erdinger Moos, tummelten sich die Experten im Hangar. Der Jet ist offenbar nicht beschädigt worden - und es gab Lob für den Piloten.

Die beiden Sachverständigen der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) waren noch zu beschäftigt, um Ermittlungsergebnisse bekanntzugeben („frühestens nächste Woche“). Am Donnerstagmittag war eine Boeing 777 beim Landeanflug von der Landebahn abgekommen und wurde in der Wiese "geparkt".

Singapore Airlines flog noch am selben Tag einen Manager aus Frankfurt ein. Gemeinsam mit der Lufthansa-Technik stellte er „keinerlei Beschädigung an der Maschine“ fest, wie Airline-Sprecher Peter Tomasch mitteilte. Das sei zumindest der erste Eindruck. Weitere Checks, für die extra ein Pilot aus London kam, folgten am Freitag.

„Das Wichtigste für uns ist, dass niemandem etwas passiert ist“, sagte Tomasch, der den Kapitän des Unglücksfluges lobte: „Ein hervorragender, sehr erfahrener Mann und zugleich Piloten-Ausbilder.“ Die Befragungen der Crew durch das BFU und die Polizei seien abgeschlossen. Es werde noch dauern, bis alle Erkenntnisse zu Technik, Wetter, Verhalten der Crew und Geschehnissen rund um die Runway ausgewertet sind.

Bilder: Boeing schießt übers Ziel hinaus

Einen fünfstelligen Betrag habe es die Airline gekostet, um für die 143 Passagiere zu sorgen, sagte Tomasch. Einige kamen im allerdings schon sehr gut gebuchten Lufthansa-Flug nach Singapur unter, andere via Frankfurt an ihr Ziel. Für die restlichen 50 Passagiere wurden Hotelzimmer gebucht.

Am Flughafen selbst blieb niemand hängen, bestätigte auch Airport-Sprecher Robert Wilhelm und meinte damit nicht nur die Passagiere des Manchester-Fluges. Da die Südbahn bis 18.25 Uhr gesperrt war, mussten von den ab Mittag geplanten 700 Flügen 66 annulliert werden. 430 hatten mehr als eine halbe Stunde Verspätung. Die Bergung des 190-Tonners war schneller verlaufen als von vielen befürchtet. Mit Hilfe von Stahl verstärkten Kunststoffmatten und zwei 1000 PS starken Feuerwehrfahrzeugen war die Triple Seven aus dem Gras gezogen und in den Hangar geschleppt worden. Im Einsatz waren 45 Feuerwehrler sowie 15 weitere Kräfte der Flughafen München GmbH, die sich um die Verkehrsleitung, Förderbänder, Lifter und den Transport der Passagiere zum Terminal kümmerten. Ein Team des technischen Hilfswerks aus Freising leuchte die Einsatzstelle aus.

Dieter Priglmeir

Rubriklistenbild: © fib/Eß

Auch interessant

Meistgelesen

In Flughafen-Nähe: Auto bricht durch Leitplanke - defekter Lkw kommt hinzu
In Flughafen-Nähe: Auto bricht durch Leitplanke - defekter Lkw kommt hinzu
Dieses Traditionsgasthaus wird abgerissen - und dann neu aufgebaut
Dieses Traditionsgasthaus wird abgerissen - und dann neu aufgebaut
Unfall mit drei Lkw und drei Autos
Unfall mit drei Lkw und drei Autos
Ersthelfer retten Radfahrer (50) in Poing das Leben
Ersthelfer retten Radfahrer (50) in Poing das Leben

Kommentare