Der Held von Beuerberg

So verhinderte Kilian (5) einen Hausbrand

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Das Feuer, der Balkon, der rennende Papa: Kilian (5) hat seine Heldentat im Kindergarten auf einem Bild verewigt. Durch seinen Alarm konnte der Brand am Nachbarhaus schnell gelöscht werden. 

Er ist der Held von Beuerberg: Der fünfjährige Kilian Sablowski bemerkte im Nachbarhaus einen Balkonbrand und schlug umgehend Alarm. Seiner schnellen Reaktion ist es zu verdanken, dass kein größerer Schaden entstanden ist.

Beuerberg – Schaukel, Sandkasten, Trampolin: Der Garten der Familie Sablowski in Beuerberg lädt zum Spielen ein. So auch am Samstag Nachmittag. Kilian tobt mit Freunden draußen herum, bis sich die Nachbarskinder wieder auf den Heimweg machen müssen. „Ich weiß nicht, warum ich mich noch mal umgedreht habe, aber ich habe es getan“, erzählt er und deutet mit dem Finger auf ein etwa 50 Meter entferntes Holzhaus, indem einer seiner Spielkameraden Zuhause ist.

Doch das war ein großes Glück – denn Kilians Blick fällt auf den Balkon des Hauses. Und was er dort plötzlich sieht, macht den aufgeweckten Buben mehr als nur misstrauisch. „Da hat irgendwas geraucht – aber da grillen die doch normal nicht, habe ich mir gedacht. Das machen die doch immer im Garten.“ Kilian schaut genauer hin. Sekunden später sind erste Funken zu sehen. Der Fünfjährige rennt zu seinem Vater, der sich in der Küche gerade eine Brotzeit zurecht gemacht hatte. „Papa, schnell, bei meinem Freund brennt’s!

Martin Sablowski will zuerst nicht glauben, was ihm sein Sohn da zuruft, geht dann aber doch auf die Terrasse, von der aus man einen freien Blick auf das benachbarte Holzhaus hat. „Da habe auch ich gesehen, wie langsam die Flammen wuchsen, hörte das Knacken.“ Martin Sablowski (39) spurtet los, über den Gartenzaun, quer über die Straße zur Einfahrt des Hauses. „Zuerst habe ich mit den Fäusten an die Küchentüre getrommelt – und plötzlich gab sie nach.“ Der Beuerberger zögert nicht lange, hetzt an der verblüfften Nachbarin vorbei nach oben, immer zwei Stufen auf einmal und brüllt: „Bei euch brennt’s!“

Zusammen mit dem Hausbesitzer bemüht er sich, der Flammen Herr zu werden. Inzwischen haben auch andere Nachbarn die Gefahr erkannt und versuchen zu helfen. Mit Eimern und Feuerlöschern versuchen sie zu retten, was zu retten ist. „Parallel dazu habe ich die Feuerwehr alarmiert, die dann die restlichen Löscharbeiten übernahm.“ Die Bilanz: 25 000 Euro Sachschaden, ein Hausbewohner und zwei Nachbarn mit leichten Rauchgasvergiftungen.

„Dank des kleinen Helden konnte eine Ausbreitung des Brandes und womöglich ein noch schlimmerer Personenschaden verhindert werden“, lobt Anton Huber, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, die schnelle Reaktion des Fünfjährigen. Dass die Eltern stolz auf ihren Sohn sind, versteht sich von selbst. „Wir haben immer versucht, ihn so zu erziehen, dass er sich sofort meldet, wenn ihm etwas Ungewöhnliches auffällt. Und das macht er auch“, sagt Mutter Anita, die zum Zeitpunkt des Brandausbruchs ihre einjährige Tochter Lena ins Bett brachte. „Ich kann nur sagen, ich habe das weltbeste Kind.“

Und Kilian selbst? Der gibt sich bescheiden. „Ich wollte nur, dass meinen Freunden nichts passiert.“ Um das Erlebte zu verarbeiten, hat er im Kindergarten ein Bild gemalt. Der brennende Balkon, die Drehleiter der Feuerwehr, ein Feuerwehrmann und natürlich der Papa, wie er auf das Haus zu rennt. Und was sagen seine Freunde im Kindergarten dazu? „Och, die – die haben mir erst mal nicht geglaubt. Dabei hat sogar die Zeitung geschrieben, dass ich das war, wenn auch ohne Namen.“

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