Sohn (18) ersticht Freund der Mutter

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Ein Streifenwagen hat vor einem Haus in Gröbenzell auf dem Gehweg angehalten: In dem Einfamilienheim hat sich die rätselhafte Bluttat ereignet.

Gröbenzell - Bluttat in Gröbenzell: Sein Motiv ist vollkommen rätselhaft, es gab keinen Streit – doch plötzlich stieß ein 18-Jähriger dem Freund seiner Mutter ein Messer in den Hals.

Als am Sonntag kurz nach dem ARD-Tatort ein Polizeiauto vor einem Haus in Gröbenzell auf dem Gehweg stehenbleibt, regnet es gerade heftig. Es ist ein kalter Schauer, und niemand will jetzt eigentlich vor die Tür. Schweigend und von Nachbarn unbemerkt gehen Beamte in das gepflegte Heim hinein. Dort hat sich an diesem Abend eine echte Tragödie ereignet: Ein 18-Jähriger hatte mit einem Messer den Lebensgefährten (48) der Mutter erstochen. Der Notarzt kann dem gelernten Industriekaufmann, der als Vertriebsmanager arbeitete, nicht mehr helfen.

Philip (links) packte in der Küche plötzlich ein Messer und stach es Reiner von H., dem Freund der Mutter in den Hals-

Doch was löste nur diese Bluttat aus? Sicher ist bislang lediglich, dass Philip, seine Mutter und deren Freund Reiner von H., mit dem die Mutter seit rund zwei Jahren zusammenlebte, in der Küche saßen. Über das Thema der Unterhaltung gab es am Montag jedoch keine Aussage. Gegen 21.50 Uhr packte Philip plötzlich ein Küchenmesser mit einer Klingenlänge von zehn Zentimetern und rammte es Reiner von H. in den Hals. Der Angriff kam vermutlich so überraschend, dass dem 48-Jährige nicht einmal die Zeit blieb, die Attacke irgendwie abzuwehren. Er verblutete in Minuten.

Drei Söhne – alle im Teenageralter – hat die Mutter aufgezogen. Vom leiblichen Vater, der ebenfalls im Kreis Fürstenfeldbruck wohnt, lebt sie getrennt. Die Familie führt ein unauffälliges Leben, das ändert sich auch nicht, als sich zu den Vier der neue Partner der Mutter gesellt: Reiner von H. ist beruflich eine Führungskraft, privat ein Outdoor-Sportler, der im Sommer gerne surft und im Winter mit dem Snowboard zu sehen ist.

Das Motiv für die Bluttat – am Montag blieb es im Dunkeln. Es könnte allerdings sein, dass der junge Mann, als er zustach, sich seines Handelns nicht bewusst war: Der Landgerichtsarzt überprüfte, ob überhaupt eine Schuldfähigkeit des Teenagers besteht. Möglicherweise wird Philip wegen einer Erkrankung in ein Bezirkskrankenhaus überstellt. Während dieser Entscheidung suchte die Kripo im Haus weiter nach Hinweisen, die das Verhalten des jungen Mannes erklären könnten. Es kam dabei auch ein Spürhund zum Einsatz.

JAM/WdP/MC

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