Feel-Home-Unterkunft am Köglweg

Somalier sticht Landsmann nieder

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In der Unterkunft am Köglweg eskalierte ein Streit. 

Ein 26-jähriger Somalier ist am Montagmorgen in der Asylunterkunft in Taufkirchen lebensgefährlich verletzt worden.

Taufkirchen - Auslöser war ein Streit um ein defektes Mobiltelefon, der sich um 7.30 in einer Wohneinheit der Feel-Home-Holzhäuser am Köglweg entzündete. Ein 23-jähriger Somalier stach mit einem Küchenmesser auf seinen 26-jährigen Landsmann ein. Der Stich in die Brust verletzte das Opfer lebensgefährlich, weil innere Organe betroffen waren. Es gelang dem jungen Mann, selbst den Sicherheitsdienst zu informieren, bevor er kollabierte, teilt die Polizei mit. Der Rettungsdienst brachte den Niedergestochenen in eine Klinik, wo er notoperiert wurde. 

Haftbefehl wegen versuchten Mordes

Die Polizei nahm den Tatverdächtigen noch am Tatort fest und führte ihn dem Ermittlungsrichter vor. Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl wegen versuchten Mordes. Weitere Ermittlungen seien nötig. Wie die Polizei gestern mitteilt, hat das Opfer die Notoperation überlebt. Beide Männer seien zuvor nicht aufgefallen, sagt Caritas-Kreisvorsitzende Gabriele Stark-Angermeier. „Der Konflikt war nicht vorhersehbar, ihr Verhältnis zueinander war bisher unauffällig.“ Beide würden nicht mit Familien in der Unterkunft leben. 

Bewohner sind beunruhigt

Die Einrichtung, in der 120 Menschen wohnen, wird vom Landratsamt geführt. Für die Asylsozialarbeit ist die Caritas zuständig, die mit drei Mitarbeitern wochentags vor Ort ist. Auch am Montag war eine Mitarbeiterin im Dienst. Sie kam aber erst nach dem Zwischenfall dazu. Die Tat habe die übrigen Bewohnern beunruhigt und verunsichert. „Unsere Mitarbeiter führen jetzt viele Gespräche“, sagt Stark-Angermeier. Sicher ist: „Der Täter wird nicht zurückkommen.“ Er habe „sein Asylverfahren verwirkt“ und werde abgeschoben. Bisher sei es in der Unterkunft relativ ruhig zugegangen, sagt Stark-Angermeier. Die Flüchtlinge seien gut eingebunden, einige würden arbeiten, andere Ausbildungen und Sprachkurse absolvieren. Die Polizei bestätigt dies: „Es geht dort eigentlich recht gesittet zu.“ 

Walter Albrecht koordiniert den Helferkreis und ist oft in der Unterkunft zu Gast. „Die Sicherheitslage schätze ich als relativ gut ein, wobei es natürlich zu Problemen zwischen Bewohnern kommen kann“, sagt er: „Sie leben zum Teil zu acht in einer Wohnung, 32 in einem Haus. Einige kämpfen immer noch mit Traumata.“  mm

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