9,5 Hektar Kiesgrube statt Wald

Sorge vor dem Kahlschlag im Würmtal

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Astrid Pfeiffer von der Initiative Rettet den Würmtaler Wald ist in Planegg geboren und aufgewachsen. Sie hat schon immer viel Zeit im Bannwald Forst Kasten verbracht und will nun für dessen Erhalt kämpfen.

9,5 Hektar Wald im Würmtal sind für den Kiesabbau vorgesehen, langfristig sogar 35 Hektar. Doch Bürgerintiativen und Greenpeace protestieren.

München - Auf der einen Seite Wald: Fichten, Buchen, Moos. Auf der anderen Seite eine große Kiesgrube – sie wirkt wie eine Wüste inmitten von saftigem Grün. Astrid Pfeiffer (49) von der Initiative „Rettet den Würmtaler Wald!“ steht an der Grenze zur Grube und blickt sehnsüchtig in den Bannwald Forst Kasten, die schattige Oase rund um den beliebten Biergarten. Seit Jahrzehnten frisst sich hier der Kiesabbau ins Grün. „Der Wald ist für jeden im Würmtal, aber auch für Münchner ein wichtiger Erholungsort“, sagt Pfeiffer. „Früher bin ich hier immer mit meiner Tochter im Moos gesessen und habe ihr vorgelesen.“ Damit sich möglichst viele Menschen ein Bild von dem gefährdeten Stück Natur machen können, veranstaltet Pfeiffers Organisation in dem bedrohten Forst gemeinsam mit Greenpeace München einen Waldpaziergang am Sonntag, um 11 Uhr. Treffpunkt: Bushaltestelle Dr.-Rehm-Straße.

„Die Ausschreibung kann man immer noch stoppen“

Und gefährdet ist der Forst im Südwesten Münchens nach Pfeiffers Meinung tatsächlich. Die Naturschützer befürchten einen Kahlschlag im Bereich südlich und östlich der aktuellen Kiesgrube: innerhalb jener 840 Hektar, die der vom Münchner Sozialreferat verwalteten Heiliggeistspital-Stiftung gehören. Diese hat dort weitere 9,5 Hektar für den Kiesabbau ausgeschrieben – langfristig besteht die Überlegung, 35 Hektar als Kiesgrube zu nutzen. „Die Ausschreibung kann man immer noch stoppen“, sagt Pfeiffer. Über 3000 Unterschriften haben die Waldretter schon gesammelt.

„Die Stadt will voraussichtlich im Herbst über die Ausschreibung entscheiden. So lange sammeln wir weiter“, sagt Pfeiffer. Befürworter des Kiesabbaus argumentieren, dass man den Wald später wieder aufforsten würde. Dem setzt Pfeiffer entgegen: „Das dauert Jahrzehnte, und wir brauchen den Wald jetzt.“ Auch in der Politik regt sich Widerstand. Bezirksausschuss und Stadtrats-SPD sind gegen die Rodung. „Es soll geprüft werden, ob die Stadt als Stiftungsverwalterin des Grundstockvermögens der Heiliggeistspital-Stiftung veranlassen kann, dass die anstehende Vergabe zum Kiesabbau gestoppt und auch künftig kein weiterer Kiesabbau geplant wird“, erklärt SPD-Fraktionsvize Verena Dietl.

Laura Felbinger

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