Tatort in Altomünster

Spektakuläre Einbrecherjagd bis München: Sogar Traktor war im Einsatz

Spektakuläre Einbrecherjagd im Landkreis Dachau und in München: Ein Hausbewohner, ein Landwirt mit Traktor und die Polizei halfen zusammen, dass die Täter gefasst werden konnten. 

Kiemertshofen/München Mehrere Zufälle sind der Polizei am Donnerstag zu Hilfe gekommen, um einen Einbrecher und seinen Komplizen zu schnappen – und die Geistesgegenwart eines Zeugen. So konnten ein 23-jähriger Kroate und sein 32-jähriger Komplize nach einem Einbruchsversuch in Kiemertshofen wenig später in München geschnappt werden, wie das Polizeipräsidium Oberbayern am Donnerstag mitteilte.

Der 22-jährige Sohn des Hausbesitzers hatte nach einer Arbeits-Nachtschicht im Obergeschoss geschlafen. Dann vernahm er zunächst ein Klingeln und dann „deutliche Einbruchsgeräusche“, so Polizeioberrat Hans-Peter Kammerer vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord. Der Einbrecher war über die Terrassentür in das Haus eingedrungen und durchsuchte alle Schränke im Wohnzimmer.

Plötzlich stand der Einbrecher im Bad - es kam zum Gerangel

Der 22-Jährige alarmierte vom Badezimmer aus die Polizei und einen Freund, während der Einbrecher näher kam und weiterhin systematisch die Räume durchwühlte. „Und so kam der Einbrecher auch ins Bad“, so Kammerer. Es kam zu einem kurzen Gerangel, der Täter setzte sofort Pfefferspray ein. „Er war offensichtlich darauf vorbereitet gewesen, bei einer Konfrontation Pfefferspray einzusetzen.“ Der Einbrecher flüchtete durch die Haustür und sprang in ein Auto, das offensichtlich auf ihn gewartet hatte. Das konnte der Bekannte beobachten, der zu den Anwesen seines Freundes geeilt war. Er notierte sich das Kennzeichen und den Autotyp, einen Renault Laguna. Dann habe laut Kammerer ein Landwirt mit seinem Traktor versucht, dem flüchtenden Auto den Weg abzuschneiden. Doch die Täter wichen über das Bankett aus.

Die Polizei löste sofort eine Fahndung über Funk aus. Ein Beamter der Kripo Fürstenfeldbruck, der in einem Zivilfahrzeug mit einem Asservatentransport unterwegs war, bekam die Fahndung mit – und entdeckte das Auto im Verkehr. „Er folgte dem Renault Laguna unauffällig“, so Kammerer. Gleichzeitig gab er über die Einsatzzentrale Standortmeldungen durch. Die Einsatzzentrale koordinierte die Polizeikräfte der Kripo Fürstenfeldbruck und der Münchner Kollegen. 

Einbrecher und sein Komplize wurden im Münchner Stadtgebiet festgenommen

Im Münchner Stadtgebiet, in der Tegernseer Landstraße, wurden der Einbrecher und sein Komplize schließlich festgenommen – in ihrem Auto. „Sie waren wohl auf dem Weg zum Wohnsitz des zweiten Täters“, so Kammerer. Der Einbrecher, ein 23-jähriger Kroate, hat keinen festen Wohnsitz in Deutschland. Sein Bekannter ist der Halter des Fluchtfahrzeugs, er ist ein 32-jähriger Kellner aus München. Im Auto stellten die Beamten mehrere tausend Euro Bargeld in verschiedenen Währungen sicher.

Ob aus dem Anwesen in Altomünster etwas entwendet wurde, ist laut Polizei noch unklar. Der 22-jährige Sohn des Hausbesitzers erlitt durch das Pfefferspray erhebliche Augenverletzungen. Er wurde vom BRK behandelt, seine Augen mussten gespült werden. „Jetzt ist es an der Kripo, ihre Arbeit zu machen“, so Kammerer. Die Täter müssen vernommen werden, die Staatsanwaltschaft muss überprüfen, ob sie in Untersuchungshaft kommen. „Außerdem muss geprüft werden, ob die beiden Tatverdächtigen für weitere Taten in Frage kommen.“ Derzeit befinden sich die beiden in Polizeigewahrsam – dank der „Geistesgegenwart und Aufmerksamkeit des Zeugen“, der sich das Kennzeichen gemerkt hatte – was letztlich dazu geführt hat, dass man die Täter fassen konnte.

In Zukunft könnten solche Szenen womöglich nicht mehr vorkommen. Ein neues Computerprogramm kann Einbrüche in Bayern vorhersagen. 

Rubriklistenbild: © dpa

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