Spionage-Prozess: Angeklagter will nichts gemerkt haben

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Eurocopter in Ottobrunn: Ein Österreicher soll die Hubschrauber-Schmiede für die Russen ausspioniert haben.

Ottobrunn - Ein österreichischer Soldat soll Dokumente über Eurocopter-Hubschrauber an den russischen Geheimdienst weitergegeben haben - und will davon nichts gemerkt haben, behauptete er vor Gericht.

Ein wegen Spionage angeklagter österreichischer Soldat hat angeblich erst sehr spät erkannt, dass sein russischer Handelspartner in Wirklichkeit Agent war. Dann aber habe er den Kontakt einschlafen lassen, zitierte ein österreichischer Ermittler am Montag vor dem Münchner Oberlandesgericht aus früheren Vernehmungen des Angeklagten.

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Der 54-jährige Soldat, der nebenberuflich mit Motoren handelte, soll laut Bundesanwaltschaft von 1997 bis 2002 für den russischen Nachrichtendienst SVR spioniert haben. Er soll dem Dienst geheime Informationen über Helikopter des Hubschrauber-Herstellers Eurocopter in Ottobrunn bei München beschafft haben. Dabei machte er laut Anklage gemeinsame Sache mit einem Ingenieur des Unternehmens, der bereits 2008 zu elf Monaten Bewährungsstrafe verurteilt wurde.

Erst durch den Ingenieur war der Angeklagte in Spionageverdacht geraten und 2005 und 2006 mehrmals vom österreichischen Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung vernommen worden. Der Russe habe sich als Angehöriger der Handelsabteilung der Botschaft vorgestellt und für Flugmotoren interessiert, sagte der Soldat damals dem Ermittler. Ein Geschäft sei abgewickelt worden, spätere Treffen seien “absolut harmlos“ gewesen.

lby

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