Anwohner erhebt Vorwürfe gegen Stadt

Offene Drogenszene mitten in Erding?

Wird in Erding auf offener Straße mit Drogen gehandelt? Und schauen Polizei und Ordnungsamt dabei tatenlos zu? Es sind schwere Vorwürfe, die Albert Wirfler am Donnerstag in der Bürgerversammlung im Heiliggeist-Stift erhoben hat.

Wirfler lebt in St. Paul, in direkter Nachbarschaft zu den Einfachstwohnungen an der Sportfeldstraße. 36 sind es nun, der zweite Bauabschnitt wurde soeben abgeschlossen (wir berichteten). OB Max Gotz (CSU) hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass hier ein teils schwieriges Klientel untergebracht werden müsse – Gestrauchelte kurz vor der Obdachlosigkeit. Er hat auch nie verschwiegen, es mit Problemfällen zu tun zu haben. Doch von Drogengeschäften war nie die Rede.

Wirfler berichtete, dass man von den Häusern gegenüber beobachten könne, wie Dealer kämen, sich umschauten und wenig später das Geschäft über die Bühne gehe. „Ich habe das auch wiederholt Stadt und Polizei mitgeteilt. Aber das interessiert niemanden. Es ist mittlerweile schon so weit, dass sich die Frauen hier in der Dunkelheit nicht mehr raustrauen.“

Die Einfachstwohnungen sorgen seiner Meinung nach dazu, dass der Stadtteil rund um den Friedhof zum Problemviertel verkomme. Die Balkone und Terrassen der Apartments seien in der Regel Müllhalden. Den OB rief Wirfler dazu auf, „endlich auch mal für unseren Schutz etwas zu tun“.

Gotz erwiderte, dass die Stadt auch für die Schwächsten auf dem Wohnungsmarkt da sein müsse. „Obdachlosigkeit müssen wir verhindern, deswegen werden wir auch noch mehr solcher Unterkünfte benötigen. Den Vorwurf der Drogenszene konterte Gotz nicht, er wies sogar darauf hin, dass leider auch in anderen Teilen Erdings gedealt werde. Polizei und Ordnungsamt seien da aber hinterher.

Konrad Ecker von der Erdinger Polizei erklärt auf Anfrage: „Der Stadtteil St. Paul fällt hinsichtlich der Drogenkriminalität nicht stärker auf als andere Bereiche Erdings.“ Den Vorwurf der Untätigkeit weist er zurück: „Die Polizei geht hier jedem konkreten Hinweis nach und schöpft die rechtlichen Möglichkeiten aus.“

So habe man dort zusammen mit der Kripo zurückliegend bereits mehrere Verfahren bearbeitet und zu Ende bringen können, die zu Sicherstellungen von Betäubungsmitteln und Festnahmen/Inhaftierungen führten. Eine Auffälligkeit zu anderen Erdinger Stadtteilen sei aber nicht zu begründen.

Von einem merkwürdigen Fall, der ebenfalls mit Rauschgift zusammenhängt, berichtet Anja Schuster. Drei ihrer Hunde seien am Mittwoch im Norden Langengeislings vermutlich mit dem Kot von Junkiess in Berührung gekommen, ein immer häufigeres Phänomen. Mit erheblichen drogentypischen Ausfallerscheinungen seien die Hunde in eine Tierklinik gebracht worden. Mittlerweile seien sie über den Berg und wieder daheim.

Rubriklistenbild: © dpa

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