Mysteriöse Attacke in Taufkirchen: „Hatten richtig Angst“

Was er auf dem Balkon sah, ließ ihn an seinem Verstand zweifeln

+
Auf ihrem Balkon machten Armin Kaffenberger und seine Frau Ilse eine erschreckende Entdeckung.

Armin Kaffenberger und seine Frau Ilse genießen auf ihrem Balkon einen lauen Sommerabend. Doch was sie dann sehen, lässt sie kurzzeitig an ihrem Verstand zweifeln.

Taufkirchen – Es ist ein sommerlich warmer Abend, ein laues Lüftchen weht: Armin Kaffenberger genießt die letzten Sonnenstunden zusammen mit seiner Frau Ilse auf ihrem Balkon in einem Mehrfamilienhaus in Taufkirchen. Doch auf einmal trübt ein seltsames Geräusch die abendliche Idylle: „Ein Summen und Brummen, richtig laut war das“, sagt der Rentner. Einen Augenblick später trauen er und seine Frau ihren Augen nicht: „Da kam eine riesige, schwarze Wolke direkt auf uns zugeflogen!“ Mindestens zehn Meter sei der Insektenschwarm breit gewesen, so der 80-Jährige, und nur fünf Meter von ihnen entfernt. „Meine Frau und ich sind extrem erschrocken, wir hatten richtig Angst.“ Sofort flüchtet das Paar vom Balkon. Die beiden verriegeln die Tür und schließen alle gekippten Fenster, um zu verhindern, dass die Insekten-Armada in die Wohnung kommen kann.

Doch nur wenige Minuten später ist der Spuk vorbei: Von den Insekten ist im Wohngebiet nichts mehr zu sehen, es herrscht absolute Ruhe. „In meinen 80 Jahren habe ich schon viel erlebt, aber so etwas ist mir noch nie passiert“, sagt Kaffenberger kopfschüttelnd. „Gott sei Dank waren wir zu zweit, ansonsten hielte man uns vielleicht für verrückt“, meint der Pensionär. Jetzt rätseln er und seine Frau, von welcher irren Insektenart sie da auf ihrem Balkon überfallen worden sind. „Sie sahen ein bisschen aus wie Schnaken, nur größer“, erinnert sich Kaffenberger. „Aber genauer weiß ich es auch nicht – ich bin immer noch ganz perplex.“

Insekten-Experte weiß Rat

Doch hinter dem kuriosen Vorfall steckt wohl eigentlich ein natürliches Phänomen, das sich zu dieser Jahreszeit häufiger abspielt, weiß Prof. Dr. Ernst-Gerhard Burmeister, Präsident der Entomologischen Gesellschaft in München. Nach den Schilderungen von Kaffenbergers Beobachtung kennt der ehemalige Leitende Sammlungsdirektor der Zoologischen Staatssammlung die ungebetenen Balkonbesucher genau: „Es ist davon auszugehen, dass es sich hierbei um Bienen handelt.“ Laut dem Wissenschaftler tummeln sich die gelb-schwarzen Tierchen gerade öfter in solch großen Schwärmen. „In einem Bienenstock hat sich eine neue Königin entwickelt, die dort nun regiert“, erklärt Burmeister. „Die alte Königin nimmt den halben Schwarm und fliegt aus, um eine neue Unterkunft zu finden.“ 

Auf den Einwand, dass das Ehepaar Kaffenberger das Geräusch nicht als Summen von Bienen wahrgenommen hätte, erklärt der Entomologe: „Wenn Tausende davon auf einmal summen, hört sich das schon anders an.“ Seiner Meinung nach seien Bienen die einzig mögliche Insektenart: „ Abgesehen von Märzfliegen treten keine Insekten in einer solchen Menge auf.“ Da momentan aber nicht Fliegen- sondern Bienenzeit sei, ist es seiner Meinung nach „sehr wahrscheinlich“, dass es sich bei Kaffenbergers Beobachtung um letztere handelt. Trotzdem: Zu 100 Prozent festlegen könne er sich jedoch natürlich nicht. „Zur exakten Analyse müsste man ein solches Tier fangen und zu uns schicken“, so der Insekten-Experte.

Update vom 12. Juni: Das Ehepaar Kaffenberger fand ein vermeintliches Exemplar der Insekten, denen sie auf ihrem Balkon begegnet waren, in ihrer Wohnung. Demnach könnten die ungebetenen Gäste auch ein Mückenschwarm gewesen sein.

Insekten beschäftigen immer wieder die Menschen in der Region: So wurde laut tz.de eine riesige Wespen-Villa auf einem Dachboden entdeckt. Und in Europa verbreitet sich eine Killer-Hornisse.

mh

Auch interessant

Meistgelesen

Chaos auf A8 am Freitagmorgen: Mercedesfahrer verursacht Karambolage
Chaos auf A8 am Freitagmorgen: Mercedesfahrer verursacht Karambolage
89-Jährige prallt mit Auto ungebremst gegen Hauswand
89-Jährige prallt mit Auto ungebremst gegen Hauswand
Fatales Überholmanöver auf der A9
Fatales Überholmanöver auf der A9
Bahnhof Grafing am Freitag gesperrt: Flüchtlinge sprangen von Güterzug
Bahnhof Grafing am Freitag gesperrt: Flüchtlinge sprangen von Güterzug

Kommentare