SpVgg Unterhaching sucht Schattenspender

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Wasser Marsch: Für die Fans des 1. FC Köln, die in der knalligen Sonne standen, gab es eine feuchte Abkühlung durch die Feuerwehr Unterhaching. 

Unterhaching - Unerbittlich brennt die Sonne von hinten durch die großen Glasscheiben hindurch: Glutofen-Atmosphäre auf der Pressetribüne im Unterhachinger Fußballstadion.

Beim DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Köln (das die SpVgg Unterhaching am Samstag 1:2 verloren hat) wurde das Dilemma im diesmal sehr großen Medienpulk überdeutlich.

Zweites Manko neben dem grenzwertigen Hitzestau unterm Stadiondach ist, dass die Berichterstatter kaum mit ihren Laptops arbeiten können, weil die Sonne genau auf den Bildschirm scheint. „Euer Stadion hier hat schon mal bessere Zeiten erlebt“, murrte ein Reporter aus Köln, schob seinen Stuhl zwei Meter zurück in den Schatten und balancierte seinen Laptop auf den Oberschenkeln.

Weil diese Arbeitsbedingungen für Journalisten vor allem im Sommer etwas schwierig sind, eilte prompt Markus Sieger, der Pressesprecher der SpVgg Unterhaching, herbei. Der 36-Jährige versuchte, die marode wirkenden Jalousien herunterzulassen, doch entweder klemmten die Kordelzüge, oder die Lamellen waren längst kaputt. „Unser Verein könnte einen Haufen Spenden gebrauchen, aber Schatten gespendet hat noch keiner“, nahm Sieger die Sauna-Zustände mit Humor.

Die Sonne im Rücken und auf dem Bildschirm: Sportreporter wie hier unser Mitarbeiter Robert M. Frank müssen im Sportpark ganz schön schwitzen.

Im Unterhachinger Bauamt ist die Stadion-Sanierung längst ein Thema - von der Sonnenproblematik auf der Pressetribüne wusste Bauamtsleiter Stefan Lauszat bisher allerdings nichts. „Im Stadion muss insgesamt recht viel investiert werden“, sagt Lauszat. „Wir fangen damit sukzessive an. Zuerst mit den sicherheitsrelevanten Punkten, denn da gab es Nachholbedarf.“ Anschließend komme der Bereich Anlagentechnik (Lüftung, Heizung, Sanitär) an die Reihe. Die Verschattung der Pressetribüne indes stehe „auf der Prioritäten-Agenda nicht ganz oben“. Gut möglich also, dass - von den leidgeprüften heimischen Berichterstattern abgesehen - nach den Kollegen aus Köln am Samstag, 25. August, auch die aus Stuttgart in den Genuss der Unterhachinger Hitze kommen, wenn die zweite Mannschaft des VfB zum Drittligaspiel im Sportpark gastiert. Ein Abkühlung wie für die Kölner Fans, die von der Feuerwehr Unterhaching mit einem Wasserstrahl erfrischt wurden, ist mit Rücksicht aufs technische Equipment der Medien nicht möglich. „Aber“, deutete Lauszat eine spontane Lösung an, „vielleicht gelingt es uns ja, diesen Bereich etwas dunkler zu machen.“

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