Staatsanwalt ermittelt gegen Brezn-Baron!

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Kl aus Ostendorf

Neufahrn/Landshut- Die Staatsanwaltschaft Landshut ermittelt offiziell wegen Insolvenzverschleppung gegen die drei Ex-Geschäftsführer von Müller-Brot.

Es ist nicht nur die Commerzbank, die als größter Gläubiger bei Müller-Brot viel Geld verloren hat. Es sind auch ganz normale, fleißige Durchschnittsbürger, die die Insolvenz der Neufarner Backfabrik in Existenznot bringt. Weil Müller-Brot noch kurz vor der Pleite Verträge abschloss, zum Beispiel mit Pächtern. Einige zahlten noch kurz vor der Insolvenz mehrere tausend Euro Kaution in bar. Auch ihr Geld ist weg.

Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Landshut offiziell wegen Insolvenzverschleppung gegen die drei Ex-Geschäftsführer. „Wir führen Klaus Ostendorf, Stefan Huhn und Jürgen Kluge jetzt als Beschuldigte“, bestätigte Oberstaatsanwalt Markus Kring gestern der tz. Bereits seit Mai 2011 ermittelt die Behörde wegen Hygieneverstößen gegen die ehemaligen Verantwortlichen.

Die Ermittlungen sind umfangreich und kompliziert: „Wir haben uns die vergangenen Jahre der Unternehmensbuchführung gesichert“, sagte Kring. Das Material sei sehr umfangreich. „Es zu sichten, ist schwieriger als man annimmt“, erklärte Kring, weshalb das noch dauern werde.

„Die Daten von nur einem Quartal der Finanzbuchhaltung zugänglich zu machen, dauert eine ganze Nacht — und dann sind sie noch lange nicht gesichtet.“ Ferner müsse noch geprüft werden, ob Insolvenzverschleppung vorliege. Dies ist der Fall, wenn Geschäfte abgeschlossen wurden, obwohl klar war, dass das Unternehmen zahlungsunfähig oder überschuldet war. Auch wenn ein begründeter Anfangsverdacht gegeben sei, könne er nicht sagen, ob er Anklage erheben wird, so Kring: „Dass da etwas herauskommt, dafür würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen.“ Denn das Finanzmarkt-Stabilierungsgesetz habe den Begriff der Überschuldung „stark verkompliziert“. Früher lag sie vor, wenn die Aktiva nicht mehr ausreichten, die Passiva zu decken. „Jetzt müssen wir außerdem prüfen, ob eine Fortführung des Unternehmens nicht trotzdem überwiegend wahrscheinlich ist“, ärgert sich Kring, dass er als Strafrechtler jetzt qua Gesetz in die Kristallkugel schauen muss.

Ostendorf wollte sich auf tz-Anfrage zu den Vorwürfen nicht äußern.

S. Sasse

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