Kurzfristiger Ankauf

Nach monatelangen Problemen: Stadt Olching erwirbt Hotel

Das ehemalige Hotel Mühlbach. 

Das Hotel Mühlbach in Olching war erst Asylunterkunft, dann Arbeiterpension. Seit Monaten brodelte ein heftiger Streit mit den Anwohnern wegen nächtlicher Ruhestörungen. Die Stadt hat nun reagiert. 

Olching – Ob das „Mühlbach“ wieder ein Hotel wird wie früher, mit Feng-Shui-Garten und Restaurant, das steht noch in den Sternen. Die Lage bietet es jedenfalls an: Gäste wären schnell am Golfplatz und auf dem Ammer-Amper-Radweg. Doch die Stadt geht völlig ergebnisoffen an die Entscheidung: „Wir halten uns alle Optionen offen“, heißt es. Im Stadtrat würde es zudem unterschiedliche Strömungen geben, erklärte Pressesprecherin Julia Henderichs auf Tagblatt-Anfrage. Die einen würden gerne wieder eine Gastronomie ansiedeln, die anderen bevorzugen Wohnungen, nur um zwei Beispiele zu nennen. Darüber wird in den kommenden Sitzungen debattiert. Bisher gibt es diese Hotels im Landkreis Fürstenfeldbruck.

Der Grundstein für die Gestaltungsfreiheit ist jedenfalls seit kurzem gelegt. Die Stadt hat die Immobilie kurzfristig erworben. Zu welchem Preis, darüber verraten die neuen Eigentümer nichts. Nur so viel: Die Gelegenheit sei sehr, sehr günstig gewesen. Davon hätte man vor einem halben Jahr noch nicht ausgehen können. Jetzt seien mehrere Dinge zusammengekommen und man habe die Gelegenheit beim Schopf gepackt. Bürgermeister Andreas Magg (SPD) teilt erfreut mit: „Ich bin der festen Überzeugung, dass ein Ankauf von Seiten der Stadt in diesem Zusammenhang für alle Beteiligten von Gewinn ist.“ Nur so könne man auch sicherstellen, dass die neue Nutzung des Gebäudes in die Umgebung passe. Außerdem fügte er hinzu, sei es aktuell für Kommunen extrem schwierig an Immobilien oder Grundstücke zu vertretbaren Konditionen zu gelangen, dies sei in diesem Fall dank zügigem Handeln gelungen.

Die ehemaligen Eigentümer, die FirstSleep GmbH, hätten offensichtlich Verkaufsabsichten gehegt, so heißt es von Seiten der Stadt. Vor knapp einem Jahr machte die Firma eine Arbeiter-Pension in dem Hotel auf. Daraufhin kam es immer wieder zu Problemen mit Anwohnern. Die Beschwerden häuften sich laut Stadt. Die Bewohner des „Mühlbach“ hätten sich nachts betrunken und alkoholisiert lautstarke Versammlungen abgehalten. Sogar zu Raufereien und handgreiflichen Auseinandersetzungen sei es gekommen.

Die Stadt zog damals bereits die erste Notbremse. Bürgermeister Magg setzte sich persönlich dafür ein, dass der Eigentümer der Pension im Landkreis Fürstenfeldbruck eine Sicherheitsfirma engagierte. Deren Mitarbeiter konnten zwar weitestgehend für Ruhe sorgen. Laut Stadt konnten die Probleme aber nicht dauerhaft beseitigt werden. Der Bürgermeister warf dem Betreiber auch vor, das Hotel herunterzuwirtschaften. Das „Mühlbach“ hat, seitdem der Betrieb geschlossen wurde, einen regen Durchlauf an Bewohnern erlebt. 2015 hatte das Landratsamt das Gebäude angemietet, um Flüchtlinge unterzubringen. Diese zogen 2016 aus.

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