Stadtwerke: Kunde droht mit Blutvergießen

Erding - Im Kundencenter der Stadtwerke Erding ist am Donnerstag ein säumiger Kunde ausgetickt. Er drohte mit einem Blutvergießen, ehe er flüchtete. Die Polizei schnappte den 27-Jährigen, der sich entschuldigte.

Es war am Nachmittag, als der Erdinger bei den Stadtwerken Am Gries auftauchte. Zunächst sah alles nach dem Routinebesuch eines Kunden aus, der über längere Zeit seinen Strom nicht bezahlt hatte. Weil der 27-Jährige schon länger nichts mehr überwiesen hatte, hatte ihm der Energieversorger, der zu 100 Prozent der Stadt Erding gehört, den Saft abgedreht. Das muss den jungen Mann sehr empört haben. Zunächst brüllte er im Kundencenter herum und beleidigte die anwesenden Angestellten.

Dann sprach er eine verhängnisvolle Drohung aus: „Ich stech’ Euch alle ab“, brüllte er, rannte aus dem Gebäude, schwang sich aufs Fahrrad und radelte davon.

Das Personal handelte geistesgegenwärtig und rief die Polizei. Inspektionsleiter Anton Altmann berichtet: „In solchen Fällen ist man gut beraten eine Drohung zunächst einmal ernstzunehmen. Denn man weiß nie, was passiert, und ob es ein potenzieller Täter ernst meint.“ Fünf Streifenwagen brausten lost.

Mit wem sie es zu tun hatten, wussten die Polizisten. „Der Erdinger ist für die Polizei kein Unbekannter“, erklärt Altmann. Eine Streife sei sofort zur Wohnadresse gefahren, andere hätten das Stadtgebiet durchkämmt –zunächst ohne Erfolg.

Plötzlich tauchte der Mann wieder bei den Stadtwerken auf. Dort hatten sich Beamte auf die Lauer gelegt. Sekunden später klickten die Handschellen. Doch aus dem markig auftretenden Täter war zwischenzeitlich ein reumütiges Sünderlein geworden.

Der Polizeihauptkommissar berichtet, dass der Mann wohl auf der Bank war. „Wir gehen davon aus, dass er sich Geld besorgt hat, um seine Schulden zu begleichen.“ Außerdem habe er glaubhaft versichert, dass mit der Amokdrohung der Gaul mit ihm durchgegangen sei. „Er hat sich bei allen Beteiligten entschuldigt“, so Altmann. Darum habe man ihn nach der Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ein juristisches Nachspiel wird der Fall für ihn dennoch haben. „Wir haben bei der Staatsanwaltschaft Landshut eine Strafanzeige wegen Bedrohung vorgelegt“, so der Polizeichef. Das Delikt wird mit Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr geahndet. Für den 27-Jährigen spricht, dass er lediglich verbal gedroht und keine Waffe eingesetzt hat. Strafmildernd dürfte auch berücksichtigt werden, dass er von sich aus von seinem Tun abgelassen und sich entschuldigt hatte. Ob er sich auch wegen Beleidigung verantworten muss, hängt laut Altmann davon ab, ob ihn die Stadtwerke-Mitarbeiter anzeigen.

Hans Moritz

Rubriklistenbild: © dpa

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