Sie hat immernoch Angst

Stalking-Opfer Steffi: "Habe nach dem Urteil viel geweint"

München - Das Urteil gegen einen Stalker, der die damals 17-jährige Steffi unter anderem mit einer falschen Todesanzeige in Angst und Schrecken versetzt hat, macht sein Opfer fassungslos.

Sie hatte nie geglaubt, dass ihr Stalker so schnell wieder freikommt. „Offen gesagt, habe ich nach dem Urteil viel geweint“. Das hat Stefanie K. (17) am Wochenende in einem Focus-Interview verraten. Noch immer kann sie es nicht fassen, dass ihr Peiniger Christoph L. (42) mit einer Bewährung davonkam (tz berichtete). Sie sagt: „Das, was einmal mein Leben war, hat er zerstört.“

Steffi hatte den Buchhalter, ihren späteren Stalker, bei der Arbeit kennengelernt. „Er hat mir alle wichtigen Dinge beigebracht und war total freundlich“, erzählt sie. Gab es Annäherungsversuche? „Nein.“ Bis Ende April 2012 saß sie mit Christoph L. in einem Büro. „Kurz darauf ging es los“, sagt Steffi K. „Ab 14. Mai war mein Facebook-Account gehackt.“ Sie nahm das nicht tragisch.

Als die Tennisspielerin bei den Bayerischen Meisterschaften nach einem gewonnenem Spiel eine Spott-SMS bekam, dachte sie sich auch noch nichts dabei. Doch es folgte eine üble SMS nach der anderen, sie wurde nervös: „Denn der Schreiber wusste viele private Dinge von uns und über den Tennisclub. Er musste uns nah sein.“

Als sie eine Mail mit Verleumdungen erhielt, ging Steffi zur Polizei. Der Urheber war nicht zu ermitteln. Als sie zu einem Fest gehen wollte, wusste der Täter schon Bescheid. Es gebe eine „böse Überraschung“, schrieb er. Dann war ihr Handy plötzlich tot. Per Email erfuhr sie: „Das mit dem Handy war ich!“

Diese falsche Todesanzeige schaltete der Mann - zum Vergrößern HIER KLICKEN

Der Terror wurde immer schlimmer: „Ich will Dich so richtig leiden sehen. Du sollst weinen, bis keine Tränen mehr aus deinen Augen kommen.“ Es folgten Morddrohungen. Die Folge: „Wir waren nicht mehr wir. Wir waren nur noch misstrauisch und verdächtigten jeden.“ Christoph L. spielte sich indessen als Beschützer auf, der so tat, als sei er selbst Opfer den Unbekannten. Höhepunkt des Terrors war eine Todesanzeige am 15. August. Steffi flüchtete auf eine Hütte in Tirol, doch auch dort vibrierte ihr Handy ununterbrochen.

Dann die Erlösung: Eines Tages erzählten ihr die Eltern nach einem Besuch bei der Polizei, dass Herr L. verhaftet wurde. „Da ist eine Welt in mir zusammengebrochen. Ich konnte es nicht fassen, dass ein Mensch, der genau wusste, wie schlecht es mir ging und wie eingeschränkt ich gelebt habe, drei Monate lang so seinen Spaß daran hatte, mich zu foltern.“

Bisher ließ Christoph L.Stefanie in Ruhe, aber sie hat große Angst: „Dem traue ich alles zu."

ebu

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