Zeuge bemerkt dramatischen Vorfall

Hunde reißen Reh auf Wiese – Jäger macht schockierenden Fund im Wald

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In Starnberg wurde jetzt ein Reh von zwei frei laufenden Hunden gerissen. (Symbolbild)

Ein dramatischer Vorfall hat sich auf einer Wiese in Starnberg ereignet. Zwei frei laufende Hunde rissen dort ein Reh. Schließlich musste die Polizei eingreifen. Auch in Buchendorf gab es einen Zwischenfall.

Starnberg/Buchendorf – Das Bild muss für den Angestellten einer Starnberger Firma ein regelrechter Schock gewesen sein. Aus einem Fenster des Gebäudes an der Gautinger Straße beobachtete er am Dienstag gegen 14.25 Uhr, wie zwei frei laufende Hunde auf einer nahen Wiese ein Reh rissen. Der Mann rief die Polizei, kurze Zeit später traf eine Streife ein. „Die Beamten mussten auf der Wiese ein auf übelste Weise zugerichtetes, aber noch lebendes Reh feststellen“, berichtet Polizeihauptkommissar Kai Motschmann von der Starnberger Inspektion. Dem Tier sei ein Hinterlauf abgerissen worden, der ganze Körper habe Bisswunden aufgewiesen. Motschmann: „Das Reh konnte nur durch einen Fangschuss von seinem Leid erlöst werden.“

Huden reißen Reh in Starnberg: Polizei bittet um Hinweise aus Bevölkerung

Von den Hunden war zu dem Zeitpunkt schon nichts mehr zu sehen. Deswegen hoffen die Beamten nun auf Hinweise aus der Bevölkerung, um die Tiere ihren Haltern zuordnen zu können. Bei dem einen Hund soll es sich um einen etwa 40 Zentimeter hohen weißen Mischling gehandelt haben, der andere war etwa 60 Zentimeter hoch, braun-beige und ähnelte einem Labrador. Wer Hinweise geben kann, wird gebeten, sich unter z (0 81 51) 36 40 zu melden. Anzeige wegen Jadgwilderei sei bereits gestellt.

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Motschmann spricht von einem selten Einsatz für die Polizei. Dass Beamte ein Wildtier nach einer Attacke von Hunden töten müssten, komme „nicht so oft vor“, sagt er dem Starnberger Merkur. Generell gebe es aber immer wieder Probleme mit frei laufenden Hunden.

Großer Hund reißt trächtiges Rehgeiß - Tier verblutet

Das hat auch der Buchendorfer Jäger Johannes Schrüfer dieser Tage wieder erlebt. Seit über 50 Jahren geht er im Gautinger Gemeindewald südlich von Buchendorf zur Jagd. Als er am vergangenen Freitag mit seinem Futter-Schlepper in den Wald fuhr, um den trächtigen Rehgeißen Nahrung für ihren „erhöhten Futterbedarf“ zu bringen, entdeckte er auf einem Waldweg Richtung Wangen eine Blutspur. Tags darauf ging Schrüfer mit seiner bayerischen Gebirgsschweißhündin gleich in der Früh erneut zu der Stelle: „Ayka“ sei plötzlich im nahen Dickicht verschwunden – und habe ihn mehrere hundert Meter weit zum Skelett einer trächtigen Rehgeiß geführt, berichtet Schrüfer dem Starnberger Merkur. Der Jäger war entsetzt. Das Skelett sei von Füchsen völlig abgefieselt gewesen, berichtet er. Die Rehgeiß habe einen „vollen Tragesack“ gehabt.

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Weil die Blutspur vom Spazierweg nur einen halben Meter in den Wald geführt hatte, ist der erfahrene Jäger überzeugt: Ein großer, nicht angeleinter Hund muss die Rehgeiß noch auf dem Weg gerissen haben. Danach hätten Hundehalter oder -halterin das Tier wohl zurückgepfiffen, vermutet er. Die verletzte Rehgeiß mit Fötus habe sich auf ihren schmalen, spitzen Läufen nur einen halben Meter durch den Schnee weiterschleppen können – und sei jämmerlich verblutet. „Mir hat das richtig weh getan“, sagt er. Füchse hätten sich in der Nacht dann über die leidvoll verendete Geiß hergemacht.

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„Ich habe so etwas noch nie erlebt“, sagt Schrüfer erschüttert – und appelliert an alle Hundehalter im Wald: „Bitte nehmen Sie Ihre Hunde an die Leine.“ Hunde könnten sich nämlich genauso gut auf freien Feldern austoben. Zudem seien viele Rehe derzeit trächtig. Die jungen Kitze kämen im nahenden Frühjahr zur Welt.

Von Christine Cless-Wesle und Peter Schiebel

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