Geteilte Meinungen im Stadtrat

Starnberg greift bei Mitarbeitersuche zu unkonventioneller Maßnahme - Politiker pikiert: „Grenzwertig“

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Mit diesen Postkarten wirbt die Stadt Starnberg um junge Mitarbeiter. Während die Verantwortlichen im Rathaus sie gut finden, gibt es unter den Stadträten unterschiedliche Ansichten. 

Wer junge Menschen für eine Beamtenlaufbahn begeistern will, muss kreativ werden. Das dachten sich wohl auch Angestellte der Stadt Starnberg. Doch was nun dabei herauskam, gefällt nicht allen Stadträten. 

Starnberg - Die Stadt Starnberg geht bei der Suche nach neuen Mitarbeitern neue Wege – die jedoch nicht allen Stadträten gefallen. Seit ein paar Tagen liegen im Rathaus Postkarten aus mit den Aufdrucken: „Beamtentriathlon: stempeln, lochen, abheften.“ und „Der Beamtentest für den gehobenen Dienst: eine Stunde aus dem Fenster sehen und dabei nichts bemerken!“ Auf der Rückseite ist ein sogenannter QR-Code angebracht, der direkt zu den Ausbildungsangeboten der Stadt führt.

Er habe ja nichts gegen einen Spaß, sagte BLS-Stadtrat Michael Mignoli am Montagabend in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, aber: „Ist es wirklich der Ernst der Starnberger Stadtverwaltung, damit neue Mitarbeiter zu werben?“ Vizebürgermeister Dr. Klaus Rieskamp (Parteifreie) sagte, er habe zwar nichts gegen solche Sprüche aus dem Mund von Komikern oder Kabarettisten, als Instrument der Stadtverwaltung halte er sie aber für „grenzwertig“. Winfried Wobbe (UWG) dagegen sah die Angelegenheit ganz locker: „Damit kann man junge Leute schon ansprechen“, sagte er.

Starnberg: 500 Exemplare der umstrittenen Postkarten wurden gedruckt

Genau das ist auch das Ziel, wie Ludwig Beck, Leiter des Amtes Bürgerservice und Verwaltung, am Montag betonte: „Wir müssen ein jüngeres Publikum ansprechen. Und dafür sind die Karten meiner Meinung nach gut gelungen.“ Wer Spaß verstehe, verstehe auf jeden Fall auch den Inhalt. Zudem habe die Herstellung lediglich 30 Euro gekostet.

Ziel der Stadtverwaltung sei es, jungen Schulabgängern eine Ausbildung bei der Stadt Starnberg schmackhaft zu machen, ergänzte Rathaussprecherin Lena Choi gegenüber dem Starnberger Merkur. Adressaten seien Abiturienten, die sich für ein duales Studium zum Diplom-Verwaltungswirt interessieren, und Schulabgänger mit mittlerem Schulabschluss, die mit einer Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten liebäugeln. 

Unkonventionelle Maßnahme der Stadt Starnberg - das ist der Hintergrund

Da Stadtverwaltungen mittlerweile aktiv um qualifizierte Fachkräfte werben müssten, sei es notwendig, auf unterschiedlichsten Kanälen nach Mitarbeitern zu suchen.

Bislang liegen die Postkarten – 500 Exemplare wurden gedruckt – nur im Rathaus aus. Nach Angaben Chois sollen sie künftig auch an Schulen zu finden sein.  

Zwei Firmen aus Niederbayern und dem Bayerischen Wald setzen im Kampf um Fachkräfte auf Tradition. Mit Stellenanzeigen auf Bairisch sorgten sie im vergangenen Jahr für einen Bewerberansturm.

Video: Vorstellungsgespräch - diese sieben Sprüche solltest du dir verkneifen

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