Kioskbetreiber kriegt dumme Antworten

Autofahrer irren auf Starnberger Seepromenade umher - und werden auch noch patzig: Stadt greift durch

Bis zu drei Autos am Tag beobachtet ein Kioskbetreiber an der Seepromenade.

Mehrere Fahrzeuge pro Tag fahren im Sommer über die gesperrte Seepromenade, im Winter sind es weniger. Wer die Fahrer anspricht, bekommt oft patzige Antworten. Jetzt greift die Stadt ein.

Starnberg – Das Bild machte im Sozialen Netz Facebook die Runde: Vom Bahnsteig des Bahnhof See in die Unterführung aufgenommen, zeigt es ein vorbeifahrendes Auto - Richtung Innenstadt. Der Fahrer kam freilich nicht weit, an der Treppe war Schluss. In die Bahnhofsunterführung zu fahren, mag ein Einzelfall sein – Fahrzeugverkehr auf der Seepromenade ist beinahe ein Normalzustand. Ab Sommer soll eine neue Schranke dem endgültig ein Ende machen.

Die Starnberger Seepromenade als Aushängeschild der Stadt leidet seit jeher ortsunkundigen Fahrern. Eigentlich sollte die Schranke am „Undosa“ verhindern, dass Unbefugte auf die Promenade fahren können. Die allerdings ist in der Vergangenheit oft kaputt gewesen und steht offen (wir berichteteten). Werner Gschwendtner, Inhaber des Kiosk an der Bahnhofsunterführung, wundert sich schon gar nicht mehr. Ein bis drei Autos beobachtet er täglich an der Seepromenade. „Ich halte sie dann auf und erkläre, dass sie hier falsch sind. Aber von manchen kriegt man dumme Antworten. Und andere fahren mit einem Affenzahn an Kindern vorbei.“ Gschwendtners kurioser Höhepunkt war der Neujahrstag: Ein älterer Herr steuerte seinen Kleinwagen durch die komplette Bahnhofsunterführung. „Und er hat auch noch einen Aufsteller von mir mitgenommen“, berichtet der Kioskbetreiber.

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Ab Sommer soll es eine komplett neue Lösung geben, nachdem alle bisherigen Versuche keine durchschlagenden Erfolge waren. Die Schranke wird versetzt, nämlich vom „Undosa“ zur Unterführung von der Possenhofener Straße. Eine Zufahrtsberechtigung bekommt nur, wer eine bei der Stadt beantragt und dies auch begründet. Derzeit prüfe die Stadt neue Schrankensysteme, Anwohnern und Unternehmen im Bereich der Promenade und des Unteren Seeweges seien über die Pläne informiert worden, sagt Bürgermeisterin Eva John. Die Betroffenen können dazu nun Stellung nehmen. Geplant sei, dass Behinderte die Schranke mit einem so genannten Euro-Schlüssel öffnen können, weil dahinter die Behindertenparkplätze liegen. Zur Durchfahrt berechtigt sollen nur Lieferanten und dergleichen sein, und Personen, die dort einen persönlichen Parkplatz haben. Lieferanten zu den Gastronomiebetriebe müssten sich also vorher bei der Stadt einen Schlüssel oder einen Chip – je nach Schrankensystem – besorgen. Bisher hatte das „Undosa“ die Hoheit über die Schranke, was auf einem vor Jahren geschlossenen Vertrag beruhte. Den hat die Stadt zum Ende des vorigen Jahres gekündigt.

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Dieses neue System ist vom zuständigem Stadtratsausschuss schon vor einiger Zeit gebilligt worden und beinhaltet noch mehr. Die Unterführung von der Possenhofener Straße Höhe MRSV wird als Einfahrt gesperrt – ausfahren bleibt dort aber möglich. Radfahrer sind von dieser Regel nicht betroffen. Die damit verbleibende Zufahrt von der Kurve aus beim MYC zum Unteren Seeweg wird ebenfalls eingeschränkt – es dürfen nur noch Anlieger einfahren, teilte die Stadt auf Anfrage mit.

Im „Undosa“ ist man mit der neuen Lösung nicht so glücklich.

Der Polizei ist der Verkehr auf der Seepromenade und das Parkchaos dort im Sommer schon lange ein Dorn im Auge. „Das ist der Wahnsinn“, sagt der Verkehrssachbearbeiter der Starnberger Inspektion, Oliver Jauch. Er prüft Möglichkeiten, diesen Sommer dort stärker durchzugreifen, eventuell mit Zusatzkräften von außerhalb und mit Hilfe von Abschleppwagen. Die Lösung der Stadt findet die Zustimmung der Polizei.

ike, gma

Von einem „Chaos“ an Unterem Seeweg und Seepromenade berichtet Starnbergs Polizei: Über die Feiertage Ende April musste sie dort fast 30 Mal eingreifen. Nun soll bis Ende Mai eine neue Verkehrsregelung umgesetzt werden, berichtet Merkur.de.

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