FC Bayern: Tolisso bricht Training ab - Er fasst sich ans Herz!

FC Bayern: Tolisso bricht Training ab - Er fasst sich ans Herz!

Irre Geschichte

Besitzer fordert sogar Rückbau: Sieben Jahre Streit um Jaguar-Reparatur

+
Seit sieben Jahren steht ein Jaguar in der Werkstatt, der Besitzer klagt vor dem OLG.

Seit sieben Jahren steht ein Jaguar Typ XJ4 in einer Starnberger Autowerkstatt. Auto- und Werkstattbesitzer haben sich so zerstritten, dass die Reparatur nicht vorangeht. Nun ist der Streit vor dem Oberlandesgericht München gelandet.

Starnberg – Als der Starnberger Anwalt Ende März 2012 mit seinem Jaguar unterwegs war, kam es zu einem Motorschaden. Die Leistung fiel plötzlich ab, der Wagen verlor massiv Öl durch den Auspuff. Der Mann fuhr das Auto noch zur Werkstatt und bat den dortigen Chef, das Notwendige zu veranlassen. Zunächst stellte der Mechaniker eine defekte Zylinderkopfdichtung fest und sandte dem Jaguar-Besitzer einen Kostenvoranschlag über rund 3400 Euro zu. Der stimmte den Arbeiten zu. Nach der Demontage des Zylinderkopfes stellte der Reparateur weitere Schäden fest und schlug vor, den Motor auszutauschen. Auch dieser Maßnahme stimmte der Anwalt zu.

Doch auch danach ging es noch weiter: Bei einer Probefahrt stellte der Werkstatt-Chef fest, dass der Motor weiterhin nicht rundlief und es zu Zündaussetzern kam. Er wollte auch diesen Fehler beheben. Deshalb brachte er das Fahrzeug zu einer Jaguar-Vertragswerkstätte. Diese ermittelte als weitere Fehlerursache eine defekte Schwungscheibe sowie einen verstopften Katalysator – und reparierte die Schäden.

Als der Jaguar-Fahrer davon erfuhr, ärgerte er sich, weil er angeblich bereits schlechte Erfahrungen mit dieser Firma gemacht hatte. Die Herausgabe des Fahrzeugs forderte er trotzdem nicht. Am 26. Juli 2012 setzte der Anwalt der Starnberger Werkstatt eine Frist zum ordnungsgemäßen Abschluss der Reparaturarbeiten bis zum 3. August. Diese teilte ihm mit, dass es beim Katalysator zu Lieferschwierigkeiten gekommen sei. Erst am 17. August war dann alles fertig.

Besitzer fordert Wiedereinbau der defekten Teile

Dennoch trat der Autobesitzer am 29. August vom Reparaturvertrag zurück. Er forderte von der Starnberger Werkstatt den Rückbau sämtlicher Reparaturen, den Wiedereinbau der defekten, ausgebauten Teile und die Herausgabe des Fahrzeugs im zurückgebauten Zustand bis zum 6. September. Die Werkstatt dagegen verlangte mit Rechnung vom 3. September rund 18.600 Euro – und bot das Fahrzeug zunächst gegen Zahlung an. Später galt das Angebot dann ohne Bezahlung – aber nicht im zurückgebauten Zustand, wie es der Eigentümer verlangte.

„Sie haben den Auftrag gegeben, dass es fahrbereit sein muss“

Seitdem wurden beide Seiten sich nicht einig. Der Fall landete erst vor dem Landgericht München II, das die Klage des Anwalts abwies. Auf die Widerklage der Werkstatt hin verurteilte es ihn zur Zahlung von 7600 Euro. Diese Woche nun landete der Fall vor dem OLG. „Ich fühle mich massiv über den Tisch gezogen“, sagte der Jaguar-Fahrer. Er ärgerte sich auch noch nach sieben Jahren: „Wenn weitere Arbeiten zu machen sind, muss man Bescheid sagen.“ Die Katalysator-Reparatur hätte er auf alle Fälle untersagt. „Wenn ich gewusst hätte, dass es mit 6000 bis 7000 Euro nicht getan ist, hätte ich einen Schlussstrich gezogen und das Auto einem Bastler gegeben.“ Das OLG allerdings schlug sich auf die Seite des Werkstattbesitzers. Es habe sich um einen sogenannten Overhead-Auftrag gehandelt, sagte der Vorsitzende Richter. Das Auto sei mit dem Einbau des Motors noch nicht fahrbereit gewesen, lief unrund. „Sie haben den Auftrag gegeben, dass es fahrbereit sein muss.“ Der Anwalt widersprach.

Auch Kläger und Beklagter gerieten aneinander. „Sie haben das Fahrzeug nicht abgeholt, nicht das Gespräch gesucht“, sagte der Werkstatt-Inhaber. „Sie haben mit Kanonen auf Spatzen geschossen.“ Der Kläger konterte: „Sie haben nie gesagt, dass es abholbereit ist.“ Das wiederum dementierte der Werkstattbesitzer. Das Gericht schlug vor, dass der Kläger 7600 Euro zahlt. Der Mann schlug das jedoch aus. „Das widerstrebt meinem Gerechtigkeitssinn.“ Ein Urteil soll im September fallen.

Lesen Sie auch: Urteil-Hammer! Tim Wiese wegen Lamborghini auf Behindertenparkplatz hart bestraft

Auch interessant

Meistgelesen

Lkw steckt unter Brücke fest: Fahrer will nichts bemerkt haben
Lkw steckt unter Brücke fest: Fahrer will nichts bemerkt haben
Walchenseer gehen auf die Straße: Demo am See gegen Massenansturm aus München
Walchenseer gehen auf die Straße: Demo am See gegen Massenansturm aus München
Die Hilfe kam zu spät: Münchner Mountainbiker stirbt nach Sturz an Isar - Spaziergänger fanden ihn schwerverletzt
Die Hilfe kam zu spät: Münchner Mountainbiker stirbt nach Sturz an Isar - Spaziergänger fanden ihn schwerverletzt
Gefahr bei Verzehr: Münchner Metzgerei ruft beliebte Würste zurück
Gefahr bei Verzehr: Münchner Metzgerei ruft beliebte Würste zurück

Kommentare