Frau will Filiale nicht verlassen

Polizisten tragen Kundin aus Starnberger Bankfiliale: Aufruhr im Geldhaus

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Eine Kundin wollte die Bankfiliale nicht verlassen. Dabei hatte sie schon Hausverbot. (Symbolbild)

Polizisten mussten in einer Starnberger Bankfiliale einschreiten, weil eine Kundin nicht gehen wollte. Der Fall landete vor dem Amtsgericht.

Starnberg – Trotz Hausverbots wollte eine Starnbergerin ihre Bankfiliale partout nicht verlassen. Sie musste schließlich von Polizisten aus einem Starnberger Bankgebäude getragen werden. Offenbar gebärdete sich die 44-Jährige dabei ziemlich widerborstig. Dieser Tage musste sie sich wegen Hausfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie vorsätzlicher Körperverletzung vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten.

Kundin führte sich regelmäßig am Schalter auf

Geldbewegungen auf ihrem Konto machten der Freiberuflerin schon länger zu schaffen: „Es gab ungeklärte Zahlungsvorgänge auf meinem Geschäftskonto.“ Als die 44-Jährige im Oktober die Starnberger Bankfiliale aufsuchte, war sie ein bekanntes Gesicht für das Bankpersonal. „Es gab vermehrt Pfändungen auf ihrem Konto. Sie kam einmal die Woche mit Belanglosigkeiten und hat sich dann am Schalter aufgeführt. In dem Moment, wo sie in der Filiale war, war kein normaler Geschäftsbetrieb mehr möglich“, erklärte der stellvertretende Filialleiter (36) im Zeugenstand. Schließlich habe man die Konsequenzen gezogen und ein Hausverbot verhängt. Eine Maßnahme, von der die Starnbergerin keine Kenntnis hatte oder haben wollte: „Vom Hausverbot weiß ich nichts.“

Frau stemmt sich gegen die Polizisten

Als sie Ende Oktober kurz vor Geschäftsschluss in die Filiale kam, eskalierte die Situation. Das Bankpersonal rief die Polizei. Auf mehrfache Aufforderungen, das Haus zu verlassen, soll die Angeklagte nicht reagiert haben, so der 36-jährige Bankkaufmann. Schließlich griffen die Polizisten die 44-Jährigen unter den Armen und trugen sie Richtung Ausgang. Dort soll sie mit aller Kraft die Beine in den Türrahmen geklemmt haben, weshalb die Beamten sie auf den Boden drücken mussten. Im Gerangel erlitt ein Beamter Verletzungen.

Angeklagte beteuert: „Ich wollte die Bank ja selber verlassen“

Auch für die 44-Jährige war das Geschehnis eine rechte Tortur: „Man hat mich umgelegt und mir die Knie ins Kreuz gestemmt. Das Blut ist mir von der Stirn gelaufen, weil man mich über den Teppich geschleift hat.“ Dem Gericht legte die Angeklagte Fotos mit ihren Schürfwunden vor. Die Aktion sei völlig unnötig gewesen: „Ich wollte die Bank ja selber verlassen. Auf meinen eigenen Füßen.“

Richterin gibt der Angeklagten einen Ratschlag

Nach Ansehen eines Videos jedoch waren für das Gericht sämtliche Zweifel vom Tisch. Richterin Christine Conrad ließ wissen: „Ich kann Ihnen nur raten, den Einspruch gegen den Strafbefehl zurückzunehmen. Die dort ausgesprochene Geldstrafe von 70 Tagessätzen à 30 Euro ist an der untersten denkbaren Grenze.“ 

Die Starnbergerin lenkte schließlich ein und zog ihren Einspruch zurück. Als Hinweis gab Richterin Conrad ihr mit auf den Weg: „Das Hausverbot gilt weiterhin. Sie müssen sich schriftlich an die Bank wenden.“

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