Werttransporter in Söcking ausgebremst

Starnberger will Fahrer "disziplinieren" - Strafanzeige

Starnberg - Mancher Bewohner des Landkreises Starnberg hat ein eigenwilliges Rechtsempfinden. Vor wenigen Tagen schwang sich ein Mann zum See-Wächter auf, am Mittwoch glaubte ein Autofahrer, einen Werttransporter-Fahrer "disziplinieren" zu müssen. Die Folge: eine Strafanzeige und Sachschaden.

"Selbsternannter Verkehrserzieher bremst Werttransporter aus" titelte die Starnberger Polizei ihren Bericht über einen Vorfall am Donnerstagnachmittag auf der Andechser Straße in Söcking. Demnach waren zwei Mitarbeiter einer Geldtransportfirma Richtung Stadt unterwegs. Auf Höhe des Oberbrunner Holzes wollte der Fahrer einen langsamen VW überholen. Als sich der Werttransporter bereits auf selber Höhe befand, beschleunigte der VW-Fahrer laut Polizei unvermittelt stark und scherte seinerseits ohne Grund auf den Fahrstreifen für den Gegenverkehr aus - er setzte sich damit direkt vor den Werttransport. Der Fahrer des Sprinters konnte einen Zusammenstoß nur durch eine sofortige Vollbremsung vermeiden.

Also blieb der 22-Jährige am Steuer des Transporters vorsorglich hinter dem VW, dessen Fahrer jedoch keine Ruhe gab. Er bremste auf freier Strecke ohne ersichtlichen Grund seinen Kleinwagen stark ab, teilte die Starnberger Inspektion weiter mit, so dass der Werttransportfahrer wieder mit einer sofortigen Vollbremsung reagieren musste, um einen Verkehrsunfall zu verhindern.

Im Söckinger Zentrum hielten beide Fahrzeuge an - die Aussprache der Fahrer war so lebhaft, dass Polizeibeamte hinzugezogen wurden. Der VW-Fahrer, ein 38-jähriger Starnberger, erklärte ganz offen, , er habe den hinter ihm fahrenden Sprinter „disziplinieren“ wollen, da dieser seiner Einschätzung nach zu weit aufgefahren sei.

Die Beamten sahen das anders und leiteten ein Verfahren wegen Nötigung im Straßenverkehr ein. Der Starnberger bestand darauf, dass ein gleichgelagertes Ermittlungsverfahren gegen den Fahrer des Werttransportes wegen der Unterschreitung des Sicherheitsabstandes einzuleiten.

Für den Starnberger könnte es auch finanziell teuer werden. Durch die Vollbremsungen wurden die Wertbehälter durcheinandergewirbelt. Der Sachschaden steht jedoch noch nicht fest.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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