Startbahn-Gegner starten Schlussoffensive

München - Mit einer großen Schlussoffensive wollen die Gegner der dritten Startbahn am Flughafen für einen Sieg beim Bürgerentscheid am Sonntag kämpfen. Ministerpräsident Seehofer wirbt eindringlich für die Startbahn.

Vor dem Münchner Bürgerentscheid über den Bau der dritten Flughafen-Startbahn am Sonntag hat Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) eindringlich um Zustimmung zu dem umstrittenen Projekt geworben. Es stehe viel auf dem Spiel, sagte Seehofer am Montag vor einer CSU-Vorstandssitzung in München. Die Startbahn-Gegner kündigten derweil eine große Schlussoffensive an - inklusive eines Protestcamps vor der Staatskanzlei. Man wolle in den verbleibenden Tagen alle Kräfte mobilisieren, erklärten Vertreter des Bündnisses gegen die dritte Startbahn am Flughafen Franz Josef Strauß am Montag.

Seehofer verwies auf die gesamtbayerische Bedeutung des Flughafens: “Bayern war nicht immer das Fünf-Sterne-Land, das es heute ist - und das ist ganz entscheidend auch auf den Flughafen zurückzuführen.“ Eine zeitgemäße Infrastruktur sei für den Freistaat existenziell. Seehofer kündigte zugleich an, die Landtagswahl im Herbst 2013 notfalls auch zu einer Abstimmung über die dritte Startbahn machen zu wollen - wenn dies dann noch nötig sein sollte.

Finanzminister Markus Söder (CSU) betonte, er gehe fest davon aus, dass eine Mehrheit der Münchner am Sonntag für die dritte Startbahn stimme. Die Argumente seien “relativ eindeutig“, sagte Söder, der qua Amt auch Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft ist.

Schlussoffensive der Gegner: "Occupy Staatskanzlei"

Teil der Schlussoffensive der Startbahn-Gegner ist das Projekt “Occupy Staatskanzlei“: Von Donnerstag bis Samstag wollen Kritiker aus München und aus den betroffenen Kommunen in der Galeriestraße bei der Staatskanzlei ein Camp aufschlagen und dort übernachten - und so noch einmal gegen die umstrittene dritte Startbahn demonstrieren.

Neben Kinospots und Werbung in den Münchner U-Bahnhöfen sollen zudem rund 250 000 Notizzettel an Briefkästen in München geklebt werden - mit einer “Anleitung“ zum Ausfüllen des Stimmzettels. Weil es insgesamt drei Fragen zu beantworten gibt, fürchten die Startbahn-Gegner, dass einige Bürger ihre Kreuzchen am Sonntag irrtümlicherweise an der “falschen“ Stelle machen könnten.

Die Bürger der Landeshauptstadt, die neben dem Bund und dem Freistaat an der Flughafengesellschaft beteiligt ist, entscheiden an diesem Sonntag (17. Juni) über die dritte Startbahn. Wenn sich genügend Wahlberechtigte beteiligen und gegen den Bau votieren, ist das Projekt gestoppt. Andernfalls läuft das Verfahren weiter. Unter anderem werden dann auch noch die Gerichte das Wort haben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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