Ein Münchner am Himmel

Stefan Aaron landet mit Flügel am Flughafen

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Stefan Aaron schwebt gerade auf dem Airport ein – wo er ein Konzert mit ­eigenen Songs gibt

München - Stefan Aaron ist ein echter Münchner am Himmel. Der 42-jährige Singer und Songwriter zeigt ziemlich plastisch: Musik verleiht Flügel.

Stefan Aaron hat eine narrische Freude daran, seine Musik an

Aaron über den Wolken.

ungewöhnlichen Orten zu präsentieren. Nun gut, einen Hubschrauber braucht’s schon auch – und Sicherheit. „Ich bin mit einer so genannten PSA auf meinem Klavierstuhl befestigt, wie man sie etwa für Fallschirmsprünge hat“, erklärt der Münchner der tz. „Das Klavier ist auf den Aluminium-Teppich aufgeschraubt. Dafür hat Metallarbeiter Hans Holzmayr aus Unterreit sein ,Masterdiplom Fliegender Teppich‘ verdient.“

Eine Viertelstunde war er in der Luft, flog vom Westtower des Münchner Airports ein paar Runden („ungefähr in Radl-Geschwindigkeit“), um auf dem Flughafen-Gelände zu landen und ein halbstündiges Konzert zu geben.

Zugig wurde es nicht in der Luft – „die Jacke hab ich auf Anraten des

Ein Mann an der frischen Luft.

Hubschrauber-Piloten angelassen, aber es war ja sehr heiß am Dienstag“, sagt Aaron. Wo es als nächstes hingeht, weiß er noch nicht. „Das ist ja immer eine Frage von Sponsoring, wer mir diese Konzerte finanziert“, sagt er. Am liebsten würde er – nach Norwegen und München – wieder weg aus Europa. „Ein Wolkenkratzer, das wär’s“, sagt er.

Und wenn er weiter träumen dürfte? „Dann würde ich gerne am Nordpol neben der berühmten Pinguin-Glaskugel spielen, auf einem 7000er im Himalaya und auf der großen Maya-Pyramide Yucatán in Mexiko.“

Den Mexiko-Plan wollte er schon mal in die Tat umsetzen, aber: „Ich habe keine Genehmigung bekommen. Ich wollte dort eigentlich genau am Tag des angeblich im Maya-Kalender für 2012 prophezeiten Weltuntergangs spielen.“

Mitspielen muss bei all diesen abenteuerlichen Tasten-Trips auf jeden Fall das Wetter. „Bisher hatte ich großes Glück. Bei meinem Konzert auf der Chinesischen Mauer war’s der erste schöne Tag nach 40 Tagen Dauerregen. Wer weiß, wie lange die Sponsoren längere Wartezeiten mitmachen?“

Bei aller Show: Aaron will als Künstler ernst genommen werden und auf seine Songs aufmerksam machen. „Ich will nicht der verrückte Stuntman sein, sondern Musiker“, sagt er. Mehr Infos über das Projekt im Internet: orange-piano-tour.com.

Hier war Aaron schon

Mit seinem orangefarbenen Piano hat Stefan Aaron schon so einiges erlebt –

Aaron auf dem Alphubel in der Schweiz.

und zum Klingen gebracht. So etwa auf der Chinesischen Mauer, auf dem Preikestolen in Norwegen – mit Top-Aussicht über den Lyse­fjord, und auf dem 4206 Meter hohen Alphubel in Saas-Fee. Der Alphubel war übrigens nur ein Kompromiss für den Münchner Songwriter und Klavierspieler. „Eigentlich wollte ich auf den Mont Blanc, aber ich habe keine Genehmigung bekommen“, so Aaron zur tz.

Matthias Bieber

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