Fall liegt elf Jahre zurück

Stiftete Mutter ihren Sohn zu Mord an Vater an? Jetzt fährt Familie wieder gemeinsam in Urlaub

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Die Angeklagte, die auf freiem Fuß ist und auch niemals in U-Haft kam, mit einem ihrer insgesamt drei Verteidiger, Rechtsanwalt Christian Langgartner. 

Ein Mordfall beschäftigt das Schwurgericht München II. Eine Mutter aus Altomünster soll ihren Sohn dazu animiert haben, den Vater mit einer Hantel zu erschlagen.

Altomünster – Streitigkeiten begleiteten den Familienalltag in Altomünster (Kreis Dachau), solange sich Pia W. (Name geändert) erinnern konnte. Die Buben waren aufmüpfig, der Vater entwickelte sich zum „Kontrollfreak“. Irgendwann stahl sich die Mutter aus der Familie, ging mit Freunden von früher aus. Drei Jahre lang führte sie mit einem Mann ein außereheliches Verhältnis, Sex stand angeblich nicht im Vordergrund. 

Währenddessen zog sie den jüngeren Sohn auf ihre Seite. Als er schließlich für sie die Hantel ergriff und das 1,5 Kilo schwere Stück auf den Kopf des Vaters fallen ließ, stellte sich die Mutter anschließend schützend zwischen ihn und den aufbrausenden Vater. Das sei ein Versehen, beruhigte sie ihren Mann. Er glaubte ihr zunächst. Bis der Mordverdacht aufkam, vergingen Jahre.

Ermittlungen wegen versuchten Mordes in Altomünster - Jahre später

Als Pia W. 2013 ein Schreiben im Briefkasten fand, in dem es hieß, gegen sie werde wegen versuchten Mordes ermittelt, traf sie der Schlag. Ihr Mann wollte sich von ihr scheiden lassen. Für die dreifache Mutter brach eine Welt zusammen. Wer sie bei der Polizei hingehängt hatte, erfuhr sie nie. Es soll ein Kollege ihres Mannes gewesen sein, der bei der Polizei arbeitet und das Kapitaldelikt nicht für sich behalten durfte.

Angeklagte Mutter: Auch ihr Ex-Liebhaber zog sie schon vor Gericht 

„Der Vorwurf ist unrichtig“, ließ die 50-Jährige gestern zu Prozessauftakt vor dem Landgericht München II erklären. Sie habe ihren Ehemann nicht töten wollen. Die Tat sei nie geplant gewesen, sondern das Produkt der Phantasie ihres jüngsten Sohnes. Er habe die Vorwürfe konstruiert. Weitere Angaben machte sie nicht. Die Infos ihrer Lebensgeschichte holten sich die Richter aus dem Gutachten des Psychiaters. 

Dort hatte die Angeklagte Angaben gemacht. Demnach war sie drei Jahre mit einem gewissen Volker Z. (Name geändert) zusammen gewesen. Die Affäre endete im Desaster. Volker Z. zeigte sie an, weil er angeblich permanent stumme Anrufe von ihr bekam. In einer Zivilklage verlangte Z. 25 000 Euro von ihr, vor dem Oberlandesgericht (OLG) einigte man sich schließlich auf 5000 Euro.

Finanzielle Abhängigkeit hält Angeklagte in Ehe gefangen

Tatsächlich sollen die Buben Mamas Liebhaber mit Anrufen geärgert haben. Im Gegenzug will die Angeklagte bis heute unter Telefonterror eines ihr unbekannten Anrufers leiden. Dabei dürfte hinter den Liebschaften der 50-Jährigen das Motiv für den vermeintlichen Tatplan liegen. Pia W. wollte sich von ihrem Mann trennen, dafür fehlte ihr aber das Geld, der 54-Jährige war der Alleinverdiener der Familie, sie war an ihn gebunden. In der Anklage werden als Mordmerkmale Habgier und Heimtücke genannt.

Attackierter Ehemann verweigert Aussage

Der Ehemann und die erwachsenen drei Kinder machten von ihrem Aussage-Verweigerungsrecht Gebrauch und zogen auch teilweise ihre Aussagen beim Ermittlungsrichter zurück. Momentan hat die Familie angeblich wieder zueinander gefunden. Die Burschen leben heute in einer WG in Ottobrunn, die Tochter (29) ist nach Oberschleißheim gezogen. Die Eheleute wohnen mittlerweile in Eching (Kreis Freising). „Es läuft alles bestens“, war die Angeklagte dann doch zu einer Aussage bereit. Die Familie fahre wieder gemeinsam in den Urlaub, fügte sie hinzu. In den nächsten Tagen sollen die Freunde der Angeklagten als Zeugen und auch eine geschaltete Telefonüberwachung Licht in den seltsamen Fall bringen.

Im fränkischen Gunzenhausen soll ein Familienvater seine drei Kinder und seine Ehefrau ermordet haben. Dafür wurde der 31-Jährige zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Ein 64-Jähriger hat in Germering seine Nachbarin mit einer Axt, einem Seil und einem Messer ermordet: Im Prozess um den Axtmord von Germering ist nun das Urteil gefallen, berichtet Merkur.de*. Mit seinem VW-Bus ist ein 33-Jähriger im vergangenen Sommer ins Haus seiner Ex-Freundin in Indersdorf gerast. Jetzt ist ein Urteil gefallen (Merkur.de*).

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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