Dreiste Finder

Stoff-Frosch „Lippi“ als Geisel - Übergabe wurde zum Thriller

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Lippi (l.) mit seinem neuen Zwillingsbruder Luppi.

„Lippi“ ist wieder da! Nachdem der Stoff-Frosch verschwunden war und seine Besitzer 500 Finderlohn ausgelobt hatten, ist das Tierchen wiederaufgetaucht. Wie, gleicht einem Thriller.

Poing – Aufatmen bei seinen Adoptiv-Eltern Natalie und Carsten Stadler-Thurow aus Poing und seinen Fans auf der ganzen Welt: „Lippi“ ist wieder da! Der knuddelige Frosch aus Stoff wurde am Samstagabend seinen Besitzern zurückgebracht, die 500 Euro Belohnung ausgelobt und auch bezahlt haben. Die Übergabe lief ab wie in einem Thriller.

„Das war total irre“, sagt Natalie (43) Stadler-Thurow und erzählt: Am Samstagvormittag meldete sich eine Familie aus Riem, die Lippert, kurz „Lippi“, am 29. November auf dem Lidl-Parkplatz in Poing gefunden und mitgenommen hatte. Carsten (50) Stadler-Thurow hatte ihn dort verloren, vermutlich war er aus dem Einkaufswagen oder aus dem Auto gefallen. Kurz nach dem ersten Anruf habe noch mal eine Frau der Familie angerufen und im gebrochenen Deutsch gesagt: „Wollen mehr Geld, will ich neues iPhone kaufen“, berichtet die Sachbearbeiterin.

„Lippi“ hat einen eigenen Instagram-Account

Am Boden zerstört: Natalie und Carsten Stadler-Thurow, die Besitzer von „Lippi“.

Für sie und ihren Mann ist der Stoff-Frosch mehr als nur ein Kuscheltier. „Das Schicksal wollte uns keine Kinder schenken“, erzählt sie, deshalb haben sie vor rund zehn Jahren „Lippi“ adoptiert. „Er war und ist für mich immer da, auch in der Zeit, als ich schwer krank war. Er spendet mir Trost, wenn es mir schlecht geht. Wir lieben ihn über alles!“

Auf Instagram hat der Frosch einen eigenen Account („lippisworld“) und eine große Fangemeinde mit gut 1500 Menschen, die ihm folgen. Weil ihnen Lippert so viel bedeutet, haben seine Adoptiv-Eltern ihr Weihnachtsgeld zusammengekratzt, 500 Euro Belohnung ausgelobt und hunderte Flugblätter gedruckt und aufgehängt.

Die Finder wollen mehr Geld

Am Samstagvormittag klingelte das Telefon. „Wir haben ihnen gesagt, dass wir nicht mehr als die 500 Euro haben und dass sie erst mal kommen sollen“, erzählt Natalie Stadler-Thurow. Zum vereinbarten Termin am Samstag um 18 Uhr am Lidl-Parkplatz seien dann acht, neun Personen in zwei großen Autos vorgefahren. „Eine Frau hat uns Lippi gezeigt, ihn wieder ins Auto geschleudert und mehr Geld gefordert.“

„Lippis“ Besitzer riskiert für den Frosch alles

Carsten Stadler-Thurow reagierte blitzschnell, hechtete ins Auto, um den Frosch zu befreien. Daraufhin habe ein Mann ihm das Stofftier gegeben, im Gegenzug erhielt er die 500 Euro. Damit wollten sich die Finder aber nicht zufrieden geben, „plötzlich standen alle um uns herum“, berichtet Natalie Stadler-Thurow. Ihr Mann habe ihnen dann noch 50 Euro gegeben und mit der Polizei gedroht. Daraufhin seien sie weggefahren.

Eine Frau aus Brandenburg schickte den Stadler-Thurows zum Trost einen „Lippi-Zwillingsbruder“.

„Für uns ist es wie ein Weihnachtswunder“, sagen die Adoptiv-Eltern. Freilich ist ihnen bewusst, dass es sich lediglich um ein Stoff-Tier handelt, aber für sie eben um ein ganz Besonderes. In den Tagen nach „Lippis“ Verschwinden nahm die weltweite Plüschtier-Gemeinde Anteil, eine Frau aus Brandenburg schickte der Familie in Poing einen neuen Stoff-Frosch, der Lippert zum Verwechseln ähnlich sieht. „Das ist jetzt sein Zwillingsbruder ,Luppi’“, freuen sich Natalie und Carsten Stadler-Thurow. Mit Freunden feierten sie am Samstagabend Lipperts Rückkehr. „Auch wenn es eine große Aufregung war: Das war es wert, wir haben unseren Lippi wieder!“ Ab sofort passen die Adoptiv-Eltern freilich noch besser auf ihn auf – und auf seinen neuen Zwillingsbruder „Luppi“.

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