Skurriler Prozess: Gericht verbietet ihm den Handel mit Busen-Pillen

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nternehmer Radoslaw T. (38).

München - Ein Unternehmer (38) aus Fürstenfeldbruck vertreibt von seinem Brucker Ein-Mann-Büro aus Tabletten mit einem besonderen Versprechen. Doch jetzt ist damit Schluss.

Große, feste Brüste. Rund und prall. In nur wenigen Wochen zum Traum-Dekolleté - das verspricht Radoslaw T. (38) aus Fürstenfeldbruck seinen Kundinnen. Er wollte ein Busen-Baron sein: Seit drei Jahren beliefert der Unternehmer Frauen in Polen mit angeblich brustvergrößernden Wachstumspillen - über das Internet von seinem Keller aus. Dort lagert er bis zu einer halben Million Präparate mit den Namen The Natural Push Up, verspricht Frauen durch die Einnahme eine Zunahme ihres Brustumfangs.

Können Pillen für pralle Dekolletés sorgen?

Doch damit ist jetzt Schluss, hat das Verwaltungsgericht München am Mittwoch entschieden. Denn: Werbung für Brustvergrößerungen sind nach EU-Recht verboten. Und: Die Mittel müssen auch halten, was sie versprechen, müssen Inhaltsstoffe klar auf der Verpackung oder dem Beipackzettel aufführen. Das war nicht der Fall. In Deutschland darf Radoslav T. die Pillen deshalb nicht mehr lagern und auch nicht nach Polen vertreiben. Seine Klage gegen ein Verbot des Produkts wurde abgewiesen. Der Busen-Baron kann das nicht verstehen: „In Zeiten, in denen Brust-Implantate platzen, bin ich mit meinen Pillen doch eine gute Alternative“, sagt Radoslaw T. Und: „Tausende Frauen kaufen regelmäßig bei mir ein. Wer keine Wirkung spürt, kriegt sein Geld zurück. Das kam erst zweimal vor.“ Aber ist damit wirklich alles perfekt?

Gut, Radoslaw T. wirbt mit rein pflanzlichen Inhaltsstoffen. Das Gericht stellte auch tatsächlich fest: Die Pillen enthalten fast nur Stärke und Hopfen. Hört sich eher an wie Zutaten für Kuchen und Bier...Zehn (!) Pillen sollen täglich eingenommen werden, dazu zwei Liter Wasser. Eine Packung enthält 600 Pillen. Erst nach zwei Kuren werde die Brust aber fester und straffer. Heißt konkret: 1800 Pillen, bis man was merkt. Oder besser gesagt: bis man etwas sieht. Einen größeren Busen nämlich. „In Polen gab es nie Probleme mit der Zulassung“, sagt der Busen-Baron aus Fürstenfeldbruck. Eine anynome Anzeige hatte die bayerischen Behörden auf das Produkt aufmerksam gemacht. Jetzt muss Radoslaw T. seinen Keller räumen. Das Busen-Geschäft ist geplatzt...

So lief das Busen-Geschäft im Internet

Große Brüste in kurzer Zeit bewarb Radoslaw T. (38) auf seiner Internet-Seite.

Der Einkauf im Internet ist anonym - und so musste es auch keiner der Kundinnen von Busen-Baron Radoslaw T. (38) aus Fürstenfeldbruck peinlich sein, seine brustvergrößernden Pillen zu bestellen. 600 Stück enthält eine Vorteilspackung des so genannten Brust-Serums. Sie kostet 116,95 Euro und verspricht Brustwachstum um eine Körbchengröße innerhalb von zwei bis drei Monaten. Das Präparat wird in Holland hergestellt und nur über das Internet vertrieben. Das Bayrische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit konnte die Wirkung in wissenschaftlichen Untersuchungen allerdings nicht bestätigen.

Andreas Thieme

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