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„Überall Tretminen“: Gänsekot an Strandbad sorgt für großen Ärger - Einheimische sehen Rot

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Unliebsame Gäste im Strandbad St. Alban: Graugänse, die auf der Liegewiese Tretminen hinterlassen.
Unliebsame Gäste im Strandbad St. Alban: Graugänse, die auf der Liegewiese Tretminen hinterlassen. © dieter roettig

Gänsekot auf der Liegewiese des Strandbades St. Alban erzürnt viele Senioren. „Überall Tretminen, man findet kaum einen sauberen Platz“, so der Vorwurf. Nun richten sie einen Appell an die Verwaltung.

St. Alban – Zu viel Gänsekot auf der Liegewiese im Dießener Ortsteil St. Alban, das war Thema auf der jüngsten Sitzung des Dießener Seniorenbeirats. Bürgermeisterin Sandra Perzul ist das Problem wohl bekannt. Sie war öfter vor Ort, um sich ein Bild von dem Zustand der Liegewiese zu machen. Die unappetitlichen Hinterlassenschaften seien nicht hinnehmbar, lautet ihr Urteil.

Zuständig für die Rasenpflege inklusive der Beseitigung von Abfall und Kot sind laut Vertrag die Pächter des Kiosks „St. Alban Beach & Bar“, Bado Schleifenbaum und Tobias Lux. Gegenüber dem Starnberger Merkur erklären sie, das Gänseproblem sei ein Kampf gegen Windmühlen: „Wir sprechen von einer Population von 50 bis 80 Tieren, die jede Scheu vor Menschen verloren haben. Scheuchen wir sie auf der einen Seite ins Wasser, kommen sie Minuten später auf der anderen Seite wieder aufs Gelände.“

Strandbad am Ammersee: Zu viel Gänsekot auf der Liegewiese - Tiere nicht abzuschrecken

Das sei bei 150 Metern Uferlänge für die Gänse kein Problem. Trotz eines Wildzaunes an der Wasserkante und Störversuchen mit einem ferngesteuerten Auto seien sie nicht abzuschrecken. Dazu komme, dass die Gänse immer wieder von uneinsichtigen Badegästen gefüttert würden. Trotzdem versuchten sie alles, das Problem in den Griff zu kriegen.

So wird die 20 000 Quadratmeter große Liegewiese täglich in den Morgenstunden kontrolliert und mit einem Rasenmähertraktor gereinigt. Vergrämung und Kotbeseitigung hätten im besten Fall aber nur eine minimale Halbwertszeit. Denn eine ausgewachsene Gans scheidet täglich bis zu zwei Kilogramm Kot aus, verteilt auf sage und schreibe bis zu 170 Portionen.

Ein Trost: Gänsekot schaut zwar unschön aus, aber gesundheitliche Schäden sind nicht zu erwarten. „Das ist im Grunde nur Gras, die alleinige Nahrung der Wildgänse“, sagt Helmut Kruckenberg von der „rojektgruppe Gänseökologie der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft.

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Sandra Perzul vermutet, dass die Gänse wegen der Baustellen in den Seeanlagen nach St. Alban abgewandert sind. Und auch, weil wegen Corona im vergangenen Jahr weniger Badegäste in St. Alban waren und die Vögel sich dort verstärkt niedergelassen haben. Im vergangenen Jahr hatte sich die Bürgermeisterin bei einem Ortstermin mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) informiert. Auch die Kioskpächter hätten dem Markt Dießen Alternativmöglichkeiten angeboten, die auf anderen Badegeländen zum Erfolg geführt haben. „Einen Konsens konnten wir bisher leider nicht erreichen und das Thema Gans lastet nach wie vor ganz allein auf unseren Schultern“, bedauert Bado Schleifenbaum.

Gänsekot an Strandbad sorgt für Ärger: Sind Tiere wegen Baustellen abgewandert?

Zu einem anderen Vorwurf des Seniorenbeirats nahmen die Pächter Stellung, nämlich: schlechte Gastronomie und lange Wartezeiten, weil sie den Kiosk angeblich unterverpachtet hätten. Das weisen Tobias Lux und Bado Schleifenbaum vehement von sich: „Das dürften wir allein schon aus vertraglichen Gründen nicht und war auch nie unser Ansinnen. Wir haben lediglich eine Betriebsleiterfunktion installiert, die sich um das operative Tagesgeschäft kümmert.“

Sie räumen aber ein, dass es bei einem vollen Bad zu Wartezeiten kommen könne. Auch sie seien vom Personalmangel in der Gastronomie nicht verschont geblieben. Sie hätten sogar eine zweite Kasse für Eis, Getränke und Süßigkeiten eingerichtet, um bei hohem Gästeaufkommen den Andrang zu entzerren.

Auch das Gerücht, sie hätten St. Alban aufgegeben und der Markt suche bereits neue Pächter, sei „Unsinn“. Schleifenbaum: „Wir als junge Gastronomen möchten gerne etwas aufbauen, was leider immer wieder und fortwährend versucht wird, zu torpedieren. Wir haben unseres Wissens nach niemandem etwas getan.“ Von Dieter Roettig

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