Jugendliche zeigen Zivilcourage

Südlich von München: Corona-Masken-Streit im Bus eskaliert - Jugendliche springen Opfer zur Seite

Schattenbild zweier Personen, die sich angreifen. (Symbolbild)
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Als ein Streit um die Corona-Maskenpflicht eskaliert, greifen Jugendliche beherzt ein. (Symbolbild)

Vier Jugendliche aus Geretsried haben vorbildliches Verhalten bewiesen. Als ein Bengale von einem anderen Mann angegriffen wurde, gingen die Freunde beherzt dazwischen.

  • Bei einer Busfahrt auf dem Weg nach Geretsried gibt es einen Streit um Corona-Schutzmasken.
  • Zwei erwachsene Männer geraten aneinder, nach dem Aussteigen wird es schnell handgreiflich.
  • Vier Jugendliche zeigen Zivilcourage. Sie eilen dem Opfer zu Hilfe und schaffen es, die Streithähne auseinander zu bringen.

Geretsried - Nicht wegschauen, sondern sich ein Herz fassen und handeln – für vier Teenager am Mittwoch in Geretsried selbstverständlich. Als ein Streit um das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes* in einem Bus außer Kontrolle geriet, gingen die Freunde dazwischen – und zeigten Zivilcourage.

Corona-Streit eskaliert in Geretsried: Männer schubsen sich gegenseitig auf die Straße

Eigentlich sollte es für Orsolya Miltz (11), Chiara Georgy (13), Adan Handak (15) und Alexander Eigenseer (13) ein gemütlicher Abend werden. Nach einem McDonald’s-Besuch in Wolfratshausen fuhren sie mit dem Bus nach Geretsried. „Da haben wir schon gemerkt, dass irgendwas nicht stimmt“, berichtet Alexander. Ein 45-jähriger Mann aus Bangladesch bat höflich einen Kroaten (48), seine Maske aufzusetzen. „Der Mann schimpfte, was das mit dem Maskentragen überhaupt soll“, erzählt der 13-Jährige. Zufällig stiegen die Teenager an der gleichen Haltestelle aus wie die beiden Männer. Dort, an der Rübezahlstraße, spitzte sich die Lage zu. „Wir sahen, wie der Kroate dem anderen Mann eine Watschn verpasste“, erzählt Orsolya.

Der Angegriffene des bizarren Corona*-Streits wehrte sich, die beiden Männer schubsten sich gegenseitig auf die Straße. „Alexander und ich sind sofort dazwischengegangen“, beschreibt Adan. Der betrunkene 48-Jährige packte ihn am Arm, wollte ihn wegschubsen. Doch davon ließen sich die Teenager nicht abhalten. Durch ihr beherztes Eingreifen schafften sie es, die rangelnden Männer auseinanderzubringen.

Zivilcourage nach Streit um Corona-Schutzmaske: Betrunkener Randalierer wird angezeigt

Währenddessen fuhren einige Autos an der Haltestelle vorbei. Doch niemand hielt an, um den Jugendlichen zu helfen. „Das hat die nicht interessiert. Irgendwann habe ich ein Auto angehalten und die Frau gefragt, ob sie die Polizei rufen kann“, erzählt Chiara. Dass die Jugendlichen womöglich selbst in Gefahr schwebten, daran verschwendet sie keinen Gedanken. „Wir wollten einfach nur helfen“, so Chiara. Als schließlich die Polizei kam, beruhigte sich die Situation. Den Kroaten erwarten nun mehrere Anzeigen. Das Opfer erlitt leichte Blessuren. „Er war uns dankbar“, sagt Orsolya.

Ungewöhnlich ist eine Auseinandersetzung über Corona in diesen Zeiten nicht: In einem Biergarten im niederbayerischen Pilsting eskalierte ebenfalls ein Streit um die Maskenpflicht. Am Ende biss ein Polizeihund zu. Der Schulstart in Bayern steht kurz bevor. Am Freitagvormittag wird es dazu eine Pressekonferenz geben. Derweil überschreitet eine weitere Stadt einen Corona-Grenzwert. *Merkur.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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