Besitzer spricht von einem Schock

Sturm zerstört Bienenhaus - jetzt müssen die Bienen umziehen

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Schwer beschädigt ist das Bienenhaus von Richard Neumeier. Es steht idyllisch am Kanal in Gelting.

Durch Sturmböen wurde das Bienenhaus von Lehrer Richard Neumeier schwer beschädigt. Jetzt versucht er mit Freiwilligen zu retten, was noch zu retten ist. Denn das Bienenhaus ist auch ein Ort der Begegnung.

Gelting – Richard Neumeier spricht von einem „großen Schock“. Der Religionslehrer am Geretsrieder Gymnasium betätigt sich in seiner Freizeit als Imker und bangt jetzt um seine Bienen. Sein kleines Bienenhaus in Gelting, in dem sieben Völker zu Hause sind, ist schwer beschädigt. Durch die heftigen Sturmböen Anfang des Jahres wurde eine Fichte, die direkt neben dem Holzverschlag stand, entwurzelt – und hob das Bienenhaus buchstäblich aus den Angeln.

Bienenhaus ist nicht mehr sicher

Richard Neumeier Der Religionslehrer züchtet in seiner Freizeit Bienen.

Die Schräglage allein ist nicht das Problem: Ein Stromkabel wurde durchtrennt, die Holzwände sind verschoben und zum Teil gebrochen. Obwohl Neumeier den umgestürzten Baum inzwischen entfernen konnte, steht das Haus nach Meinung eines Experten „nicht mehr sicher“. Zusammen mit einigen Helfern schaffte es der Hobbyimker zumindest, das Haus soweit abzusichern, dass es nicht mehr einstürzen kann. Doch die Tür ist so verkeilt, dass man nicht mehr hinein kommt. Der Wabenschrank ist auf die Bienenkästen gestürzt, die Honigschleuder umgefallen, alle Schränke stehen offen, der Inhalt liegt am Boden verteilt und ist zum Teil kaputt gegangen.

„Ich konnte zumindest fünf der sieben Bienenkästen von außen überprüfen“, berichtet Neumeier. Die Deckel sind noch intakt, also verlieren sie keine Wärme. Der Ton der sieben Bienenvölker höre sich am Flugloch relativ ruhig an. Auch wenn es seinen Insekten scheinbar gut geht, ist der Vorfall ein heftiger Schlag für Neumeier. Er betreibt sein Hobby mit viel Idealismus. „Das Bienenhaus ist nicht primär als Ort der Honiggewinnung gedacht, sondern als Ort der Begegnung und Bewusstseinsentwicklung“, erklärt er. Neumeier lud in der Vergangenheit immer wieder Schulklassen ein, sich das Bienenhaus im Grünen anzuschauen. Sogar eine Hochzeit wurde inmitten der unberührten Natur gefeiert. Das Bienenhaus, so formuliert es der Religionslehrer, soll „zur Entwicklung von Lebenshaltungen wie Wahrnehmungsfähigkeit gegenüber Mensch und Natur dienen und die Wertschätzung gegenüber den Gaben fördern, die wir empfangen“, sagt er.

Bienen müssen umziehen

Damit ist erst einmal Schluss. Bis das Kleinod nahe der Loisach wieder steht, müssen die Bienen umziehen. Das gesamte Haus muss – so sieht es momentan aus – vollständig abgetragen und neu errichtet werden. Im Königsdorfer Lehrbienenstand, wo Neumeiers Imker-Karriere vor 16 Jahren begann, können die Bienen überwintern.

An diesem Samstag, 27. Januar, möchte der Gymnasiallehrer möglichst viele Freiwillige zusammentrommeln, um die Insekten umzusiedeln und das Bienenhaus auszuräumen. Schüler aus der ehemaligen und jetzigen Oberstufe haben bereits ihre Unterstützung angeboten. In einer E-Mail an Freunde des Bienenhauses bittet Neumeier darum, „mitzudenken, wie es möglich sein wird, diesen Ort wiederherzustellen“.

Kontakt

Wer die Aktion unterstützen möchte, wendet sich per Mail an info@praxis-richardneumeier.de

Dominik Stallein

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