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„Abschreckende Wirkung“: Sudelfeld und Spitzing - Tourengeher müssen mehr Parkgebühr zahlen

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Von: Jonas Napiletzki

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Kostenpflichtig: Am Stümpfling zahlen Autofahrer, die keine Liftkarte lösen, 15 Euro.
Kostenpflichtig: Am Stümpfling zahlen Autofahrer, die keine Liftkarte lösen, 15 Euro. © Archiv Thomas Plettenberg

Tourengeher müssen fürs Parken in Skigebieten deutlich mehr bezahlen. Wer eine Liftkarte kauft, zahlt indes – anders als im Vorjahr – nichts mehr. Das soll Fremdparker abschrecken und Kunden finanziell entlasten.

Bayrischzell/Schliersee – Skitouren sind in der Pandemie extrem beliebt geworden. Auch heuer erwarten Liftbetreiber viele Sportler, die Parkplätze und Pisten nutzen, ohne eine Liftkarte zu lösen. „Bis zu 20 Prozent der Autofahrer auf unseren Parkplätzen sind keine Kunden – tragen also nicht zur Wertschöpfung bei“, sagt Egid Stadler, Geschäftsführer der Sudelfeld-Bergbahnen. Fast alle Tourengeher würden trotzdem die Pisten nutzen, die wie die Parkplätze personal- und kostenintensiv hergerichtet werden.

Sudelfeld

Für die „abschreckende Wirkung“, wie Stadler sagt, kostet das Parken am Sudelfeld deshalb in dieser Saison 15 Euro. An den Automaten oder mit der „Parkster-App“ bezahlen müssen aber nur diejenigen, die keine Liftkarte kaufen. Klassische Skifahrer geben stattdessen ihr Autokennzeichen an der Kasse oder beim Kauf ihrer Saisonkarte an und sind von der Gebühr befreit.

Noch in der vergangenen Saison zahlten alle Gäste – unabhängig von einer Liftkarte – pauschal fünf Euro. Den verdreifachten Preis begründet Stadler einerseits mit dem „begrenzenden Faktor“, den die Parkplätze hätten. Ab 7 Uhr morgens würden sich Tourengeher die besten Parkplätze sichern, ab 9.30 Uhr seien die Parkplätze voll. „Wir schicken dann pro Tag Hunderte zahlende Skifahrer weg“, sagt Stadler. Andererseits müssen Lift-Kunden nun gar keine Gebühr mehr bezahlen. Das gleicht die Preiserhöhung – von 42 auf 48 Euro bei der Tageskarte – zumindest teilweise wieder aus.

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„Wenn ich genug Parkplätze hätte, würden mich Tourengeher nicht stören“, sagt Stadler. Ein Neubau am Berg sei aber keine Option – dafür müssten Flächen versiegelt oder Grünflächen zerstört werden. Vielmehr unterstützt Stadler die Skibusse aus den Richtungen Bayrischzell, Fischbachau und Rosenheim. Auch das Kombiticket der BRB und der Ski-Expressbus aus München seien tolle Angebote, an denen sich die Bergbahnen beteiligen. „Da müssen wir noch mehr tun“, sagt der Geschäftsführer.

Spitzingsee

Auch im Spitzing-Skigebiet ist das Parken für Tourengeher teurer geworden. Wer keine Liftkarte kauft, zahlt 15 Euro an der Sutten- und Stümpflingbahn, sagt Alpen-Plus-Sprecherin Antonia Asenstorfer. Auch am Lyraweg – die Zufahrt zum Stümpfling – kostet das Parken nun 15 Euro. Skifahrer mit Karte müssen nichts bezahlen. In der vergangenen Saison war das Parken an der Sutten noch für alle kostenlos, am Stümpfling erhielten Skifahrer zehn von 15 Euro zurückerstattet.

Am Kurvenlift kostet das Parken in dieser Saison zunächst zehn Euro für alle Gäste – eine Verdopplung im Vergleich zur vorigen Saison. Skifahrern wird aber der volle Preis von der Liftkarte abgezogen, wenn sie ihr Parkticket an die Kasse mitbringen.

Weiterhin keinen Skibetrieb gibt es am Taubenstein. Das Parken kostet deshalb pauschal fünf Euro.

Wallberg

Erst heuer installiert hat die Wallbergbahn ihr modernes System zur Parkraumüberwachung, das bei der Ein- und Ausfahrt die Kennzeichen der Autos registriert. In der ersten Stunde ist das Parken dort für alle kostenlos, sagt Asenstorfer. Bis zu vier Stunden kosten anschließend vier Euro, ab der fünften Stunde zahlen Gäste acht Euro. Nutzer der Bergbahn müssen jeweils nur die Hälfte bezahlen.

Beschneiung gestartet – „Jetzt red i“

Die Bergbahnen Sudelfeld haben am Dienstag ihre Schneekanonen gestartet. Geschäftsführer Egid Stadler sagt: „Wir haben im oberen Bereich 30 Zentimeter Naturschnee – das ist eine gute Grundlage.“ In den folgenden zehn Tagen soll Kunstschnee den Saisonstart am Samstag, 17. Dezember, ermöglichen. Am Spitzing und am Wallberg laufen die Beschneiungsanlagen noch nicht, sagt Alpenplus-Sprecherin Antonia Asenstorfer. „Wir sind bereit und müssen nur einschalten.“ Auch Asenstorfer hofft auf einen Liftstart am 17. Dezember.

Über den Sinn und Unsinn von Kunstschnee diskutiert derweil unter anderem Bayerns Wirtschafts- und Tourismusminister Hubert Aiwanger mit Richard Mergner, Vorsitzender des Bund Naturschutz, am heutigen Mittwochabend in der BR-Sendung „Jetz red i“. Die Liveübertragung aus der Wolfseehalle in Fischbachau startet um 20.15 Uhr. Unsere Zeitung berichtet voraussichtlich in der Freitagsausgabe.

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