Tänzerin vergewaltigt: Haftstrafe

Wolfratshausen/Geretsried - Das Landgericht München II hat einen Türsteher (51) aus Geretsried wegen Vergewaltigung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Der zweifache Familienvater, der aus dem ehemaligen Jugoslawien stammt, hatte die Tat bis zuletzt bestritten. Doch das Gericht war davon überzeugt, dass er sich am 4. Mai 2006 in einem Nachtlokal in Geretsried an einer slowakischen Tänzerin (29) vergangen hat.

Der Angeklagte beteuerte in seinem letzten Wort noch einmal wortreich seine Unschuld. „Der Tag, an dem ich die Geschichte erfuhr, war sehr traurig.“ Er wisse nicht, warum sie erzählt werde. Immer wieder versuchte er, sich als perfekten Menschen darzustellen: „Ich liebe meine Frau und meine zwei Kinder.“ Er habe „in dieser Sache nichts gemacht“. „So eine schmutzige Sache“ sei ihm nicht einmal in den Sinn gekommen. Sein Verteidiger Jürgen Reim versuchte, die Aussagen der Slowakin, die in einem Wolfratshauser Nachtlokal als Tänzerin gearbeitet hatte, aufgrund angeblicher Widersprüchlichkeiten als Lügenmärchen zu entlarven. Er forderte Freispruch für seinen Mandanten. Die Staatsanwältin dagegen war von der Schuld des Angeklagten überzeugt und forderte viereinhalb Jahre Haft.

Auch für das Gericht stand fest, dass der 51-Jährige die 29-Jährige vergewaltigt hat. Es glaubte der Tänzerin, die vorige Woche detailliert geschildert hatte, wie sie der Türsteher in Wolfratshausen abgeholt, in die Nachbarstadt gefahren und nach ihren Tanzauftritten in das Zimmer verfolgte, in dem sie sich umzog. Von dort zerrte er sie in ein anderes Zimmer, drückte sie aufs Bett und verging sich an ihr. Die Frau wehrte sich gegen den viel stärkeren Mann, hatte aber keine Chance.

„Das Gericht ist davon überzeugt, dass die Tat so stattgefunden hat“, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Lenz. Die Schilderung der Slowakin sei durch die Bank „in sich nachvollziehbar“ und „durch äußere Umstände gedeckt“. So habe die Tänzerin berichtet, dass der Türsteher sie von einem ins andere Zimmer gezogen hat. „Das erfindet man nicht.“ Vom zweiten Zimmer sprach auch ein Zeuge, dem sich die Frau sofort nach der Tat anvertraut hatte. „Das ist eine derart konsistente Aussage, dass man sagen muss, da ist etwas dahinter.“ Weitere Indizien: Es flossen 200 Euro Schweigegeld, und die Slowakin hat kein Motiv für eine Falschbeschuldigung.

Der Geretsrieder wurde noch im Gerichtssaal verhaftet - er war bisher auf freiem Fuß. Das Gericht glaubt, dass Fluchtgefahr besteht. Der 51-Jährige könnte sich leicht in sein Heimatland absetzen. (rs)

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