Sie waren in den Kindergarten eingedrungen

Jugendliches Paar suchte ungestörtes Plätzchen - und beichtete es gleich dem Glonner Pfarrer

Sie waren für den Kindergarten in Glonn eigentlich viel zu alt. Die beiden Einbrecher suchten aber wohl eher lauschiges Plätzchen als Beute. Am Sonntag tat ihnen das aber schon wieder leid.

Glonn – Ungebetene Gäste hatte der Kindergarten in Glonn: Wie die Ebersberger Polizei meldet, drangen in der Nacht auf Samstag, gegen 3.45 Uhr, zwei bislang unbekannte Jugendliche über eine offene Türe in den katholischen Kindergarten in Glonn ein. Hierbei wurden die beiden von einem aufmerksamen Zeugen überrascht und zur Rede gestellt.

Noch vor Eintreffen der Polizei flüchteten die Jugendlichen aber über den angrenzenden Garten in unbekannte Richtung. Der männliche Täter verlor auf der Flucht seine blaue selbstgestrickte Mütze sowie eine Glasflasche. Von seiner weiblichen Begleiterin gab es auch eine Personenbeschreibung und es war außerdem bekannt, dass sie eine Isoliertasche eines Supermarktes bei sich führte.

Pfarrer bekam gleich einen Tag später Besuch

Die Polizeibeamten starteten einen Zeugenaufruf, der online in der Ebersberger Zeitung am Samstag noch veröffentlicht wurde. Den Ermittlern kam der Vorfall von Anfang an aber komisch vor. Die Beamten teilten mit, dass sie nicht von einem Diebstahlsdelikt ausgingen. So war es dann auch. Denn einen Tag nach dem Vorfall bekam der Glonner Pfarrer Siegfried Schöpf Besuch. 

„Die Täter haben sich inzwischen bei mir als Pfarrer von Glonn persönlich gemeldet und um Entschuldigung gebeten“, berichtete Schöpf der Heimatzeitung. Es sei bei den beiden wohl „unüberlegter jugendlicher Leichtsinn nach einer fröhlichen Party“ gewesen. „Das Pärchen ist reumütig und einsichtig, und bot freiwillig an, mit Arbeiten im Kindergarten ihren Leichtsinn wiedergutzumachen.“ Die beiden hätten einen „ganz vernünftigen Eindruck gemacht“. 

Trotzdem: Anzeige wegen Hausfriedensbruchs möglich

Trotzdem könnte der Vorfall damit noch nicht ganz erledigt sein. Denn eine Nachfrage bei der Polizei in Ebersberg ergab, dass jetzt zwar keine Anzeige wegen Einbruchs, wohl aber eine wegen Hausfriedensbruchs im Raum stehe. „Das muss die Staatsanwaltschaft entscheiden“, lautete die Auskunft des Dienstgruppenleiters am Sonntag. 

Der Glonner Kindergarten, so bestätigt Schöpf, werde immer wieder mal beschmiert oder sonst irgendwie von Vandalismus betroffen. Unter anderem sei auch von Unbekannten schon der Feuermelder eingeschlagen worden. Dass die beiden überhaupt ins Gebäude des Kindergartens eindringen konnten, ohne direkt einbrechen zu müssen, erklärt Schöpf damit, dass eine Türe am Gebäude offensichtlich nicht ordnungsgemäß verschlossen war. „Und genau diese Türe haben die beiden anscheinend entdeckt.“

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