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Tatzenabdrücke entdeckt: Erneut Bärenspur beim Sylvensteinsee - „Purer Zufall“

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Von: Veronika Ahn-Tauchnitz

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Dieser Tatzenabdruck eines Bären wurde am 28. Juli südlich der B 307 entdeckt.
Dieser Tatzenabdruck eines Bären wurde am 28. Juli südlich der B 307 entdeckt. © privat

Offenbar ist immer noch ein Braunbär bei Lenggries unterwegs. Dem Landesamt für Umwelt wurden nun Tatzenabdrücke gemeldet.

Update vom 5. August, 19 Uhr: Erneut sei es „purer Zufall“ gewesen, betont Robert Krebs, der stellvertretende Leiter des Tölzer Forstbetriebs der Bayerischen Staatsforsten auf Anfrage. Vom Forstbetrieb wurden die Tatzenspuren ans Landesamt für Umwelt (LfU) gemeldet. Entdeckt worden seien die Abdrücke ganz in der Nähe des Orts südlich der B 307 nahe dem Sylvensteinsee, an dem eine Wildkamera am 17. Juli eine Aufnahme von dem Braunbären machte. Aufgehängt worden war sie eigentlich, um dem Verursacher eines Verbissschadens auf die Spur zu kommen. Das Foto zeigte dann aber am rechten Bildrand das Hinterteil eines Bären.

Tatzenabdruck nahe Sylvensteinsee gehört eindeutig zu einem Bären

Am 28. Juli nun wurden die Tatzenabdrücke entdeckt. „Die beiden Tage davor hatte es stark geregnet“, sagt Krebs. Nur deshalb sei der Untergrund weich genug gewesen, um Abdrücke zu hinterlassen. Die Spur wurde später am LfU eindeutig einem Bären zugeordnet. „Das LfU nimmt jeden Hinweis zu großen Beutegreifern ernst und geht dem nach“, sagte ein Sprecher. Tatsächlich wurde auch vor Ort nach weiteren Anhaltspunkten gesucht. Dabei seien drei weitere Trittspuren, aber kein genetisch verwertbares Material wie Kot oder Haare gefunden worden, so ein Sprecher des LfU.

Krebs betont, dass das erneute Auftauchen von Hinweisen auf einen Bären in diesem Gebiet, „kein Grund zur Aufregung ist“. Das Tier sei scheu und lasse sich nicht blicken. „Die Wahrscheinlichkeit auf den Bären zu treffen, ist eher gering“, sagt Krebs.

Dieses Foto von einem Braunbär entstand im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen, südlich der B307.
Dieses Foto von einem Braunbär entstand im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen, südlich der B307. © privat

Informiert werden über solche Sichtungen auch immer die Landnutzer im weiteren Umkreis, also vor allem die Almbauern. Einer davon ist der Gaißacher Georg Mair. Der ehemalige langjährige Vorsitzende des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern bewirtschaftet mit sieben anderen Landwirten aus dem Isarwinkel das Lärchkogel-Almgebiet, das sich auf bayerischer und österreichischer Seite erstreckt. Von Juni bis Ende September steht Jungvieh auf den Weiden. „300 Stück sind es dieses Mal“, sagt Mair.

Almbauern hoffen, dass der Bär vielleicht schon wieder weg ist

Als der Bär in die Fotofalle tappte, sei er gerade auf der Alm gewesen und wenig später von der Sichtung informiert worden. „Es ist gut, dass wir auf dem Laufenden gehalten werden“, sagt Mair. Es sei wichtig, informiert zu sein, dass ein Bär im Umkreis unterwegs sein könnte. „Eine gewisse Vorsicht ist dann geboten. Man sollte aber auf keinen Fall in Panik verfallen.“ Schutzmaßnahmen könnten die Almbauern ohnehin nicht ergreifen, sagt Mair. „Wir hoffen einfach, dass er vielleicht schon wieder weg ist.“

Die nächste Bärenpopulation befindet sich im italienischen Trentino, etwa 120 Kilometer von Bayern entfernt. „Eine Bärenpopulation breitet sich nur sehr langsam aus. Es wird nicht davon ausgegangen, dass sich Bären in Bayern dauerhaft ansiedeln“, so das LfU. Junge Männchen würden aber auf der Suche nach einem Weibchen zum Teil sehr weit umherstreifen. Dabei können sie mehrere Monate oder wenige Jahre unterwegs sein. „Finden sie keine Partnerin, kehren sie wieder in ihre Heimat zurück.“

Auch Verhaltensregeln für die Begegnung mit Bären hat das Landesamt auf seiner Homepage www.lfu.bayern.de zusammengefasst. „Wenn Sie einen Bär sehen, zeigen Sie Respekt und halten Abstand“, heißt es da. Empfohlen wird, den Bären durch ruhiges Sprechen und langsame Armbewegungen auf sich aufmerksam zu machen. „Versuchen Sie nicht, den Bären zu verscheuchen. Werfen Sie keine Äste oder Steine nach ihm. Behalten Sie den Bären im Auge und treten Sie langsam und kontrolliert den Rückzug an“, empfiehlt das Landesamt.

Sichtung unweit der Stelle, an der der Bär vor zehn Tagen auftauchte

Ursprungsmeldung von Freitag, 5. August:

Lenggries - Die Abdrücke ordneten Experten eindeutig einem Bären zu, wie das Landesamt für Umwelt mitteilte. Gemeldet worden war die Spur aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen am 29. Juli.

Die Bärenspur sei unweit der Stelle entdeckt worden, an der ein Bär etwa zehn Tage zuvor in eine Fotofalle getappt war. Die Bayerischen Staatsforsten hatten in dem Bereich südlich der Bundesstraße 307 nahe dem Sylvensteinsee die Wildtierkamera aufgehängt, um Verbissschäden zu untersuchen. Die Aufnahme des Braunbären war purer Zufall, schilderte seinerzeit Forstbetriebsleiter Rudolf Plochmann.

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Ort nach genetisch verwertbarem Material abgesucht

„Das LfU nimmt jeden Hinweis zu Großen Beutegreifern ernst und geht dem nach“, sagte ein Sprecher. Der Ort sei mit einem Experten nach Spuren und genetisch verwertbarem Material abgesucht worden. Dabei seien drei weitere Trittspuren, aber kein genetisch verwertbares Material wie Kot oder Haare gefunden worden. (dpa/va)

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