Was passierte wirklich in 58 Metern Tiefe?

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Rettungsversuche: Den Tauchschüler hatten Retter aus der Tiefe geholt, für den Tauchlehrer war jede Hilfe zu spät gekommen.

Allmannshausen - Der Tauchlehrer aus Peiting, der am Sonntag im Starnberger See ums Leben gekommen ist, ist zu schnell aufgetaucht. Aber was ist in 58 Metern Tiefe wirklich passiert?

Beklemmende Stille in der Kaserne in Altenstadt. Die Flagge vor den Toren flattert auf Halbmast im Wind. Sie haben einen Kameraden verloren, einen Freund, einen Vorgesetzten. Ein Tauchunfall hat den Major am Sonntagvormittag (42) aus dem Leben gerissen.

Taucher stirbt bei Unfall im Starnberger See

An der Steilwand im Starnberger See bei Allmannshausen geht es bis zu 70 Metern in die Tiefe. Eine große Herausforderung auch für erfahrene Taucher wie den Soldaten Peter K, der mit 2000 Tauchgängen (darunter vor den Malediven und unter dem arktischen Eis) ein Profi war. Warum Peter K. beim Auftauchen mit einem Schüler (29) am Sonntag plötzlich verschwunden ist, und wenig später tot an der Wasseroberfläche trieb, ist unklar.

Fest steht: Peter K. „ist durch zu schnelles Auftauchen gestorben“, so ein Sprecher der Polizei auf Anfrage der Schongauer Nachrichten. Das Obduktionsergebnis: Der 42-Jährige hatte die Dekompressionszeit nicht eingehalten, die beim Auftauchen aus einer solch enormen Tiefe so wichtig ist. „Er hatte ein Embolie im Herz.“

Doch warum ist Peter K. zu schnell aufgetaucht? Die Todesursache lässt keine endgültigen Schlüsse zu, wie es zu dem tödlichen Unfall kam. War es ein Herzinfarkt? Hat ein Gerätedefekt den Peitinger zum schnellen Auftauchen gezwungen? Das soll jetzt eine Untersuchung der Tauchgeräte ergeben. Im vergangenen Sommer war Peter K. im Auslandseinsatz in Afghanistan. Jeden Tag lauerte die Gefahr dort jede Minute an jeder Ecke. Nach drei Monaten kam er zurück. Ohne einen Kratzer.

Peter K. war risikobereit, aber sehr vorsichtig. Auch an diesem Sonntag wollte Peter K. die Grenzen nicht überschreiten. So soll er sich bereits am Freitag und Samstag auf den Tauchgang vorbereitet haben. Vielleicht hat der Tauchschüler, der Peter K. am Sonntag begleitet hat, sein Leben dieser guten Vorbereitung zu verdanken. Ein Rettungstaucher konnte den 29-Jährigen jedenfalls aus der Tiefe befreien, mit ihm auftauchen. Tauchlehrer Peter K. und sein Schüler hatten sich in 58 Meter Tiefe zuletzt gesehen, wegen der Dunkelheit hatte der Schüler das Verschwinden gar nicht bemerkt. Niemals aber hätte Peter K. seinen Schüler freiwillig alleine gelassen.

Barbara Schlotterer-Fuchs 

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