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An Leukämie erkrankt: „Aufgeben ist keine Option“ - 103 Freiwillige wollen Sabrinas Leben retten

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Von: Birgit Lang

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Sabrina Döring kämpft gegen den Blutkrebs.
Sabrina Döring kämpft gegen den Blutkrebs. © privat

Es ist die letzte Chance einer jungen Mutter, die an Leukämie erkrankt ist: eine Knochenmarkspende. Bei einer Typisierungsaktion am kbo-Klinikum Taufkirchen herrscht große Hilfsbereitschaft.

Taufkirchen – „Sabrina ist eine Macherin. Aufgeben ist für sie keine Option“, sagen ihre Eltern Cornelia und Willi Wolf. Das blieb auch 2014 so, als sie an Leukämie erkrankte. „Ich schaffe das“, wiederholt sie auch jetzt, da der Krebs wieder aufgetaucht ist. Schließlich ist die 40-jährige Albachingerin Mutter von zwei Kindern. Am Donnerstag fand für sie eine Typisierungsaktion im Schwestern-Wohnheim der Taufkirchener kbo-Klinik statt.

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Taufkirchen: Sabrina an Leukämie erkrankt - Typisierungsaktion für Mutter von zwei Kindern

103 Menschen ließen sich für die Erkrankte testen, die meisten Freiwilligen waren Mitarbeiter des Krankenhauses, auch eine komplette Klasse der Berufsfachschule für Pflege war gekommen.

Sabrina Döring hat von 1999 bis 2002 an der Krankenpflegeschule Taufkirchen ihre Ausbildung zur Krankenschwester absolviert. Nach ihrer Ausbildung wechselte die Krankenschwester nach Haar, wo schon ihr Opa Willi als Pfleger, ihre Mutter (66) als Krankenschwester und ihr Vater (64) 30 Jahre lang in der Verwaltung gearbeitet haben. Mit Leib und übt Döring ihren Beruf aus. Ein unternehmungslustiger Mensch sei sie bis heute, sagt ihr Vater, und „ihr Lachen sehr ansteckend“.

103 Freiwillige wie Stefanos Tongusidis ließen sich in Taufkirchen als potenzielle Spender registrieren.
103 Freiwillige wie Stefanos Tongusidis ließen sich in Taufkirchen als potenzielle Spender registrieren. © Birgit Lang

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Typisierungsaktion für Mutter aus Oberbayern: Sabrina kämpft gegen den Krebs

Doch dieses ansteckende Lachen ist der Albachingerin seit fünf Wochen vergangenen. So lange liegt sie schon im Krankenhaus rechts der Isar. Dort wurde bei einer OP-Vorbereitung ein Blutbild gemacht, das die niederschmetternde Diagnose brachte: wieder Leukämie.

Schon beim ersten Mal vor acht Jahren hatte sie eher durch Zufall erfahren, dass sie daran erkrankt war. Tochter Lea war damals vier Jahre, Sohn Luis gerade einmal vier Monate alt. Die junge Mutter habe sich immer schlapp gefühlt und dies auf durchwachte Nächte mit ihrem Baby zurückgeführt, erzählt ihre Mutter. Der kleine Bub habe viel geschrien, obwohl er gestillt wurde. Ein befreundetes Ärzteehepaar erklärte, warum: Die Leukämie zog sämtliche Nährstoffe aus der Muttermilch heraus, und der Bub sei immer hungrig gewesen.

Seit der damaligen Chemo leidet Döring an Folgeschäden an Knie und Ellbogen. Drei Mal musste sie schon operiert werden. Beim Knie stand nun eine Teilprothese an. Dabei wurde festgestellt, dass 50 Prozent ihres Bluts von Krebszellen befallen sind. „Weil es eine rezidive, also wiederkehrende Erkrankung ist, gibt es keine Alternative. Das Blut kann nur durch Stammzellen ausgetauscht werden“, erläutert die Mutter. Sabrinas Geschwister standen sofort in den Startlöchern, aber ihr Blut passt nicht.

Sie kämpfen für Sabrina Döring (v.l.): Mutter Cornelia Wolf, Hans Eittinger, Rudolf Dengler, Franz Podechtl und Vater Willi Wolf.
Sie kämpfen für Sabrina Döring (v.l.): Mutter Cornelia Wolf, Hans Eittinger, Rudolf Dengler, Franz Podechtl und Vater Willi Wolf. © Birgit Lang

Kampf gegen den Blutkrebs: Freund organisiert DKMS-Typisierungsaktion

Hans Eittinger (66), ein Freund der Familie, der immer noch in Teilzeit als Pfleger in Haar arbeitet, initiierte die Typisierungsaktion. Schnell konnte er kbo-Geschäftsführer Franz Podechtl und Pflegedirektorin Brigitte Wermut für die Idee gewinnen. Sie beschlossen, dass alle Kliniken des Bezirks Oberbayern mitmachen sollten und man die Kosten für die Typisierung von 40 Euro pro Person übernehmen werde.

Dann ging es schnell. „Wir haben zusammen mit der DKMS alles organisiert“, erklärt kbo-Pressesprecher Henner Lüttecke. Die Nachricht verbreitete sich durch Zeitungen und Soziale Medien wie ein Lauffeuer.

Kampf gegen Leukämie: Wie werde ich Stammzellspender?

„Ich möchte Leben retten“: Typisierungsaktion für Mutter aus Oberbayern

Sabrina Döring ist überwältigt. Zwei Aktionen fanden in Haar statt, eine in Schwabing. Nun war Taufkirchen an der Reihe. Hier ließ sich unter anderem die 43-jährige kbo-Mitarbeiterin Birgit Kuz aus Velden typisieren. „Ich möchte Leben retten. Das ist für eine Krankenschwester normal“, sagt sie. Auch für Stationsleiterin Barbara Liebow war es selbstverständlich, einer Kollegin und generell Menschen zu helfen. „Ich darf grad noch mitmachen mit 54 Jahren“, meinte sie. Taxifahrer Stefanos Tongusidis (48) kam ebenfalls, „weil ich gerne helfe“. Von der Aktion erfuhr er über einen Freund.

Die nächste Aktion ist am 13. Dezember in Fürstenfeldbruck. Sabrina Dörings Eltern und Initiator Hans Eittinger sind als Rentner immer dabei. Ehemann Ben kümmert sich derweil um die zwölfjährige Lea und den achtjährigen Luis. Die Kinder wünschen sich nichts sehnlicher, als dass ihre Mama bald wieder gesund wird.

Kollegen eines Familienvaters spendeten ihm Zeit – damit er sie mit seiner krebskranken Frau und den Kindern verbringen kann.

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