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Taufkirchner vor verschlossener Türe: Weihnachtspakete in Postfiliale eingesperrt – „Ich finde das bodenlos“

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Von: Laura May

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Wir können Sie in absehbarer Zeit nicht bedienen Postbank-Hotline
Postbank-Hotline: „Wir können Sie in absehbarer Zeit nicht bedienen“ © Laura May

Frustrierte Taufkirchner stehen ohne weitere Info vor der geschlossenen Türe und fürchten um ihre Geschenke – bei der Postbank-Hotline werden sie nur abgewimmelt.

Taufkirchen – Eine unscheinbare Glastür trennt die Taufkirchner von ihren Weihnachtsgeschenken – und das ein paar Tage vor Heiligabend. Seit mindestens Samstag ist die Postfiliale am Lindenring 7 geschlossen. Einziger Hinweis auf einem Zettel: „Technische Störung, Filiale geschlossen.“ Seufzend stehen Kunden der Postbank vor dem holzvertäfelten Häuschen.

Die einen fragen sich, wie sie Oma an Heiligabend erklären können, dass ihr neuer Strickpulli nicht da ist. Andere grübeln über schnelle Geschenkalternativen. Eine Frage, die alle vereint: Was ist mit meinem Weihnachtspackerl?

Weihnachtspakete in Postfiliale: „Ich finde das bodenlos“

„Ich finde das bodenlos“, sagt Inga Neuhofer (74). Seit Samstag kommt die Taufkirchnerin jeden Werktag zur Postbank-Filiale am Lindenring, um nach ihrem Packerl zu sehen. In ihrer Bestellung sind die letzten beiden Weihnachtsgeschenke für ihre zwei Töchter. Ohne Erfolg. „Die haben wirklich einen eigenartigen Umgang mit ihren Kunden“, sagt sie.

Was exakt der Grund für die Schließung ausgerechnet genau vor Weihnachten ist, können die Kunden nur erahnen. Wer über Online-Suchmaschinen nach Hilfe zur entsprechenden Filiale sucht, landet bei der „Postbank Interessenten Hotline“. Dort erklärt eine neutrale weiblichen Computerstimme: „Zurzeit gehen unerwartet viele Anrufe bei uns ein, wir können Sie deshalb in absehbarer Zeit nicht bedienen.“

Fahrstuhlmusik und die Bitte nach „noch etwas Geduld“ werden abgelöst von dem Hinweis, dass man später noch einmal anrufen soll. Informationen über das eigene Weihnachtspackerl gibt es nicht.

Weihnachtspakete in Postfiliale: Nicht einmal eine Entschuldigung

„Jeden Tag stehen Leute da vor der Filiale“, sagt Inga Neuhofer. Es macht sie wütend, dass es keinerlei Kontaktdaten gebe, an die man sich wenden könne, keinerlei Information, wo es mögliche Ausweichstellen gibt und was mit den Päckchen passiert. Zumindest eine einfache Entschuldigung der Post hätte sie sich nach den ganzen Unannehmlichkeiten erwartet. „Wir sind doch die Kunden!“

Wenn Neuhofer online nach dem Status ihres Päckchens schauen möchte, kommt nur folgende Info: „Leider steht Ihnen die DHL Sendungsverfolgung aktuell nicht zur Verfügung.“ Neuhofer fragt sich also auch, ob ihr Päckchen nun wieder aus Taufkirchen verschwindet, ohne dass sie einen Einfluss darauf hat. Üblicherweise werden Pakete nach sieben Tagen Lagerung in der Filiale wieder zurückgeschickt.

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Weihnachtspakete in Postfiliale: Probleme mit dem Provider

Auf Nachfrage des Münchner Merkur erklärt ein Postbank-Sprecher: „Bei Paketen, die sich in der Filiale befinden, wird die Lagerfrist verlängert, sodass man sie nach der Wiedereröffnung bequem abholen kann.“ Grund für die Schließung sei ein Problem mit der Datenübertragung, die auf den Provider zurückzuführen sei.

Die Postbank selbst könne das Problem nicht lösen und müsse auf die Ankunft eines Technikers warten. Dieser werde im Laufe des 21. Dezembers erwartet. „Wir gehen davon aus, dass das Problem im Laufe des Tages dann behoben wird“, sagt der Postbank-Sprecher.

Weihnachtspakete in Postfiliale: Alles hängt an Technik

Sobald der Datenfluss wieder hergestellt sei, könne die Filiale wieder öffnen. Wie in vielen Bereichen, hängt auch bei der Post alles an der Technik. Hat der Provider Probleme, laufen weder Computer, Kassensysteme noch Selbstbedienungsautomaten. Die gute Nachricht: Läuft die Technik wieder, kann der vorweihnachtliche Postbetrieb auch direkt wieder losgehen.

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