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„Es gibt nicht nur Fußballmillionäre am Tegernsee“: Immobilien-Firma serviert Menü für Bedürftige

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Von: Gabi Werner

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Die „Weihnachtshelfer“: Neben dem Team des Hotels Sonnenbichl und Bürgermeister Robert Kühn (im Weihnachtspullover) packten auch Vertreter von Rock Capital mit an, um Bedürftigen einen schönen Abend zu bescheren.
Die „Weihnachtshelfer“: Neben dem Team des Hotels Sonnenbichl und Bürgermeister Robert Kühn (im Weihnachtspullover) packten auch Vertreter von Rock Capital mit an, um Bedürftigen einen schönen Abend zu bescheren. © Privat

Zwei Objekte, die Hotels Seegarten und Sonnenbichl, hat die Rock Capital Group aus Grünwald in Bad Wiessee erworben. Nun hat das Unternehmen an seinem neuen Standort 70 Bedürftige zu einem Adventsessen eingeladen.

Bad Wiessee – Bereits im vergangenen Februar, als der russische Angriffskrieg in der Ukraine erste Menschen in die Flucht und auch in den Landkreis Miesbach trieb, machte die Rock Capital Group von sich reden. Die Gesellschafter Peter Neumann und Christian Lealahabumrung stellten ihr frisch erworbenes Hotel Seegarten am Wiesseer Seeufer für Geflüchtete aus der Ukraine zur Verfügung. Kostenlos. Auch heute noch, Monate später, haben hier um die 20 Menschen ihre vorübergehende Heimat. „Das Zusammenleben dort hat sich sehr gut eingespielt“, berichtet Firmen-Geschäftsführer Andreas Wißmeier.

Bad Wiessee: Chefs servieren Menü, Bürgermeister liest Weihnachtsgeschichte

Kürzlich nun hat seine Firma ein weiteres Zeichen der Menschlichkeit gesetzt. Sie lud nach Rücksprache mit dem Sozialamt Bad Wiessee rund 70 bedürftige Bürger zu einem großen Adventsessen in ihr Berghotel Sonnenbichl ein. Auch dieses Haus hatte die Rock Capital Group erst im November 2021 erworben und nach einer zügigen Sanierung im Frühjahr dieses Jahres wiedereröffnet.

Nun bewirtete dort nicht nur das Hotelteam 70 bedürftige Bürger aus Bad Wiessee, auch Mitarbeiter aus den Büros sowie die Gesellschafter und der Geschäftsführer selbst servierten das Menü aus Kürbissuppe, Entenbraten und Kaiserschmarrn an den festlich gedeckten Tischen. Bürgermeister Robert Kühn (SPD) las eine Weihnachtsgeschichte, zwei Musikanten aus dem Tal sorgten mit Zither und Gitarre für den musikalischen Rahmen.

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Bad Wiessee: Rock Capital versteht Adventsessen als symbolische Geste

„Es mag sich nur um einen Abend handeln – aber wir verstehen die Bewirtung als symbolische Geste und Kompass für ein ganzes Jahr“, werden die beiden Gesellschafter in einer Pressemitteilung von Rock Capital zitiert. Auch Geschäftsführer Wißmeier zeigt sich nachhaltig beeindruckt von der Veranstaltung. Es sei etwas Besonderes gewesen, die echte Freude dieser Gäste zu erleben, die sich ansonsten ein solches Essen nicht leisten könnten. Auch im Tegernseer Tal gebe es eben „nicht nur Villen und Fußballmillionäre, sondern Menschen, die leider oft übersehen werden“. Neben vielen älteren Menschen hätten auch einige Familien mit kleinen Kindern die Einladung ins Sonnenbichl angenommen.

Neuland ist das soziale Engagement für das Unternehmen nicht. In zurückliegenden Jahren habe man immer das Weihnachtsessen für Obdachlose der Organisation „Wir helfen München“ aktiv unterstützt, berichtet Wißmeier. „Wir wollen an Standorten, wo wir beruflich tätig sind, auch gute Dinge umsetzen.“

Planungen für neues Hotel Seegarten stehen noch am Anfang

Nachdem Wohnraum äußerst knapp ist und im Landkreis immer wieder neue Flüchtlinge ankommen, ist das Hotel Seegarten ein wichtiger Baustein bei der Unterbringung dieser Menschen. Doch wie lange können die Geflüchteten dort noch bleiben? „Es gibt da kein bestimmtes Zeitfenster“, erklärt Wißmeier. Derzeit stehe man mit den Planungen für das Areal noch ganz am Anfang. „Es läuft gerade ein Architektenwettbewerb“, berichtet der Geschäftsführer. Erst danach könne man sagen, ob der Bestand durch einen Neubau ersetzt werde oder vielleicht doch eine Sanierung in Frage komme. „Wir denken aber eher über einen Neubau nach“, sagt Wißmeier. Die Bausubstanz des um 1930 erbauten Seegarten lasse stark zu wünschen übrig. Ein Hotel mit Gastronomie soll es aber in jedem Fall bleiben. gab

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